Wie man bei einem Projekt über das nächste nachdenken kann

Heute ist Freitag …

… also der Tag vor dem Wochenende. Der Tag an dem man sich überlegt, welche Art von Erholung die kommenden zwei Tage zu besonderen machen werden. Jedenfalls, wenn man im normalen Modus unterwegs ist.

Hier in der Karlsborg ist der Freitag nichts besonderes, einfach ein normaler Tag – dazu weiter unten mehr. Aber vorher noch ein Gedanke. Etwas ist am Freitag besonders: morgen und übermorgen erwartet niemand von mir über slack, mattermost, mail, gotomeeting, zoom, whereby oder webex unmittelbar erreichbar zu sein. Niemand setzt Kalendereinträge oder fragt nach dem Stand von irgendwelchen Tasks. Homeoffice ist schon speziell. Ich merke z. B., dass die Distanz bei der Arbeit im Büro viel größer zu sein scheint als im digitalen Raum. Und ich merke, das dass auch von mir selbst ausgeht!

Wenn ich am Schreibtisch sitze und beschäftigt scheine, geht der eine oder andere Kollege lieber nochmal vorbei. Wenn ich sage, dass ich „selbstverständlich Zeit habe“ und trotzdem weiter gegangen wird und mich das zutiefst erleichtert, scheint viel jenseits der Sprache zu passieren. Im Homeoffice gibt es das nicht. Und ich frage mich, wie wir die subtilen Signale der Körpersprache, die Kultur der Kalendereinträge oder die 3525 Bedeutungsvarianten des Wortes „Gerne!“ in die digitale Welt übertragen sollen. Ich weiß auch, dass das völlig irrelevant ist, aber da auch die Normalität digital werden wird oder das Digitale normal wird, scheint es mir hohe Zeit, dass wir da Fähigkeiten, Rituale und Codes entwickeln.

Aber Wurst. Zurück zum Wesentlichen.

Noch was zu gestern

Ich habe meinen Kindle in der Fährkabine vergessen. Gestern ist mir das eingefallen und ich war nur in Maßen genervt. Passiert. Aber blöd ist es schon. Schließlich kann der Finder meine ganze Bibliothek sehen und mindestens die gesammelten Werke von Herrmann Löns sind mir schon etwas peinlich. Aber mal sehen. Vielleicht erhöht das die Abgabewahrscheinlichkeit. Finnlines weiß Bescheid und ich bin gespannt.

And now to something completely different

Ersten Aktion: Axel hat die handgefertigte Zierscheibe in die Schiebetür zum Schlafzimmer eingesetzt. Sehr chic. Ich hab Rechnungsvorbereitung gemacht.

Das Hauptprojekt

Danach sind wir in das Brunnenprojekt eingestiegen. Axel hat den Brunnenkranz auf eine Art rechten Winkel gebracht. Kein Meißel! Muss gekauft werden!

Der Brunnenkranz wurde als Bausatz mitgebracht. Erst hinlegen, ausrichten, anzeichnen, bohren. Und nach dem Bohren kam Gewinde schneiden. Filigrane Arbeit, von Schlosserhand liebevoll durchgeführt.

Die Metallspäne wurden mit einem Magneten aufgesammelt, damit im Sommer keine nackten Füße leiden.

Die Zisterne ist ziemlich voll und nachdem wir im Herbst Mauseleichen und Modder aus dem Schacht gekratzt haben, ist das Wasser zwar etwas trüb, riecht aber gut und wird als Brauchwasser zu verwenden sein.Der Pumpensockel wurde aufgearbeitet, schwarz gestrichen und – das werden spätere Bilder zeigen – sieht aus wie neu. So, erste Klappe sitzt. Bauleiter ist stolz!Für Kenner: hier ein Blick auf die konstruktiven Details.Es wird ernst. Das Filterfass wird eingebracht. Der Bauleiter ist angestrengt. Bewahrt aber Fassung.Wir ersetzen pure Kraft durch Geist. Seil und Leiter halten das Fass am Platz. Allerdings erweisen sich die Kabelbinder zum Fixieren des Seils als Schwachpunkt. Spontaner Abriss der Kabelbinder und unbeabsichtigtes und unwiderrufbares Absenken des 200-Liter Fasses (ohne Bild). Der Bauhelfer ist panisch (auch ohne Bild).

Aber alles ist (zufällig) an seinem Platz. Puh!Wir füllen mit Hilfe eines Fallrohres und einer Aschenschaufel den Filtersand weiter in das Fass, schneiden den Saugschlauch ab, räumen die Baustelle auf und verschließen die Klappe. Und es klappt (Vorsicht: Kalaueralarm).

Baustelle aufräumen und Hunderunde. Abendstimmung am Vassgöl. Und dann noch …… die tägliche Aufgabe: meine beiden mitgebrachten Steine für die Trockenmauer.

Jetzt sitzen wir im Haus vor dem Ofen, trinken Weizenbier und lassen es uns wohl sein. Die Sauna bleibt heute kalt. Wir sind immer noch sauber von gestern. Morgen wird die Pumpe angebaut, betoniert, ein Besuch bei Mats gemacht und – so ist der Plan – die Badstuga benutzt.

Wenn nichts anderes unwichtiges dazwischen kommt.

P.S. Das Nebenprojekt

Wir haben heut unser Süppchen im Kachelofen erwärmt. Damit die Kacheln nicht leiden, habe ich ein Rost zurecht geschnitten. Und morgen putze ich das mit Autosol!

Das ist das Schöne. Ein Problem? Eine Idee! Umsetzen! Fertig!

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Eine Antwort auf „Wie man bei einem Projekt über das nächste nachdenken kann“

  1. Da wird sich Mama Annemarie freuen, dass die Zierscheibe passt. #2 mit anderem Design ist in Arbeit. Also rückentechnisch macht Herr Gustavson mal wieder ganze Arbeit 🙄…. Sehr amtlich, was ihr da schafft! 🎩🏅

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