Schmalhans ist Küchenmeister …

Oder: wenn der Trockenbauer mit der Trockenmauer tanzt

Ist es mangelnde Disziplin oder allgemeine Verlotterung? Oder setzt die für die Karlsborg typische Entschleunigung ein?

Auf jeden Fall: Heute wurde nichts gemacht und „das ist auch gut so!“. Oder nein, es wurde etwas gemacht, nur eben langsam und mit Maßen (nicht: in Massen – zwar nur ein Buchstabe anders, aber das dann doch mit erheblicher Wirkung).

Der Tag begann mit dem schon bekannten Wirken am deutschen BSP oder Volkseinkommen. Statt durch mich allein konnte nun auch der Axel voll zuschlagen. technisch a jour, voller Tatendrang und mit prall gefülltem Aufgabenzettel.

Ja, schon, der Arbeitsbeginn war mindestens moderat zu nennen, ich hatte meine erste Schicht hinter mir, aber wenn man wirksam ist, ist die eingesetzte Zeit sekundär. Es wurde insgesamt fleißig geofficet.

Technisch war alles pico. Das schwedische Mobilfunknetz verkraftet zwei parallel arbeitende Kollegen problemlos. Videokonferenz, wlan gestützte Telefonate, Up- und Downloads – läuft.

Mittagspause dann wie gewohnt, nachmittags eher gebremster Schaum bei mir (afk), selektive Tätigkeiten bei Axel.

Danach noch eine kurze Schicht und die Hunderunde (diesmal Axel und Bamse allein und die oben angekündigte Trockenmauer bei mir.

Exkurs 1: Rohstoffe sind aufwendig

Ich habe meine Bildschirmpause mit etwas Holz machen zugebracht. Die im Wald herumliegenden Stämme haben wir nach oben geschleppt und der sehr kleine Haufen sollte von mir in Brennholz verwandelt und sodann in der Remise auf den Stapel „Frisch 2019/20“ verbracht werden.

Ich habe das von Hand gemacht (die Motorsäge steht erstens auf dem Index und zweitens ist etwas körperliche Aktivität beim Homeoffice dringend nötig). Das bedeutet: Sägebock raus, Bügelsäge einsetzen, schneiden, aufsammeln, spalten, stapeln.

Rausgekommen sind 2,25 Karren, gedauert hat es (sicher verlängert wegen mangelnder Technik) knappe 3 Stunden.

Zum Vergleich: Wir verheizen im Haus eine Karre in 2 – 3 Tagen. Und die Sauna rechne ich gar nicht mal ein. Und wieder denke ich daran, wie viel Arbeit die Leute früher hatten und wie oft wohl abgewogen wurde, ob es besser ist die Küche anzuheizen oder die Stube zu wärmen.

Trivial, aber wir haben es wirklich gut.

Exkurs 2: Eine Trockenmauer entsteht aus Lage und Gelegenheit

Smaland ist voller Trockenmauern. Festgefügt stehen sie hunderte Meter weit rund um die Weiden und Felder, 1,2 bis 1,4 Meter tief, 1 m hoch, was ja bedeutet, dass in einem laufenden Meter ca. 1 Tonne Steine verbaut ist. Eine Tonne, die jemand gesammelt, gehoben und eingebaut hat und das hunderte Mal.

Ich habe jetzt auch einige Steine an die Grundstücksgrenze verbracht und mir ist klar geworden: die Trockenmauern sind bestimmt pragmatisch errichtet worden. Die großen Blöcke an der Basis, die eher chaotische Füllung im Inneren und die schön geschichteten Steine nach oben hin zeugen von einem geschickten Einsatz von Arbeitskraft.

Ich würde es so formulieren: Die Mauern wurden nicht an den Grenzen errichtet sondern die Grenzen entstanden da, wo die Mauern errichtet wurden.

Ich will dagegen an einer vorhandenen Grenze die Steine aufbauen. Ich bin gespannt, ob mir das gelingt. Aussehen wird es sowieso nur lala. Aber ich weiß jetzt besser, warum das so sein wird.

Bilder hol ich morgen nach. Entschleunigung eben.

Gute Nacht.

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