das Brot backen ist eine schwedische Selbstverständlichkeit
Im Einzelhandel gibt es deshalb viele verschiedene Brotmehle, teilweise auch Backmischungen und „self-raising flour“. Roggen-, Weizen- und auch Dinkelmehl gibt es in größeren und kleineren Packungen. 2 kg sind ganz normal und lassen sich auch schnell verbrauchen.
Statt Sauerteig: Brot mit Vorteig oder langer Gärung
Ich backe in der Karlsborg in der Regel mit Hefe. Die Trockenhefe gibt es für Brot in einer gelben Packung mit blauer Aufschrift (für süße Sachen: gleiche Packung mit roter Schrift). Und normalerweise ist davon auch was im Vorrat.

Damit das Brot lagerfähig ist und herzhaft schmeckt, nutzt man gerne eine leicht gesäuerte Variante eines Hefevorteigs. In vielen Rezepten heißt dieser Vorteig „Poolish“. Dabei wird ein nortmaler Vorteig angerührt und bei geringerer Temperatur 10 – 20 Stunden (manchmal kühl) geführt.
Ich stelle den meist über Nacht in den Erdkeller, dann kann am nächsten Morgen gebacken werden.
Viele Rezepte findet Ihr im Internet: Ich nutze oft als Quelle Petras Brotkasten oder den Plötzbrot-Blog. Auch Bäckermeister Süpkes Rezepte funktionieren super.
Das Brot wird locker und luftig. Es mag Euch für den kleinen Backofen zunächst etwas arz emaillierten Form, dann passt es.
Ein Beispielrezept ohne Vorteig
In Petras-Brotkasten findet Ihr hier (mit Dank für die vielen tollen rezepte) ein hervorragendes Brot, das nur Zeit, aber wenig Getüdel erfordert. Man kann dieses Rezept als Ausgangspunkt nehmen und vielfach variieren.
Quelle ist: http://www.petras-brotkasten.de/Brotancienne.html#Ancienne
Hier die Zutaten und die Karlsborg angepasst Zubereitungsart.
765 Gramm Weizenmehl (gerne etwas gröber, aber sonst, was eben da ist)
2 1/4 Teel. Salz
1 3/4 Teel. Trockenhefe für herzhaftes Gebäck
540-580 ml kaltes Wasser
werden 4 – 8 Minuten zu einem geschmeidigen (und vermutlich leicht klebrig ausfallenden) Teig geknetet. Die große Plastikschüssel, ein Kochlöffel und am Ende die Hände werden benötigt. Zupft den Teig, nehmt etwas Mehl oder feuchtet die Hände an, damit nicht zuviel kleben bleibt.
Dann ruht der Teig erstmal ein Stunde bei Zimmertemperatur und geht danach in den Erdkeller (in die Kiste, denkt an die Mäuse!). Wenn Ihr die Teigkugel in etwas Öl herumsausen lasst, klebt die nicht so an der Schüssel. Ist aber auch egal.
Im kühlen Keller bleibt er mindestens über Nacht, 24 Stunden ist besser.
Danach kommt er raus und geht an der Herdseite oder einem andern warmen Platz 3 – 6 Stunden. Die Zeit ist nicht so wichtig. Wichtiger ist, der Teig soll das Volumen mindestens verdoppeln.
Dann holt ihn mit dem Teigschaber auf die bemehlte Arbeitsfläche. Vorsichtig, denn ds Gas soll nicht entweichen und die Struktur der Teigfasern möglichst erhalten bleiben.
Dann VIEL Mehl an die Hände und mit vorsichtigen, schaufelnden Bewegungen den Teig in Form bringen. Der Teig klebt immer noch, das ist richtig!

Im Wärmenest zum zweiten gehen.

Ich habe im Beispiel die Teigmenge in etwas längliche Form gebracht und mehrfach verdreht. Ihr könnt auch zwei Baguettelaibe formen oder zwei Kugeln. In der schwarzen Backform kommt der Teig auf einem Mehlschleier zu liegen, auch Gries geht gut.
Der Teig geht noch einmal 10 – 20 Minuten
Dann in den Ofen und für gute Hitze sorgen (also die untere Ofentür auschieben oder einen Spalt offen lassen).
Mit Wasser, das in den Ofen gekippt wird (50 ml reichen) schwaden und zügig backen. Nach 10 Minuten vielleicht einmal die Form umdrehen.
Backen bis das Brot hohl klingt und gut gebräunt ist.

Ihr könnt die Mengen auch gerne halbieren.
Ich hab so einen Teig auch schon mal mit halb so langer Gärung gebacken. Das ging auch, wurde dann aber naturgemäß etwas fester (mehr so wie ein Oberländer Graubrot). In ähnlicher Weise wirken sich andere Mehle aus. Probiert und versucht Euer Glück.
Und noch ein Hinweis. Nehmt den Teig, so wie er ist. Nicht wie beim Deutschen Hefezopf mit Mehl und Wasser arbeiten, bis er „nicht mehr klebt“ und „glänzt“ (das liegt da an dem beigegebenen Fett, übrigens).
Brotteig, vor allem alles helle, weißbrotige ist oft eher feucht. Arbeitet mit viel Mehl an den Händen und behandelt den Teig wie eine „junge Katze“, vorsichtig hochheben und immer mal hier unterfassen und zupfen und da.
Ich finde backen nach Rezept total interessant und spannend, aber manchmal muss man eben das nehmen was noch da ist und akzeptieren, dass das rauskommt, was rauskommt. Und das ist beim Backen in der Karlsborg oberstes Gebot.
Und dann wird das meistens was!