Ordnung im Haupthaus

Damit die nachfolgenden Besucher (Männer, Frauen und alles dazwischen und außerhalb) die Karlsborg verzugsfrei nutzen können, hat sich ein Ordnungssystem als nützlich herausgestellt.

Küche im Haupthaus

Die ersten beiden Fotos zeigen das Geschirr im Hängeschrank über der Arbeitsfläche mit der Spüle. Das dritte Bild den Schrank unterhalb der Arbeitsfläche. Hier finden sich Konserven und leere Gläser fürs Marmeladen kochen oder mäusesicheres einglasen von Gewürz und Knabberkram.

Das vierte Foto zeigt den oberen Teil des Schranks neben dem Gasherd und das Regal an der Tür. Hier finden sich Kaffee und Tee. Bild vier zeigt den Topfschrank, Bild fünf das Regal an der Wand zum Gästezimmer.

Unter der Arbeitsfläche am Fenster stehen ein paar Alukisten mit Koch- und Backzutaten. Hier haben wir auch die Küchenwaage, den Fleischwolf und eine große Emailschüssel untergebracht.

Die Schubladen unter der Spüle enthalten bestecke, Küchenhelfer und Beutel aller Art. Die Bilder zeigen sie von oben nach unten. Das letzte Bild mit Geschirrtüchern und Wischlappen zeigt den kleinen schmalen Schrank links außen.

Ohne Bilder sind noch der dreieckige Schrank in der Küche (Essgeschirr und Schüsseln) sowie der Unterschrank ebenda: Tupper und Plastikschüsseln. Der Schrank neben dem Hoilzherd mit Feuerholz und Holzbriketts ist selbst erklärend

Als vorläufig letztes Bild: der Büroteil des Wohnzimmerschranks. Der blaue Ordner enthält die Gebrauchsanleitungen aller Geräte, soweit wir sie zur Verfügung haben.

Kann jeder, schmeckt allen

Das Rezept

Für den kleinen Haushalt die Hälfte nehmen!

  • 500 g di farina di tipo2
  • 500 g di farina di semola di grano duro integrale
  • 1-2 bustine di lievito disidratato
  • 500 – 700 ml di acqua
  • Un pizzico di sale
  • Un cucchiaino di miele
  • 3 rametti di rosmarino
  • 3 piccole patate lesse del giorno precedente (o una grande …)
  • 50 ml di acqua
  • 50 ml di olio evo
  • 1 rametto di rosmarino
  • 12 mezzo pomodorini

Das Mehl und den Gries mischen, die Trockenhefe für salziges Gebäck (=blå) in lauwarmen Wasser mit Honig auflösen, die Kartoffeln mit der Gabel zerdrücken und alles dann mit Salz, etwas Olivenöl, Rosmarin zu einem eher feuchten, leicht klebrigen Teig verarbeiten. Fangt mit 700 ml an, behaltet 200 ml Wasser zurück und gebt eher etwas nach. Wer sich wohler fühlt, kann gerne aus Wasser, Honig, Hefe und etwas Mehl einen Vorteig machen und die Hefe 30 Minuten auf Touren kommen lassen.

Den Teig laaaaange, küüüühl gehen lassen (6 Stunden Minimum, ich lass ihn hier auch mal über Nacht im Erdkeller).

Dann rausholen, in der Wärme 30 Minuten ankommen lassen, aus der Schüssel in die Form geben und dabei nur wenig durcharbeiten (ganz vorsichtig, denn Ihr wollt die Gasblasen nicht komplett aus dem Teig drücken) und eine Stunde gehen lassen.

Im heißen Ofen abbacken (vorher noch die halben Kirschtomaten mit der Schnittfläche nach unten drauflegen, Rosmarin und grobes Salz, mit Olivenöl beträufeln). Und hinein.

Zweimal Wasser einschießen und schwaden (also 1/2 Tasse Wasser in den heißen Ofen, der aufsteigende Dampf mach das Brot locker und knusprig). Denkt an die gute Hitze in der Karolina (Tür zum Aschefach einen Spalt auf, Holz nachlegen) und lasst die Focaccia goldbraun werden. 2 x 20-30 Minuten (mit einmal drehen der Form) müssten gut reichen.

