Wenn eine eine Reise tut, so kann Sie was erzählen …
Wenn man, so wie ich, mit amerikanischen Fernsehserien wie „Petroceli“ und ähnlichen Jura-Schmonzetten groß geworden ist, kennt man den Begriff „Hörensagen“ ganz genau. Vorzugsweise vom korrupten oder wenigstens brot-blöden Staatsanwalt mit dem Vorwort „Einspruch!“ in den Saal gedonnert, markiert der Begriff die Überzeugung, dass eine Aussage nicht durch eigenes Erleben oder anderweitig evident belegt werden kann, sondern nur wiedergegeben und also als gegenstandslos, weil aus zweiter Hand, bewertet werden muss.

So mag das auch mit den Reisetipps zu „Hin- und Rückfahrt zur Karlsborg“ versucht werden, zumindest solange wir keine Zeungnisse aus erster Hand beibringen können.. Und – tadaaa! – das soll nun erfolgen.
Wie ich mal aus Schwedien nach Deutsche Land fuhr (via Hygge-Country)
„Also Herr Peterson hat mich netterweise nach Nässjö gefahren. Der Zug war super, 1. Klasse und so. Umsteigen Lund kein Problem, ich war nur irritiert mit Sitzplatz, der auf Ticket ausgewiesen war, aber es gab den eigentlich gar nicht. Ich ging einfach wieder in die erste Klasse.
In dem Zug, der ja direkt nach Kopenhagen fahren sollte, kam immer eine schwedische Durchsage, deren Inhalt ich nur erahnte. Was mit „alle in Malmö aussteigen“. Ich fragte einen Mann, ob der Zug weiter fährt, weil alle aussteigen gerade. Da meinte er, oh ja, stimmt. Er wollte auch sitzen bleiben… Alle mussten also aus dem Zug und in einen anderen Zug davor stehend wieder einsteigen. ???
Dann habe ich mich einfach wieder in die erste Klasse gepflanzt. Erneute Durchsage kurz vor Kopenhagen auf Dänisch und Englisch, was man echt nicht verstehen konnte. (schwedisch klingt auf jeden Fall schöner als Dänisch!). Ich also wieder gefragt, ja voll „sorry, is complicated“: am Flughafen Kopenhagen müssen alle raus mit Mundschutz, Pass u Ticketkontrolle. Rolltreppe hoch … und dann stehst’e da … wohin denn jetzt? Man ist mitten im Airport!! Hat zwei Minuten gebraucht, bis ich kapierte, wohin. Hatte meine crowd verloren. Irgend so eine unscheinbare Rolltreppe wieder runter. Okee, verstanden.
Drin im Zug bis Kopenhagen Hbf. ( derselbe Zug, ist vorgefahren). Wieder raus in den Zug nach Ringstedt. Und das ist der Teil, der wegen der Baustelle so blöde ist und wohl die Tage aufgehoben wird. Da haben wir uns nicht getraut, den um 14:05 zu nehmen, das schafft man aber, ich wartete aber lieber auf den gebuchten 14.27. Was gut war, denn ich wurde da erstmalig kontrolliert. In R. raus, allen hinterher in den Bus nach Korsoer, bisschen Durcheinander, aber man checkt das natürlich oder richtig: fragt! Dieser Bus fährt 45 durch plötzlich schöne Gegend in DK, es schien die Sonne. (vorher voll regnerisch und bisschen öde Landschaft).
Dann wieder raus in einen kleinen Bahnhof in eine Bahn, die alle Sonmerurlauber an die Küsten bringt ( Ri Frederica). Ich fuhr nur über den Sund und gleich nach 10 Min kam Nyborg. In dem Zug erklärte mir der nette Rentner, wie und was Baustelle und Ferienbeginn. In Nyborg nur 2 Min Umsteigezeit nach HH, aber Gleis gegenüber, die haben gewartet. Als ich da drin saß, war alles gut, denn in HH kommst’e ja immer wech. Sofort Anschluss in HH.
Am längsten wartete ich quasi auf die Bahn am Hbf :-), da traf ich Dani kurz.
Wenn diese Baustellen Nummer nicht ist und man weiß wegen der Grenzkontrolle Bescheid, ist es noch ein wenig umständlich, aber gut machbar!
Ich würde das wieder tun! Weil es sich ja so wahnsinnig lohnt!!! 🙂 Und ich weiß ja auch, das immer alles klappt. Ich würde mir nur immer Ansagen wünschen, die man verstehen kann. Liegt aber auch an mir.“
Bemerkungen
Nee, Dagmi, Ansagen, die man verstehen kann, wären nicht nur schön, sondern zweckmäßig. Denn dafür sind Ansagen ja da: das Zuhörer sie verstehen. Aber das einfache ist nicht immer einfach.
Mitte August wird dann ein tapferer Proband die Reise von D nach S machen, damit wir auch in dieser Richtung auf schnöselige Tröterei „Einspruch! Hörensagen!“ ganz locker unsere Zeugen aufrufen und dann der Wahrheit zum Sieg verhelfen können.
Hinweis: Nur gut, dass TV-induzierte Berufswünsche so selten wahr werden. Wer hätte mich wohl in einem doitschen Gerichtssaal „Einspruch!“ sagen lassen. Vermutlich niemand.
Und – siehe oben – das fand ich mal stylish? Katastrophe!
Ach so, und hier war alles voll langweilig!