Der eine geht angeln, …

… der andere schreibt was auf

So kann sich ein Abend in der Karlsborg auch gestalten, nach einem Tag mit entspannten und weniger entspannten Phasen, der aber insgesamt deutlich in die Kategorie überdurchschnittlich fällt.

Ein Abend mit blauem Himmel, die Insassen sauber gewaschen (der eine an der Waschschüssel, der andere im See – bei heute muckeligen 10 ° Wassertemperatur), mit etwas Knäckebrot und diesem schönen Gefühl, wenn die Dinge in Ordnung sind, wie sie sind. Wenn weder Kultur- noch Zivilisationskritik nötig scheint sondern Landschaft, Seele und Kopf im gleichen, gemächlichen Takt schlagen. Schön.

Von hinten nach vorn, ach nee, doch lieber richtig rum

Heute morgen Frostgrade, aber zügig wärmende Sonne. Trotzdem den Ofen angeworfen. Schreibtischarbeit macht kalte Finger. Nach der Mittagspause mit dem Rest von gestern haben wir uns nach Västervik aufgemacht, um die Farben für die Restanstriche zu kaufen, Lebensmittel einzuholen und auf dem Weg dahin kurz mit Mats zu konferieren wie es mit dem Weg weitergehen soll und wie die notwendigen finanziellen Transaktionen zu bewerkstelligen sind.

Kurz und knapp: alles lief wie erwartet. Wir machen uns zu Midsommar ehrlich, wenn die Rechnung vorliegt, wird verteilt und dann wissen wir was auf uns zukommt.

Das Zen harken (einige Meter wurden während der Pausen gemacht), ist tatsächlich irgendwie entspannend. Da wir auch Material bewegen mussten, merkt man aber auch seine Arme.

Um 16:00h waren wir wieder hier. Beute einräumen und noch etwas remote Arbeit bis sechs, dann haben wir weiter den Weg behandelt.

Axel war Harke, ich war Baumschnitt. Und wir tummelten us. Der Schotter liegt jetzt weitgehend da, wo er hin soll, nämlich in den Fahrspuren, das Grünzeug auf dem Mittelstreifen kann schön weiterwachsen und die Bäume sind weisungsgemäß frisiert:

  • Fichten und Tanne bekommen 30 – 40 cm lange Aststummel,
  • Kiefern werden direkt am Stamm entastet,
  • Birken, Weiden, Vogelkirschen und alles andere kommt einfach weg.
  • Ratzeputz, tabula rasa, ex und hopp – „Das wächst sowieso wieder nach“, so der Forstwirt bei der Einweisung. Na, denn tun wir doch wie geheißen. Ist eh schöner mit Auftrag und Mandat.
  • Danach wurde das Werkzeug weggebracht, die Kollegen wurden abgereinigt (s. o.) und der eine ging angeln und der andere schrieb was auf. Was eben genauso geschehen wäre.

    Als Bild heute nur die neben den Kartoffeln angeschaffte Sättigungsbeilage: 3 kg Fusili der Willy:s Handelsmarke (mit italienischem Beiklang) in der Schublade. Manchmal muss man eben Entscheidungen treffen, die nachfolgende Generationen binden. So wie die mit den Nudeln. Isso.

    Ist ja nur zu Eurem besten.

    P.S. So wenig aufzuschreiben, aber der Tag fühlt sich trotzdem rund an

    Ich frage mich gerade, ob heute wirklich so wenig passiert ist. Irgendwie schon, war nicht mehr. Und irgendwie doch. Wenn man nur schreibt: „War jut jewesen, hat Spaß jemacht“, sind das vielleicht wenige Zeilen, aber ein knapper Satz über gut verbrachte, wertvolle Zeit.

    Tschüss.

    2 Antworten auf „Der eine geht angeln, …“

    1. „Ich frage mich gerade, ob heute wirklich so wenig passiert ist.“ – nun, im Vergleich zu euren sonst so oft zahlreichen Punkten, die ihr am Abend (imaginär oder tatsächlich) abhaken könnt, mag das so sein. Ich aber sitze hier, lese das alles und denke mir: Uff! Ihr schafft echt was weg am Tag! Ich bin beeindruckt, ein bisschen neidisch, dann wieder beeindruckt und muss mir sagen, dass es auch „etwas schaffen“ ist, wenn man sich um ein Baby kümmert (sonst werde ich noch so richtig düsig, weil ich gefühlt, naja eigentlich tatsächlich, zu wenig bis gar nichts komme). Jedenfalls freue ich mir so sehr für euch und eure schöne Zeit in Schweden. Und lese sehr, sehr gerne mit.

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