Dachbodenzelt im Haupthaus

Die neuen Projekte entstehen auf zwei Wegen. Möglichkeit Nummer 1: „Is kaputt, muss (besser) neu gemacht werden“ oder „mal versuchen, was man draus machen kann“.

Der Ausbau des Dachbodens ist ein Beispiel für die zweite Variante. Von Frühjahr 2021 bis Herbst 2023. Jetzt ist es fertig.

Start: raus mit dem Dreck

April 2021. Es zieht kalt nach unten – sollte man mal isolieren. Eben mal schauen. Igitt, was für ein Dreck (Asche mit Staub aus mehr als hundert Jahren). Erstmal raus und dann die Frage: Kann man aus dem Dachboden was machen?

Die erste Schicht ist raus, die eingelegten Bretter fliegen als nächstes (und sind inzwischen schon verheizt).

Umsiedlung in die Scheune

Ganz am Anfang wurden die Fledermäuse (mit festen Handschuhen wg. Tollwutgefahr) in die Scheune umgesiedelt. Das hat wunderbar geklappt. Jetzt kacken sie da den Boden voll!

Lesestoff und Puzzlematerial für weitere 100 Jahre

Als Isolierung wurde Västerviks Tidningen eingesetzt. Viel spannender Lesestoff. Und durch die auf dem ersten Bild dokumentierte Aufschrift ist bewiesen: Herr W. Pettersson (und vermutlich die zugehörige Katze) lebten in der Karlsborg.

Rein mit einem neuen Boden

Als nächstes im Oktober 2021 der Fußboden. Wg. Kälte draußen halten. Dazu erst Folie als Dampfsperre, dann Robinienspäne als dauerhafte Isolierung und schließlich neue Dielenbretter.

Im April 2022 Folie und Glaswolle unter die Decke.

Dachschräge und Giebel

Im Oktober 2022 Verkleidung der Dachschrägen mit Profilholz

Fenster von Ghepetto

Im April 2023 Fenster rein und Giebel verkleiden

Restarbeiten und Probeschlafen

November 2023: Balken verkleiden, Schalter und Kabel verlegen – jetzt auch mit Bett

Ich empfehle das Schlafen im Dachbodenzelt. Im Mai 2024 im Praxistest erprobt.

Vilken värme!

Hejsan und Grüße aus der Karlsborg. Tag 7 für P., N. und F. – oder auch Maja, ? und ? Irgendwie ist diese Spitznamen-Geschichte bei uns in Vergessenheit geraten. Da müssen wir wohl noch einmal neu tätig werden! Oder kann uns jemand helfen und weiß die Namen noch?

Aber zurück zum eigentlichen Thema, das uns die letzten Tage mehr oder weniger außer Gefecht gesetzt hat. Es war nämlich wirklich, wirklich heiß. 35 Grad Spitzentemperatur mit einer derart brennenden Sonne … uff. Da kamen wir, Kerstin, Herr Gustavsson und Bamse ordentlich ins Schwitzen.

35 Grad in Ankarsrum - åt helvete!
35 Grad in Ankarsrum – åt helvete!

Von Schattenplatz zu Schattenplatz und zwischendurch der See

Und so schlichen wir von Schattenplatz zu Schattenplatz und sprangen zwischendurch zischend in den See – der übrigens auch schon reichlich warm war. Für die Nachwuchs-Wahlschwedin wurde ein Plantschbecken aufgebaut und das wurde ausgiebig genossen! Dafür, dass sie fürs Plantschen und „Schwimmen“ bisher wenig zu begeistern war, eine reichlich schöne Entwicklung. Einen Ort für das Platschbecken zu finden, erwies sich wenig überraschend als Herausforderung. Immerhin ist die Karlsborg nicht unbedingt für flache Wiesenflächen bekannt. Schatten (zumindest am Nachmittag und Abend) und eine einigermaßen gerade Fläche fanden wir nur bei der Außendusche. An der Zaungrenze befinden sich jetzt die am besten bewässerten Disteln der ganzen Karlsborg-Umgebung.

Viel zu heiß für das Vogelhäuschen!