Nach dem Rausholen legt ein feuchtes Geschirrtuch auf die Form, damit die Focaccia knusprig wird. Schaut, ob das Olivenöl reicht, kurz abkühlen lassen, Rotwein und Gläser einpacken und ….

giù per la spiaggia*

*(was ja hier heißt „runter zum Steg!“)

Voll langweilig – Teil 5

Sauerteigbrot und Zimtschnecken

Ich habe ein Sauerteigbrot aus Bremen und einen Sauerteigansatz mitgebracht. Einige kennen das Sauerländer Mengbrot bereits, ich habe den Teig auch in der Karlsborg gemacht und in dem nicht ganz so heißen Backofen der Karolina gebacken. Alles ging gut, das Brot ist feucht und schön säuerlich, hält sich jetzt schon eine Woche und schmeckt trotz der etwas geringeren Temperatur des Ofennd und folgerichtig etwas weniger Kruste ganz ausgezeichnnet.

Der Sauerteil steht im Gaskühlschrank und freut sich auf den nächsten Einsatz.

Das Rezept für Sauerländer Mengbrot (Karlsborg Edition)

  • 600 g Roggenvollkornmehl
  • 300 g Dinkelmehl (gerne Vollkorn, muss aber nicht)
  • 100 g Weizen
  • 25 -30 g Salz
  • 500 g nicht zu festen Sauerteig
  • bis zu 625 ml Wasser

Den Teig gut vermischen (ist eher feucht, Kochlöffel!), 3 Stunden gehen lassen, danach in die gefettete und mit Mehl ausgestreute Backform (den sonst verwendete Gärkorb hab ich gelassen) und dort 1 Stunde gehen lassen.

In den Ofen, gut einheizen. Anstatt der üblichen 65 Minuten war das Brot im Holzofen fast 120 Minuten drin. Beendet das Backen nach Gefühl (beim Klopfen muss das Brot schön hohl und tief klingen).

Und Süßes geht auch immer (wenn der Ofen doch eh‘ an ist)

Die Zimtschnecken hab ich vor dem Brot gebacken. Die Gehzeit will genutzt sein.

Voll langweilig, eben!

Voll langweilig – Teil 3

Früchte, Beeren, Pilze

Im Schwedensommer kann man entweder selbst anderen zur Speise dienen (Bremsen, Mücken, Zecken) oder sich mit Chance aus Wald und Wasser was zu schmausen organisieren.

Bei unserem ersten Spaziergang haben wir eine hübsche Auswahl an Pilzen gefunden, Direktverzehr an Kirschbäumen praktiziert und ein Eimerchen Blaubeeren gesammelt. Das war mehr als erwartet.

Ich bin ja eher für Nahrungsmittel, die nicht weglaufen oder wegschwimmen, mehr so Sammler als Jäger und wäre in der neolithischen Horde vermutlich für dunkle Warnungen und kryptische Prophezeiungen zuständig. Allerdings bei gleichzeitig großem Appetit auf lecker Braten, ohne mich jetzt zwingend an Höhlenbärhatz (zu groß, zu viel Zähne), Hasenjagd (vorne zu schnell, hinten zu kurz) oder einer virilen Auseinandersetzung Mann vs. Auerochse (deutlich zu viel Horn am mir zugewandten Ende) zu beteiligen. Intellektueller, halt.

Dafür kann es veredeln. Z. B. die Pilze mit Spiegelei zur leckeren Zwischenmahlzeit (ohne Bild) oder die Blaubeeren zur smakeligen Marmelade mit geerbtem Gelierzucker von Anno Muff. Ging aber.

Ansonsten wurde auch das Rentnerbeet geplündert, was lecker Salat ergab.

Voll langweilig, eben.

