… und Meister Lampe auch
Hier in der Karlsborg ist noch Winter. Spätwinter zwar, aber eindeutig noch kein Frühling (auch, wenn es schon ein paar Schneeglöckchen gibt). Vor der Werkstatt liegt ein Restgletscher, den wir als Bergwerk für Eisaufgüsse in der Sauna nutzen (exquisites Aufgusserlebnis, übrigens), der Vassgöl ist mit einer Eisdecke überzogen (nein, nicht – mehr – begehbar), im Wald liegen überall Altschneeflecken, die Regentonnen sind allesamt geplatzt und heute auf dem Weg zur Recyklingstation, die Nachttemperaturen lagen bisher stabil kurz unter Null und Axel geht nur mit dem gefütterten Spielanzug arbeiten.


Ich trage Kunstpelz auf der Haut (kuschelig ist wichtiger als gut riechen) und der alte Spruch „arbeite Dich warm“ bringt einen gut durch den Tag (jedenfalls solange man nicht im immer etwas kühleren Wintergarten sitzt und kalte Füße bekommt).

Apropos Wintergarten. Die anliegende Galerie zeigt unsere gestrige „Söndags-Aktivitet“: Seekieferplatten ab, Fenster nacheinander rein, ausrichten, festschrauben (vorher die eine oder andere gut gemeinte Leiste wieder abpulen) und dann mit dem mitgebrachten Bauschaum die Fugen verkleistern. Jetzt haben wir wieder einen hellen Aufenthaltsraum und sehen den Restarbeiten (innen verleisten, büschen spachteln und streichen, Dichtungsgummi an der Tür wieder einkleben, Acrylcreme auftragen und und und) entspannt entgegen.
Sobald der fehlende Bauschaum aufgebracht wurde (wird heute nachgekauft), kann außen ein Dichtungsklebeband drauf, die Rahmen dran und fertig (so ist der Plan, der natürlich so nicht und sowieso nie eintreten wird).
Interessantes Detail: die Tür ist verkehrt rum. Also innen ist außen und außen ist innen. Irgendwie muss sich das Haus gedreht haben oder die Zeichnung lag verkehrt rum oder die Polarität des Universums hat sich umgekehrt. Anyway, geht auch. Muss nur noch eine kleine Blechschürze dran gebastelt werden, um den Unbilden der Wetterseite (Nord) etwas entgegen zu setzen.
Zweites Detail: niemals verarbeite Bauschaum bei kalten Temperaturen.
Denn erstens: Bauschaum braucht Wasser auf dem Trägermaterial. Sprühflasche leckt, Handschuhe sind nass, Finger sind eisig. Schlecht. Und zweitens: Bauschaum mag keine Kälte, dann kommt er nicht so aus der Dose, wie er soll. Resultat, Axel macht den Schnellkochtopf und entwickelt selber die innere Hitze, die der Dose fehlt. Nutzt aber nix. Schließlich drittens: Dose wird intern gewärmt. Führt zu besserem Austrittsverhalten (s. o.), aber zu mangelnder Dosierbarkeit. Also kollern überall Bauschaumkugeln rum und hinterlassen auf dem Weg schwer entfernbare Rückstände. Immerhin wird Axel dabei noch wärmer.
Aber auch hier gilt: „Vom Ende her denken“. Und das ist gut, wenn auch der Weg dahin immer holperige Phasen hat. Tolles Ergebnis: Durchsichtige Scheiben, klasse Sitzplatz. Well done, lieber Gerd.
Nun aber noch etwas zur Tierwelt
Also.
Ich verstehe, dass die armen kleinen und großen Fellträger in diesem Winter echt Hunger hatten. Ich verstehe das wirklich. Und ich kann auch nachvollziehen, dass die Mäuse im Haus ohne jedes Futter und Fressbare vorfindend Protestlieder singend abgezogen sind. Das ist irgendwie gemein von uns. Aber eben auch angemessen.
Nur das die niedlichen Rehlein und ein unglaublich rücksichtsloser Hase angefangen haben zunächst den Ginster runterzufressen, dann die Zwetschge und den Apfelbaum um die Frühlingstriebe brachten (Wildverbiss ist das Fachwort), schließlich meine frisch gepflanzte Brombeere aufmümmelten und – die Krönung – noch nicht mal vor den planmäßig und mühevoll eingegrabenen Krokussen auf dem Rasen Halt gemacht haben (innerhalb des umfriedeten Bereiches) – das schlüge ja nun dem Fass den Boden aus, wenn das der Frost nicht schon übernommen hätte (siehe oben: Stichwort Regentonnen).
Ich werde im Folgebeitrag den Hausfriedensbruch fotografisch dokumentieren und behalte mir weitere rechtliche Schritte vor. Und werde noch ein wenig rumzetern …
Einstweilen: gute Besserung allerseits.