Nicht nur uns wurde deutlich zu warm. Am dritten Tag dieser heftigen Hitzewelle kamen die Meisen aus dem Vogelhäuschen geflattert. Glücklicherweise war es Bamse ebenfalls zu heiß und er machte keinerlei Anstalten, den kleinen Vögeln zu Leibe zu rücken. Diese stellten sich aber auch durchaus geschickt an und nur das mutige erste Vögelchen landete einmal auf dem Sonnenschirm direkt vor unserer Nase. Drücken wir Ihnen die Daumen, dass sie den Start ins Leben gut überstehen.

Posen kann der oder die Kleine schon einmal gut 🙂

Rückblick und Ausblick

Heute sitze ich bei erfrischenden 18 Grad und Regen im Wohnzimmer des Haupthauses und tippe diesen Beitrag. Irgendwie komisch sich an die 35 Grad zu erinnern … In den nächsten Tagen wollen wir noch mehr schreiben und unter anderem auch von einer baulichen Ergänzung des herrlichen Hofes erzählen – wobei das eigentlich Herrn Gustavsson und Kerstin gebühren würde. Aber vielleicht kann ich ihnen zumindest die „Arbeit“ eines Blogartikels abnehmen 🙂

Hej då von Maja und den namenssuchenden Zweien N. und F.

Stühle und dreckige Hosen

Unter dem Kirschbaum stand immer so ein ausufernder Busch, der sich grün und wüchsig, aber wenig blühfreudig präsentierte. Der ist jetzt wech! Und es ist Platz für ein Blumen- oder Staudenbeet. Ich habe nachgelesen: Ölands-Blödmann (die gelben Pieksesträucher am Beetrand) kann man vermehren, indem man Zweigspitzen einbuddelt (und am Busch dran lässt). So wie Stachelbeeren bilden die dann am eingebuddelten Sproß Wurzeln. Das ist Plan für 2021.

Außerdem sind die alten neuen Küchenstühle für den Wintergarten geweißelt und die Tischplatte abgezogen worden. Die selbst bezogenen Polster wurden mit der Kraft von Petterssons Kehrseite in die vorgesehenen Aussparungen gedrückt und ich finde, es sieht wirklich gut aus.

Im Västervik-Retrovik habe ich dann noch den vierten Stuhl zur Serie gefunden. der wird auch noch bezogen; abgeschliffen und gestrichen ist er. Zusammen mit den beiden kleinen Stühlen, die im Schlaf- und im Gästezimmer stehen, haben wir jetzt sechs stilistisch passende Sitzgelegenheiten.

im obigen Bild übrigens mein neues Schwedisch-Wörterbuch zu sehen (für 5 Kronen im Löppis gekauft).

Und dann wird ein Tomatendach gebaut. Plan ist die Westseite des Waschhauses. Material wird zum Auswintern mitgebracht (also noch lange hin).

Neues Geschirr – ganz schön alt

Im Kupan …

… des Röda Korset in Västervik ist uns ein schönes und vielteiliges Tafelgeschirr über den Weg gelaufen. Und ich konnte nicht anders. Jetzt steht es in der Karlsborg.

Ja, ich weiß, … wir hatten ein schönes sechsteiliges Service von Winterling im Bestand, sogar mit Sauciere und Schüsseln, aber mir persönlich war das Design immer etwas zu sehr 80er für den alten Schwedenkotten. Bei den üblichen Besuchen in den Löpissar hab ich immer mal hingeschaut.

Das Geschirr sah mir zunächst nach industrieporzellan aus, erst dachte ich an etwas aus einem Krankenheaus oder der Gastro, aber dafür ist es zu zart. Letztlich scheint es mir ein lange benutztes und sorgsam gepflegtes Privatporellan (für die gute Stube geschont) zu sein.

Keine Schüsseln …?

Die scheinbar fehlenden Servierschüsseln („Wo haben die denn die Kartoffeln drin serviert?“) habe ich nicht gefunden. Aber der Vergleich mit anderen Angeboten und Fotos kompletter Tafelgeschirre sieht mir so aus, als ob der Schwede einfach keine Schüsseln kannte und kennt und – vielleicht wg. der pragmatischen Grundeinstellung der Schweden – einfach aus dem Topf serviert und derselbe aufgetischt wurde.