Ab morgen wird es langweilig. Oder: Mind your speed

Die eigene Geschwindigkeit finden ist hier nötig. Und alle schönen Sachen wurden bereits gemacht …

… so könnte man meinen, denn nach 1 1/2 Tagen in der Karlsborg kann bereits hinter almost alle Aktivitäten ein geziemender Haken gemacht werden. Aber berichten wir der Reihe nach.

Ankomst! Dienstag

Unsere Anreise verlief entspannt. Wilma bewegte sich altersangemessen zunächst nach Travemünde (am 13.7.), enterte zusammen mit Beifahrerin und Proviantmeisterin Dagmi sowie Fahrer Ralf das Fährschiff (gefühlt als zwei von 30 Passagieren und eins von 10 Pkw, einschl. WoMos) und erreichte die schöne Stadt Mamlö (Copyright bei Ruscha) plangemäß morgens um 7:00.

Daselbst wurden wir kontrolliert. ALLE! Und Jede*r! Freundlich im Ton, aber hart in der Sache. Wohin? Warum? Wie lange? Wo noch mal genau hin? Wie lange noch mal genau? Und ist das jetzt Euer Haus? Oder ist das gemietet? Und wo war das noch mal? – Als versierten Krimisehern fiel (Präteritum!) die Methode natürlich sofort auf. Lügen wiederholen und den Überblick behalten ist schwierig, hier bringen Nachfragen schnell die nackte Wahrheit (und den etwaigen Versuch, diese zu verbergen) an den Tag.

Klassische Taktik: selektiver Umgang mit den Fakten. Alles, was man sagt muss stimmen, aber man muss ja nicht alles mitteilen.

Dialogbeispiel: „Und, habt Ihr Alkohol und Tabak dabei?“ Antwort: „Tabak haben wir nicht mit …“ (stimmt!) „… aber ein paar Bier … “ (stimmt auch!) (den anderen Kram muss man ja nicht offensiv erwähnen).

Das Ergebnis des ersten Kontakts mit der schwedischen Staatsmacht war befriedigend: Freundliches Winken, schöne Fahrt und ab.

Danach ging es – unterbrochen von einer kleinen Fikapaus mit sehr zutraulichen Dohlen – geschmeidig Richtung Karlsborg. Einkauf in Älmhult eingeschlossen. Nicht unterschlagen werden soll die zweit Begegnung mit offiziellen Stellen. Wir eierten durch die Landschaft als uns ein Polizeiwagen erst entgegenkam und dann im Rückspiegel auftauchte.

Mittels einmal Weihnachtsbaum wurde der Kontaktwunsch verdeutlicht und hergestellt. Nach einer Kontrolle der Fahrzeugpapiere und der inquisitorischen Wiederholung bereits gestellter Fragen: Wohin? Warum? Wie lange? Wo noch mal genau hin? Wie lange noch mal genau? Und ist das jetzt Euer Haus? Oder ist das gemietet? Und wo war das noch mal? fiel der schönste Satz des Tages, der gleichzeitig und mottogebende Satz für meinen Aufenthalt sein soll: „Mind your speed“.

Gemeint war natürlich die des Autos, aber ich denke mir, da ist noch mehr rauszuholen. Am Rande: der Hinweis war aber auch als solcher völlig richtig!

Gegen 14:00 erreichten wir die Karlsborg, In Norrhult kam uns ein winkender Axel auf dem Moped entgegen, befasst mit Postangelegenheiten – wenig erfolgreich und Gebäckdingen – sehr erfolgreich und ganz offensichtlich bester Dinge.

Anschließend folgten Kaffee, Kuchen, Übergabe eines PICOBELLO geputzten Anwesens, Reste packen, Verabschieden. Allgemeine Begehung des Geländes, ein erstes Seebad und ein schöner Abend mit Kartoffelsalat, Kotelett und Terassenofen beschlossen den Tag und sorgten für Haken 1, 2 und 3 auf der Attraktionenliste.

Abhaken Teil 2. Mittwoch

Schlafen. Ruhe. Richtige Ruhe. Also Stille. Kein Krach! Schweigen. Im Wald und auch sonst. Richtig Pennen! Wachwerden, wenn man ausgeschlafen hat und nicht wenn das Klickern im Kopf einen raushaut. Schön. = Haken 4.

