Voll langweilig – Teil 2

Generationenübergreifendes Baden

Also, eigentlich ist das hier ja eher Teil 0 oder 1 – x, denn zeitlich liegen die meisten noch ausstehenden Beiträge vor dem gestrigen Ausflug nach Hasselö, aber das ist ja auch völlig egal, denn man kann die ja auch in der Reihenfolge lesen, wie man will, oder in Teilen oder so.

Aber darum geht es ja auch gar nicht.

Was ich eigentlich aufschreiben wollte: was auffällt (und vielleicht an den schwedischen Ferien liegt), sind die vielen gemischtaltrigen Gruppen, denen wir begegnen. Drei oder vier Generationen treffen sich am gleiche Ort, betrachten sich mir freundlicher Distanz oder familiärer Zuneigung, nutzen die gleichen Gelegenheiten zum Draußen sein und sind „ljungt“, entspannt und angemessen zugewandt. Und wenn der Kapitän auf dem Schiff nach der Vorführung der Schwimmwesten sagt „Achtet aufeinander“, dann ist das sicher auch Floskel („Take care“), aber irgendwie glaubt man in dem Moment auch, dass da mehr dran sein könnte. Ob „noch“ oder „wieder“ oder nur eingebildet – man weiß es nicht. Aber es wäre doch schön, wenn es so wäre.

So einen Park hätte ich auch gerne – oder …

… vor ein paar Tage waren wir auf Gransö. Gransö liegt als Riegel zwischen Västervik und der Ostsee und wird – aus meiner Sicht deutlich untertrieben – als städtisches Naherholgungsbiet beschrieben. Nun ist Västervik nicht so richtig groß und Landschaft (oder im Falle von Hultsfred: Gegend) gibt es rund um viele Städte. Aber ein solches Gebiet ist schon was feines.

Man kann da sehr schön am Gransö-Kanal parken und z. B. ein Stück den um die Halbinsel führenden Gransöleden langgehen. Nach ein paar Kilometern landet man in Lilljön an einem hübschen und in der Regel auch wohl nicht überlaufenen Badeplatz mit Sand, Bäumen, Sitzplätzen, Grillstellen und (auch nicht schlecht) Toiletten. Den Platz kann man auch mit dem Auto anfahren, dann sind nur ein paar Meter zwischen Parkplatz und Ufer zu überwinden.

Am Strand haben wir uns breit gemacht und es war anrührend und optimistisch stimmend anzusehen, wie Omas und Enkelinnen in das Wasser stürmten, wo Ur-Oma schon klammheimlich und vermutlich wie seit 75 Jahren als erste zehenwackelnd im halb-süßen Ostseewasser schaukelte. Und das, während am Strand Klappstühle aufgebaut wurden, ein kleiner nervender Hund kurzerhand vom auch schon recht angegrauten Sohn der Ur-Oma auf eine Mini-Schäre verbracht wurde, wo das wasserscheue Tier irritiert das seltsame Verhalten des Rudels beobachtete. Das tintensüchtige Paar (bestimmt haben sie sich im Studio kennengelernt), die beiden Familien mit kleinen Zwergen und eine Trainingsgruppe für Orientierungslaufen komplettierten die nette Mischung mit den zwei komischen deutschen Touristen.

Dann sind wir etwas weiter und kamen zu ein paar hübschen Schären mit Schutzhütte und vielen (auch ganz gut genutzten) Fels-Sonnen-Bade-Picknick-Angel-Stellen. Aber keine Panik, auch bei bestem Wetter kann man sich gut aus dem Weg gehen und seinen Schärenplatz finden. Wir haben uns daselbst auch zu Wasser gelassen (ging gut) und nach längerem Bad wieder an Land gewriggt (ging nur auf allen Vieren). Wasserwanderer mit Seekayaks, Segelboote, kleine Kutter und Yachten waren zu sehen. Da störte nicht mal der berufsjugendliche Jetski-Macker.

Der Gransö-Leden führt weiter um die Halbinsel und wenn man mag, kann man sie einmal umrunden. Auf dem Ufer in Richtung Västervik geht man dann die kleine Erschließungsstraße lang, kann am großen Standbad Sandvik baden und kommt an alten und neuen, hübschen und manchmal etwas poser-haften Immobilien vorbei.

Den Gipfel architektonischer Art markiert Gransö-Schloss. Repräsentativ ist es immer noch und wird als Hotel wohl gut genutzt. Auch beim Gransö Slot kann man baden, ein Stück weiter Richtung Ausgangspunkt gibt es noch ein schönes Klippenbad für Anwohner und Besucher.

Wie zu sehen, gibt es viele Sommerhäuser. Ich fand das aber weniger störend als z. B. auf Hasselö. Gransö ist public!

Briefkastenanlage bei Gransö-Kanal

und voll langweilig, eben!

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