Aktuell warte ich auf eine Sendung aus Nürnberg, denn dort habe bei einem ähnlichen kleinen Veredler https://porzellan-im-hinterhof.de/, die fehlenden Servierschüsseln als Neuware (auch 2. Wahl) entdeckt.

Die sind im übrigen inzwischen angekommen (in Bremen) und werden passen:

Echt alt? Echt alt!

Beim Durchschauen des Services habe ich mehrere Stücke mit Stempel und viel ungestempelte gefunden. Interessanterweise finden sich zwei verschiedene Stempel.

Man kann die im internet finden: signaturer.se/Sverige/lidkoping.htm und z. B. http://www.ochs-schwetzingen.com/html/rosenthal-bodenmarken2.html.

Das passt auch zum wikipediaartikel zum Produzenten: https://sv.wikipedia.org/wiki/Lidk%C3%B6pings_porslinsfabrik.

Die Porzellanfabrik hat zunächst Rohgeschirr bzw. erstgebranntes Geschirr importiert und dann bemalt, neu gebrannt und so veredelt. Zunächst war das alles sehr schlicht und wurde erst später üppiger, ornamentaler und auch um eigene Schaustücke ergänzt. Anscheinend wurde nicht nur Weißgeschirr importiert, sondern auch fertiges. Anscheinend wurde auch in Selb bei der dortigen Rosenthal eine solche Blaurandlinie hergestellt und nach Schweden exportiert.

Beide Stempel lassen sich auf 1922 – 24 datieren. Das Geschirr ist damit fast 100 Jahre alt und passt ins Objekt.

Ich fände es schön, wenn wir auch diesen Teil des Karlsborg Inventars wie Verwalter betrachten und für die nächsten 100 Jahre bewahren könnten.

Übernahme Winterling

Das bisher genutzte Geschirr steht aktuell im Gästehaus, könnte in den Löppis oder von jemand anderen benutzt werden.

Geprüfte Wanderrouten in und um Västervik

Auf www.vastervikoutdoor.com/vandring sind einige kurze und lange Wanderrouten um Västervik zu finden. Den Gladhammarslederna können wir dabei wärmstens empfehlen.

Im Herbst 2021 haben wir diese Wege getestet:

Vindåsen und Hulohamn

Zum einen einen schönen Weg in der Nähe von Loftahammar: https://www.vastervik.com/produkt/vindasenhulohamn/. Der ist (mit den beiden Teilstücken) auch kinderbegehbar, bietet einige schöne Pausen- und Ratsmöäglichkeiten und ist (bzw. war das zumindest im September) pilzträchtig.

Ankarsrumslingon

Als zweiten weg haben wir die Ankarsrumschleife des Tjustledens gemacht. Dieser Weg ist auch in der Terrängkartan eingezeichnet. Gestartet sind wir beim Coop (mit gekauften Lördagsgodis) und konnten daselbst danach auch unsere Fahrräder wieder abholen (nachdem wir uns noch ein Literchen Milch und etwas zum Schnabulieren gekauft haben.

Der Weg findet sich auf der Seite mit dem Gladhammarleden und heißt Ankarsrumsslingon: https://www.vastervik.com/produkt/gladhammarslederna/ (linke Seite der Karte). Der Weg führt zu einem tollen Wasserkraftwerk mit einer irre langen und sehr großen Wasserleitung aus Holz. Sehenswert!

Wie funktioniert Mülltrennung?

Heute auf dem Weg zum Bahnhof wollten wir schnell noch unseren Restmüll an der Tonne vorbeibringen. Leider mussten wir feststellen, dass sowohl unsere als auch die der Hildersborger bis oben hin voll war. Dies ist im wahrsten Sinne des Wortes Scheiße (Tschuldigung 😉 ), weil der kleine Muckla nunmal noch Windeln trägt.

Wie auf dem Bild schon deutlich zu erkennen, befinden sich in der Tonne Wertstoffe (Dosen und Flaschen), die dort nicht hingehören.

Die Fahrt mit der Smalspårsjärnvägen sowie der Tag in Västervik war schön , aber dazu mehr in einem anderem Beitrag.

