was nicht etwa schwedisch sein soll, denn das wäre eher „Vi har arborre i gölen“. Nein, „Egli“ ist der schweizerdeutsche Name für Flussbarsch. Und diesen feinen See- und Flussbewohner durfte ich am Züri-See mal in der Form extra leckeren „Fuustfisch“ kennen und genießen lernen. Fein fritierte Barschstückchen, warm, auf die Hand, ähnlich wie Fish’n’Chips, aber nicht so brutal wie auf der Insel serviert.
Heute gab es das bei mir auch. Und zwar satt.
Das kam so:
Ich war heute arbeitsmäßig unter Vollast und nachdem mir am Nachmittag die Augen richtig weh taten und der Schirm vor meinen Augen verschwamm, wäre eigenntlich ein Pausenspaziergang mit Augen ausruhen angezeigt gewesen. Davon (und dem unweigerlichen Pilze suchen) hab ich aber Abstand genommen, ich hatte Karlsborg-Arrest. Mats und Papa Thomas sind diese Woche jagen und ich wollte mich dann doch weder dem Risiko eines versehentlichen Blattschusses noch einer generationenübergreifenden Vendetta wg. Wild-Verscheuchens aussetzen.
Also hab ich meine Augen mit Blick über den Vassgöl ausgeruht. Zur Unterhaltung wurde geblinkert und ge-gummifischt, beides folgenlos, was ja auch beabsichtigt war.
Dann hat mich der Hafer gestochen und ich hab mir einen Wurm gesucht (erster Stich mit der Grabeforke) und den ins Wasser gehängt. Es wurde auch bald gezupft, angehauen und nichts war dran, Haken in die Wasserpflanzen, Wurm ab – Mist. Dann war die Pause rum. Einmal sollte es aber noch versucht werden, deswegen nach dem Termin ein zweiter Wurm und ein sanftes Plopp an den richtigen Platz. So war die Absicht, aber Pustekuchen, mein Wurf ging vollkommen daneben, mitten ins Kraut links von der Badeplattform – einfach nichts.
Und doch, auch dort zupfte es, die Pose ging unter, wurde aus dem Kraut gezogen und ich konnte ohne größere Mühe meinen bisher größten Barsch (33 cm) einholen. Vier kleinere folgten noch, imt insgesamt zwei weiteren Würmern. Alle waren untermaßig und zwei konnten zurück gesetzt werden, zwei weitere mussten mit dem großen in die Küche.
Da wurden alle drei aus dem Anzug geschmeichelt (Barschhaut ist zäh wie Schuhleder, geht aber gut ab), mehliert und mit Eihülle im Wok gebraten. Und im Stehen in der Küche verzehrt. Das war super-ober-lecker. Eglis eben.
Und wie so oft wurde aus einem Fehlschlag ein netter Erfolg. Kann man was draus lernen.
Ach ja, und zur Vorspeise lecker gebratener Steinpilz. Auch fein.
Morgen ist mein Hausarrest vorbei (auch wenn ich erstmal auf den Wegen bleibe und eine buntes Gewand trage – man weiß ja nie.
Petri Heil!