MoMo (=morgen Mobilisierung). Bewegung. Gemessen und mit Schwung. Vor dem Frühstück. Schwimmen im See, dehnen und drehen. Treiben und Schauen. = Haken 5.

Kochkaffee trinken, labern, sitzen. Den Tropfen eines Landregens zusehen. Buch lesen. Rausgucken. Zuhören. Zusehen. Wie nichts passiert (und alles). = Haken 6

Spaziergang: Walderdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren, wilde Kirschen schmausen. Pilze finden (nicht: suchen!). Durch das Moos stiefeln. Bremsen klatschen. Häuser anschauen. Alte Felder und Wiesen ansehen. Horchen auf die Echos aus längst vergangenen Zeiten. = Haken 7 – 11.

Zurückkommen, Pilze putzen, aus 650 g Heidelbeeren Marmelade kochen, wieder schwimmen, Kaffee trinken, Knäckebrot mit Butter und Käse essen.

Dann irgendwann Sauna anheizen. Schwitzen, während draußen ein Gewitter grummelt und dicke Tropfen Xylophon auf dem Wasser und Marimba auf dem Blechdach spielen, in der Pause Hefe trinken.

Danach Salat schnibbeln, Abendbrot essen, Filmjölk mit der Blaubeermarmelade naschen, lesen und beim Schreiben merken, wie es langsam dunkel wird. = Haken 12 – 20.

Und was kommt jetzt …?

Sagen wir mal so: war schön gewesen, gerne wieder. Machen wir nochmal.

Und sonst: jetzt geht es erst richtig los. Smalsporet, Gamleby, Västervik, Fahrrad, mehr Pilze, mehr Obst und alles, was sonst noch Spaß macht, hier in Pipi Langstrumpfs Schweden (oder besser in Astrid Lindgrens Land).

Kanelbullar für alle

Die gemeine Zimtmolluske ist ein Klassiker.

Auch bei LowCarb kann man mal reinhauen.

Für den Teig:
150 g Butter oder Margarine
500 ml Milch
50 g Hefe
150 g Zucker
1 TL Salz
1 TL Kardamom, gemahlen
1000 g Mehl (Weizenmehl)

Für die Füllung (ich verdoppel die Menge immer), wird dann saftiger, das Schneckchen):
75 g Butter oder Margarine
100 g Zucker
1 EL Zimt
1 Ei(er), zum Bestreichen
Zucker

Zubereitung

Margarine schmelzen. Milch hinzufügen und auf ca. 37°C wärmen. Die Hefe darin auflösen und Zucker, Salz, Kardamom und fast das ganze Mehl hineinrühren. Den Teig kneten, bis er geschmeidig wird. (falls nötig: mehr Mehl hinzufügen)

Teig mit einem Handtuch abdecken und ca. 30 – 40 Minuten aufgehen lassen. Den Teig auf einer mehligen Arbeitsfläche durchkneten und in drei Teile teilen. Jeweils eine dünne, rechteckige Fläche ausrollen und mit flüssiger Margarine (Raumtemperatur) bestreichen. Zucker und Zimt mischen und den Teig damit dick bestreuen.

Ich packe alle Zutaten in einen Topf und lasse sie an der Herdseite schmelzen. Und die Menge verdoppel ich (siehe oben).

Zu einer Wurst rollen und in ca. 3-4 cm dicke Scheiben schneiden.

Die Stücke mit der geschnittenen Seite nach unten auf das Backblech legen. Den Teig so noch einmal aufgehen lassen (wird in 30 Minuten ungefähr doppelt so groß). Die Kanelbullar (Zimtschnecken) mit geschlagenem Ei bepinseln und mit Zucker bestreuen. Auf der mittleren Stufe im vorgeheizten Backofen bei 250-275° etwa 5 – 8 Minuten backen. Unter einem Handtuch abkühlen lassen.