Auf dem Rückweg haben wir dann die ersten fremden Säcke mitgenommen um wieder etwas Platz für unseren Restmüll zu schaffen. Beim Öffnen der Müllsäcke eröffnete sich dann das ganze Ausmaß. Der vermeintliche Restmüll bestand zu 80% aus Wertstoffen. Daraufhin hat Herr Henriksson auch noch den restlichen Müll geholt und sortiert.

Im folgenden Bild ist die Wertstoff-Ausbeute zu erkennen. In der Mitte befindet sich der restliche Restmüll. Wahrscheinlich befinden sich hier auch noch weitere Wertstoffe, aber irgendwann wurde es dann auch nicht mehr so schön.
Auf 9 Uhr: Schwedische Einweg-Pfandflaschen. Diese können in jedem Supermarkt wieder zurückgegeben werden. Meistens steht hierfür ein Automat bereit.
Auf 10:30 Uhr: Tetra-Packs. Hier wird es etwas komplizierter: Die Deckel kommen in den Kunststoffmüll. Der Kartons in den Papiermüll.
Auf 12 Uhr: Plastikverpackungen. Diese werden im Kunstoffmüll entsorgt.
Auf 2 Uhr: Dosen. Hierbei handelt es sich um zum großen Teil um schwedische Bierdosen, die wie auch die Einweg-Pfandflaschen zurück zum Supermarkt gebracht werden.
Auf 4 Uhr: Glasflaschen. Auch hier etwas komplizierter: Es wird nach Farben sortiert entsorgt.
Auf 5 Uhr: Gemüse-/Obst: Solange es nicht schimmelt, kann es gegessen werden. Ansonsten wird es kompostiert. In diesem Fall war alles noch gut erhalten. Wir verzichten dennoch, weil es neben so einigen Zigarettenkippen gelegen hat.
Auf 7 Uhr: Kartonage. Wird auch im Papiermüll entsorgt.

Die Wertstoffe werden auf dem Wertstoffhof entsorgt. Diese sind überall in Schweden zu finden. Einen gibt es auch in Ankarsrum.

Außerdem wurden zwei Würfel gefunden. Diese werden gereinigt und der Karlsborg Spielesammlung hinzugefügt.

Am Ende ist die Karlsborg Tonne fast leer und wir haben wieder ausreichend Platz für die Muckla-Windeln. 🙂

Ich hätte nie gedacht einmal zum Mülltaucher zu werden, aber das ging einfach mal gar nicht. Mal sehen, evtl. schaue ich mir morgen auch nochmal die andere Tonne an.

Viele Grüße
Herr Henriksson

Endlich ein Lebenszeichen

Nach genau einer Woche in der Karlsborg nun endlich auch ein Statusbericht von Prillan, Herr Henriksson und dem Kleinen Muckla! Die Tage sind – wie immer hier – verflogen und haben wettertechnisch alles für uns bereitgehalten: Ankunft bei Sonnenschein, dann Sonne mit ordentlicher Brise, es folgte wechselhaftes Sonne-Wolken-Regen-Spiel, das heute in einem ziemlich durchregneten Tag gipfelte. Wobei, das trifft es nicht so ganz! Eigentlich waren es viele aneinander gereite, sintflutartige Schauer, die die Regentonnen im Nu wieder überlaufen ließen. Die waren nämlich schon fast leer und der Regen somit sehnsüchtig erwartet. Schon Mittwoch wurden uns Gewitter und ordentlich Wasser vom Himmel angesagt und was wurde draus? Nix, denn das Wetter war eigentlich den ganzen Tag richtig gut bis auf ein paar Tropfen am Nachmittag – so eine Enttäuschung! Zum Glück stimmte die Vorhersage von heute dann doch und es ergossen sich Sturzbäche vom Himmel, die große Pfützen auf dem Kies hinterließen, den Weg in einen kleinen Bach verwandelten und den Wasserstand im Vasgöl um ca. 2cm anstiegen ließ (Ja, wir erfüllen voller Eifer die Aufgabe, die Wasserstandmessungen lückenlos fortzuführen!).

Alles in allem also ein erfolgreicher Tag, wenn einem auch unwillkürlich die Bilder aus NRW etc. in den Kopf schossen. Aber – Entwarnung! – wie angesagt, endete der Tag in einem recht sonnigen Abend. Aber holla, ist es abgekühlt! Wieder so ein Glück, denn heute konnte endlich die Carolina angeschmissen werden, um das Abendessen zu kochen! Vorher hat die Wärme doch eher dazu eingeladen, etwaige Verstärker derselbigen lieber zu lassen. Nach dem Bau einer Muckla-sicheren Barriere in die Küche, ein bisschen Rauch und ordentlichem Durchlüften lief dann auch alles wie am Schnürchen und wir genossen ein paar leckere Nudeln mit (im strömenden Regen, ja, mir lief das Wasser beim Bücken vom Rücken in die Hose!) frisch geerntetem Mangold – yumyum. Gegen den explodierenden Salat kommen wir kaum an, aber wir – vornehmlich ich – essen fleißig jeden Abend davon – gibt ja auch gleich ein viel besseres Gefühl, wenn man etwas Grün zu sich nimmt. Fotos vom aktuellen Zustand folgen!

Der Muckla hält uns ordentlich auf Trapp, bewegt sich auf dem gesamten Gelände aber überraschend sicher. Den Radius ohne uns hat er nach und nach erweitert und auch wenn man natürlich ein Auge auf ihn haben muss, ist es längst nicht so stressig, wie erwartet.

Der Kleine Muckla auf Entdeckungstour

Im Gegenteil: die Erkundungstouren mit Kind lassen einen über die Karlsborg-alltäglichen Dinge und Entdeckungen wieder neu staunen. So wurden schon so einige sehr interessante Tierchen entdeckt und neugierig beobachtet. Hier ein paar besonders schöne Exemplare (leider ohne Größenvergleiche, können bei Bedarf nachgeliefert werden).

Die Himbeeren sind heißbegehrt und werden täglich mehrfach besucht und eingefordert. Die sehen aber auch wirklich aus, wie aus dem Bilderbuch und schmecken tun sie auch!

Wir wechseln Ausflüge mit Ruhetagen ab – für den Muckla, aber auch für uns. Kleine Wanderungen mit der neu angeschafften Kraxe klappen gut und die fische Luft, die vielen Eindrücke und vor allem das Schaukeln führen zu sehr ungewöhnlichen Schlafzeiten und -posen bei Jonah.

In Västervik wurde beim ersten diesjährigen Besuch direkt ein ziemlich genialer Spielplatz gefunden und ausgiebig bespielt und neuer Lesestoff in einem netten Buchladen besorgt. Es wird besonders Gustavsson freuen zu hören, dass Muckla anscheinend einen extremen Hang zu allen Dingen, die fahren, haben – klar, Pettersson (hier gemint die Buchfigur) werkelt ja auch immer ordentlich mit Zahnrädern etc. herum. Das wurde beim Buchkauf gebührend berücksichtigt und nun lernen wir alle zusammen sämtliche Fahrzeugnamen auf Schwedisch. Die Smalsparet ist natürlich immer das absolute Highlight und wird mit begeisterten „Zug, Zug!“-Rufen und einem hektischen Laufen Richtung Gästehaus-Felsen begrüßt. Das Innere soll ja nun endlich in den kommenden Tagen auch mal besichtigt werden.

Morgen heißt es aber erst einmal wieder Ruhetag, nachdem wir heute den Regentag eigentlich ein bisschen im Schwimmbad im Västervik Ressort verbringen wollten, das aber ziemlich schnell abgebrochen haben, da man im Wasser kaum Platz gefunden hat (aber Hauptsache, es sind der Kinderbereich und die Umkleiden gesperrt, da dort der Abstand nicht gewährleistet werden kann – muss man nicht verstehen, aber eben auch nicht gut finden…). Alles in allem haben wir den Ausflug nach Västervik mit einem Einkauf und einem Besuch für Prillan im neuen RIESEN-Löppis aber dann noch gut genutzt und sind guter Stimmung wieder in der Karlsborg gelandet.