Karlsborg spezial

Das Teig kneten ist in der Karlsborg Handarbeit. Eine große Schüssel hilft. Die Zutaten nach Rezept da rein und kräftig mit einem Kochlöffel und danach per Hand durch walken. Und keine Panik: jeder Hefeteig klebt zunächst, einfach weiter machen, und erst, wenn nach zwei Minuten nichts passiert noch mit Flüssigkeit oder Mehl nachjustieren.

Zum Backen wird Frau Huskvarna (Carolina für Eingeweihte) in der Küche kräftig eingeheizt, dabei in der unteren Tür den Schieber für den Luftzug öffnen oder die Tür einen Spalt auflassen. Und dann backen nach Gefühl. Perfektionistinnen drehen das Backblech oder die Auflaufform nach der Hälfte der Zeit einmal rum.

smaklig maltid …

Brot backen mit Carolina

das Brot backen ist eine schwedische Selbstverständlichkeit

Im Einzelhandel gibt es deshalb viele verschiedene Brotmehle, teilweise auch Backmischungen und „self-raising flour“. Roggen-, Weizen- und auch Dinkelmehl gibt es in größeren und kleineren Packungen. 2 kg sind ganz normal und lassen sich auch schnell verbrauchen.

Statt Sauerteig: Brot mit Vorteig oder langer Gärung

Ich backe in der Karlsborg in der Regel mit Hefe. Die Trockenhefe gibt es für Brot in einer gelben Packung mit blauer Aufschrift (für süße Sachen: gleiche Packung mit roter Schrift). Und normalerweise ist davon auch was im Vorrat.

Damit das Brot lagerfähig ist und herzhaft schmeckt, nutzt man gerne eine leicht gesäuerte Variante eines Hefevorteigs. In vielen Rezepten heißt dieser Vorteig „Poolish“. Dabei wird ein nortmaler Vorteig angerührt und bei geringerer Temperatur 10 – 20 Stunden (manchmal kühl) geführt.

Ich stelle den meist über Nacht in den Erdkeller, dann kann am nächsten Morgen gebacken werden.

Viele Rezepte findet Ihr im Internet: Ich nutze oft als Quelle Petras Brotkasten oder den Plötzbrot-Blog. Auch Bäckermeister Süpkes Rezepte funktionieren super.

Das Brot wird locker und luftig. Es mag Euch für den kleinen Backofen zunächst etwas arz emaillierten Form, dann passt es.

Ein Beispielrezept ohne Vorteig

In Petras-Brotkasten findet Ihr hier (mit Dank für die vielen tollen rezepte) ein hervorragendes Brot, das nur Zeit, aber wenig Getüdel erfordert. Man kann dieses Rezept als Ausgangspunkt nehmen und vielfach variieren.

Quelle ist: http://www.petras-brotkasten.de/Brotancienne.html#Ancienne

Hier die Zutaten und die Karlsborg angepasst Zubereitungsart.

   765     Gramm  Weizenmehl (gerne etwas gröber, aber sonst, was eben da ist)
 2 1/4      Teel. Salz
 1 3/4      Teel. Trockenhefe für herzhaftes Gebäck
540-580 ml kaltes Wasser

werden 4 – 8 Minuten zu einem geschmeidigen (und vermutlich leicht klebrig ausfallenden) Teig geknetet. Die große Plastikschüssel, ein Kochlöffel und am Ende die Hände werden benötigt. Zupft den Teig, nehmt etwas Mehl oder feuchtet die Hände an, damit nicht zuviel kleben bleibt.

Dann ruht der Teig erstmal ein Stunde bei Zimmertemperatur und geht danach in den Erdkeller (in die Kiste, denkt an die Mäuse!). Wenn Ihr die Teigkugel in etwas Öl herumsausen lasst, klebt die nicht so an der Schüssel. Ist aber auch egal.

Im kühlen Keller bleibt er mindestens über Nacht, 24 Stunden ist besser.