Ist ja klar: Regentag heißt volle Wassertonnen, heißt ein glückliches, entspanntes Huhn Prillan (, das ja sonst irgendwie immer denkt, dass wir alle an Wassermangel eingehen werden – nicht Trinkwasser, das haben wir ja genug… vielleicht dann an schmutzigem Geschirr, weil wir kein Regenwasser zum Abwaschen habe… man weiß es nicht so genau…Prillan übrigens auch nicht!)

Auf gehts also mit frischem Wasser in Woche 2 im kleinen Vasgöl-Wunderland für

Prillan, Henriksson und den Kleinen Muckla

alles & jede/r benötigt Struktur

Hier ein kleiner Tipp: die tägliche Wasserstandsmessung am Vassgöl.

08.07.2021: +115mm also ich will euch nicht langweilen, aber bis zum

19.07.2021: +88mm

ist der Wasserstand um 27mm abgesunken, dh. bei einer Fläche von 400m x 300m sind 324m³ abgeflossen bzw. verdunstet.

Nachstehend sehen wir den Wassermeister Gustavson mit seinem Gehilfen bei der Arbeit und auf dem Weg dorthin.

weitere Messergebnisse folgen und an die Bitte an folgende Karlsborganer die Messungen weiter zu dokumentieren!

Eine signifikante Wasserstandserhöhung durch badende Anwohner konnte aufgrund der Messmethode nicht ermittelt werden… 😉

Viele Grüße aus der Borg

Hej då Kerstin och Gustavsson

kopplar av, eller 42

1 Handtuch reicht!

es ist 22:38 und noch können wir das Spiegelbild des Waldes im Vassgöll sehen, ein leichter Dunst liegt auf dem See und es ist still. So still, dass man es hören kann – kein Mucks würde Pastevka sagen, aber wirklich keiner, und nicht nur heute, nein schon seit Tagen, eigentlich immer, nur sind wir nicht immer hier, so fällt das eben auf…

Sobald es etwas heller wird, geben die gefiederten Freunde alles, der Beamtenvogel fliegt kreuz und quer, die Natur gibt eben Vollgas, alle wissen der Sommer ist kurz.

Es ist warm und die dazwischenliegenden Regentage füllen die Tonnen und den See. Die Pegelstände der Talsperren im Harz wurden früher im Radio durchgegeben: „Okertalsperre – 32 Innerste -03… “ was das genau heißen sollte, wusste wohl nur der Eingeweihte. Ab morgen sind wir dabei: Vassgöll +-0 (10cm über Pfosten oder so ähnlich) gleich morgen mit dem Gliedermaßstab messen gehen und den Wasserstand dokumentieren…

Midsommar ist ins Wasser und „Covid“ zum Opfer gefallen, einzelne kleine Maibäume in Gärten mit Großeltern und Enkeln wurden gesichtet ansonsten, keine Partys.

Die grüne Hölle wächst…was ist Wildkraut und was ist die Schwarzwurzel, echt schwer auseinanderzuhalten, aber wir geben unser Bestes.. das Widerliche: „Ich schmeiß mich drauf und mach alles andere Platt-Kraut“, hat einen Namen “ Klettenlabkraut“ und es ist- hört hört – essbar! Eine Volksarzneipflanze, als Wildgemüse und in der Homöopathie verwendet (lt. Plinius dem Älteren: wirksam gegen Schlagen- und Spinnenbisse, Ohrenschmerzen und zur Blutstillung..der formhalber verweisen wir auf einen Beitrag bei Wikipedia. Aus den Samenkörnern lässt sich ein Kaffeeersatz herstellen, also Petersson ran an das Kraut!

Die bekloskie Tyskarna mit Mofa alias Gustavson – Brakelmann und Frau Schärstin mit Lastenrad und Bamse im Korb, wollten Milch, in dem so sehr angepriesen Coop Nära in Ankarsrum einhandeln, war aber nix..wenn EDV gehackt wird, gibst auch keine Milch…dann doch mit dem Auto nach Hjortet zum Landhandel..das Eis ist dort übrigens super lecker!

Wir kopplar av und geben zurück an die angeschlossenen Sender, Bilder folgen wenn wir Lust haben..

„Aus zweiter Hand …“ oder

Sigi Heinrich und Dirk Thiele …

Als das „Privat“-Fernsehen noch was Neues und irgendwie Aufregendes war, gab es logischerweise auch gleich (etwas tapsige) Versuche das journalistische und gleichzeitig unterhaltende Niveau der bekannteren Sportreporter des öffentlich-rechtlichen (also des richtigen Fernsehens) zu erreichen.

Wir wollen hier nicht von den medialen Gehversuchen eines Herrn Beckmann oder eines Uli Potofski berichten, die mit unglaublich häßlichen Klamotten in gnadenlos misslungenen Dekorationen erstmalig versuchten die schon leicht angeschlagene Quotenkuh „Bundesliga“ in ihrer Sendung „ran“ zu meucheln, sondern uns an die halten, die die etwas höher liegende Latte öffentlich rechtlicher Fachberichterstattung (heute werden dazu sog. Experten dazu gekauft, mit denen man mal Glück – Broich – oder richtig Pech -Schweini – haben kann) zu überspringen trachteten.

Die Referenz der eingekauften Privatesenderfachreporter lag höher. Das waren nicht nur der hier schon öfters zitierte Heribert Faßbender „Schönen guten Abend allerseits“ oder der noch nicht erwähnte Adi Furler „… Paul Schockemöhle reitet an … willig über Pulvermanns Grab … Nein, ein Abwurf, vier Fehlerpunkte, das Stechen ist verpasst …“ (Gääääähn beim zuschauenden 12 jährigen“ oder die unvergessene Klage „Behle, Behle, wo ist Behle …“ von Bruno Moravetz bei den olympischen Langlaufwettbewerben in Lake Placid. Nein, Vorbild und Maß waren die zahlreich kompetent-launigen Begleitungen mehr oder weniger spannender Wettkämpfe durch die Kollegen (Kolleginnen gab es da nur äußerst selten und in den entsprechenden Randsportarten), während diese Wettkämpfe stattfanden. Also „Live“ (was vielfach noch eine gesonderte Erwähnung in der Programmzeitschrift wert war).

Diese Liveübertragungen waren nun ein richtiger Angang. Fertige Bilder gab es wenige oder sie wurden als nicht ausreichend angesehen und nur dem beigemischt, was der Tross von ARD und ZDF am Veranstaltungsort produzierte und ins heimische Hamburg, Köln oder Mainz (Tagesschau, Sportschau, Aktuelles Sportstudio) übertrug. Das war teuer und manchmal gut.

Als nun die Herren Heinrich und Thiele beim werbefinanzierten und finanziell schwach bestückten Sender Eurosport anheuerten und dort Stadionflair verbreiten sollten (vor allem bei dem Quotenbringer Leichtathletik) gab es erstmal zwei Sachen: kein Geld und keinen Apparat. Das Geld ging für Sendetechnik und Herrn Kirchs alte Spielfilme drauf und einen Apparat aufzubauen, ging auch nicht so aus der Lameng.

Womit wir dann langsam zum Punkt kommen: die Lösung des Problems war einfach. Sigi und Dirk mussten a) alles und alle kommentieren (also jede Sportart und jedes Ereignis) und sie machten das b) aus einem Wanzstudio in München, wo die beiden Recken mit Proviant und Getränk versehen vor Minimonitoren saßen und direkt kommentierten, was da via bereitgestellter Bilder (heute würde man sagen „Feeds“) über den Äther versendet wurde. Und sie mussten das c) unendlich lange machen, denn es wurde rausgeballert, was kam und das stundenlang – war ja bezahlt. Live 2. Ordnung sozusagen.

Das als Ergebnis dieses infernalischen Dreiklangs Qualität und Informationsgehalt sehr unterschiedlich ausfielen und sich asymptotisch echt schnell einer Null-Linie näherten, kann man sich vorstellen – schließlich war der Kommentar hier wirklich live. Und das ohne das die beiden wussten, was da denn jetzt genau gezeigt werden würde. Das Ergebnis war um so schlimmer, je fachkundiger das Publikum an den heimischen Bildschirmen war, denn die beiden waren nicht nur überfordert und am A… ch, nein, die waren sich auch noch für keinen Kneipenspruch zu schade. Zotig-ranzige Sprüche über die körperlichen Merkmale muskelbepackter Sprinterinnen, Unkenntnis von Regelwerk und Modalitäten der übertragen Sportart, selbst-verliebtes Schwadronieren über das, was man alles schon gesehen habe und das „das da heute nun wirklich nichts sei“ füllten manche Sendestunde und brachte Zuschauer und vor allem Zuschauerinnen dazu wütend in die Sofalehne zu beißen.