Danach kommt er raus und geht an der Herdseite oder einem andern warmen Platz 3 – 6 Stunden. Die Zeit ist nicht so wichtig. Wichtiger ist, der Teig soll das Volumen mindestens verdoppeln.

Dann holt ihn mit dem Teigschaber auf die bemehlte Arbeitsfläche. Vorsichtig, denn ds Gas soll nicht entweichen und die Struktur der Teigfasern möglichst erhalten bleiben.

Dann VIEL Mehl an die Hände und mit vorsichtigen, schaufelnden Bewegungen den Teig in Form bringen. Der Teig klebt immer noch, das ist richtig!

Im Wärmenest zum zweiten gehen.

Ich habe im Beispiel die Teigmenge in etwas längliche Form gebracht und mehrfach verdreht. Ihr könnt auch zwei Baguettelaibe formen oder zwei Kugeln. In der schwarzen Backform kommt der Teig auf einem Mehlschleier zu liegen, auch Gries geht gut.

Der Teig geht noch einmal 10 – 20 Minuten

Dann in den Ofen und für gute Hitze sorgen (also die untere Ofentür auschieben oder einen Spalt offen lassen).

Mit Wasser, das in den Ofen gekippt wird (50 ml reichen) schwaden und zügig backen. Nach 10 Minuten vielleicht einmal die Form umdrehen.

Backen bis das Brot hohl klingt und gut gebräunt ist.

Ihr könnt die Mengen auch gerne halbieren.

Ich hab so einen Teig auch schon mal mit halb so langer Gärung gebacken. Das ging auch, wurde dann aber naturgemäß etwas fester (mehr so wie ein Oberländer Graubrot). In ähnlicher Weise wirken sich andere Mehle aus. Probiert und versucht Euer Glück.

Und noch ein Hinweis. Nehmt den Teig, so wie er ist. Nicht wie beim Deutschen Hefezopf mit Mehl und Wasser arbeiten, bis er „nicht mehr klebt“ und „glänzt“ (das liegt da an dem beigegebenen Fett, übrigens).

Brotteig, vor allem alles helle, weißbrotige ist oft eher feucht. Arbeitet mit viel Mehl an den Händen und behandelt den Teig wie eine „junge Katze“, vorsichtig hochheben und immer mal hier unterfassen und zupfen und da.

Ich finde backen nach Rezept total interessant und spannend, aber manchmal muss man eben das nehmen was noch da ist und akzeptieren, dass das rauskommt, was rauskommt. Und das ist beim Backen in der Karlsborg oberstes Gebot.

Und dann wird das meistens was!

Julia – die Küchenwaage

Schöne Technik

Wir haben – ist schon etwas her – im Löppis eine Küchenwaage gekauft.

Die steht oben auf dem Küchenschrank. Eine kurze Anleitung:

Links könnt Ihr das abzuwiegende Gewicht einstellen. Das obere Schiebegewicht ist stufenlos einstellbar, das untere wird in 500 gSchritten auf der Raste verstellt. Die verchromte Schale liegt einfach auf der Waage auf.

Im Ruhezustand ist die Waage festgestellt. Auf dem Bild unten seht ihr im hinteren Bildbereich den Feststellmechanismus. „Drin = fest“

Gelöst wird die Waag durch herausziehen. Damit schwingt die Waage frei und die beiden Zeiger im Vordergrund liegen nicht mehr auf einer Linie. Es gilt: rechte Seite unten = Wiegegut zu leicht, rechte Seite oben = Wiegegut zu schwer.

Hier seht Ihr im Hintergrund die genannten Zeiger (weiß / beige). Im Vordergrund seht ihr das sogenennate Tariergewicht. Mit diesem Gewicht richtet Ihr die Waage auf „Null“ aus. Die Nullstellung ist erreicht, sobald OHNE Gewicht die beiden Anzeiger paralell stehen. Dazu könnt Ihr das Tariergewicht nach rechts oder links verschieben. Normalerweise ist die Einstellung schon fertig, d. h. mit Schale steht die Waage in Nullstellung.

Und dann geht es los.

Viel Spaß mit Julia.