Anyway: Sigi rules ok …

Aber – und das bleibt der Verdienst dieser hart arbeitenden Proletarier des Sendebetriebs – es wurden Bilder zur Ansicht gebracht, die das arrogante öffentlich-rechtliche einer Ausstrahlung nicht würdig fand., z. B. weil kein doitscher Athlet in der Disziplin vertreten war. Und das bleibt etwas über den Tag hinaus.

Und so will ich in Nachfolge von Herrn Heinrich und Herrn Thiel (oder Sigi und Dirk) den Versuch machen, nicht gesehenes zur Ansicht zu bringen und aus der Ferne die Erlebnisse von Bamse, Frau Kerstin und Herrn Gustavsson wenigstens in Ansätzen publizieren.

Grün war es. Warm war es bei der Ankunft. Dann regnete es. Wir ihr seht, waren die Kartoffeln gut im Saft, während anderes Gemüse sich hilfesuchend den helfenden Händen der Anreisenden entgegen streckte.

Gebaut wurde auch. Die in Bremen angefertigten Einbauschränke wurden lot- und waagerecht angebracht (und vermutlich auch gleich befüllt). Der Regen wurde weniger und der mitgebrachte Relaxsessel an der Schaukel zum Einsatz gebracht. Muss richtig nett sein, jedenfalls den euphorischen Mitteilungen der Hauptinsassin nach.

Sieht gut aus. Muss vor dem Midsommarfest gewesen sein. Da warten wir nun aber unbedingt auf O-Töne.

Sport und Spiel

So. Und um zum Anfang zurückzukehren: Sport gab es auch. Davon gibt es aber nur ein Standbild eines imposanten Filmes. Und – eingedenk der oben genannten Verdienste der beiden Helden ein Transskript eines möglichen Kommentars:

D.T.: „Das Wetter ist prächtig, wie immer in – äh Dings – Värmland. Nicht, Sigi, da warst Du doch schon mal.“
S.H. „Ja, Dirk, 1958 waren wir da bei den offenen schwedischen Ruderbootmeisterschaften. Das war in der Nähe von Oslo, dieser finnischen Großstadt an – halt dich fest – irgend so einem Meerbusen – haha, das war schon was. Aber da waren wir ja auch noch jung.“
D.T: “ Oh ja, Sigi, das kann ich mir vorstellen. Da freuen wir beide uns doch schon mal auf die Damenwettbewerbe morgen an dieser Stelle. Gerade wen die Babaradnikowa auf das Brett steigt. Das macht immer Freude, wenn die irgendwo drauf steigt …“


Eurosportlogo – * Werbeblock * (irgendwas mit Seife und dann Kinderspielzeug. Am Schluss ein Spot von Faber Lotto oder Lotto Faber). Dann wieder das animierte Eurosportgedudel mit Logo

S.H. „Zurück zum Sport. Unser Held, der Teilnehmer aus Bahrein oder Quatar oder so biegt auf die Zielgrade ein, man sieht die Anstrengung im Gesicht des Wüstensohns. Nun ist das Paddeln den Beherrschern der Oasen ja auch nicht in die Wiege gelegt. Aber dafür müht er sich redlich.“
D.T.: „Jetzt ist er endlich durch, eine Zeit von 6:34 oder 4:63, ich kann die Anzeigetafel nicht erkennen. Aber für einen Platz in der zweiten Runde sollte es reichen, das heißt wir sehen uns – wie auch Sie, liebe Zuschauer – hier morgen wieder. Bei ihrem Sender mit Herz und Schnauze. Sigi, zum Schluss noch ein Resümee …?“
S.H. „chhrrrrr, chrrrrr …. schmatz“
D.T. „Danke Sigi, und zurück zur Werbung.“

Har ni bra, Herr Gustavson,

hälsningar från Herr Pettersson