Rollsplit, Kies und Beikräuter

Die Vorgeschichte

Die Splitfläche vor der Scheune kenne ich aus der Nähe ganz genau. Jedes Jahr zweimal habe ich das Grünzeug aus dem Split gepult. Wie Sisisphus war ich glücklich, wusste ich doch, Wass zu nämlicher Zeit im nächsten Jahr wieder als Aufgabe auf mich wartete – zumal die Zahl der Nachahmer sehr überschaubar war. ich glaube, bis auf Ruscha hat da niemand unten gehockt und gejätet.

Start und erste Justierung

Im Oktober 2022 wurde eine nachhaltige Lösung gestartet: Kies weg, Kies sieben, Erde weg, Wurzelvlies drauf, Kies wieder rein. So war der Plan. Hat aber nicht geklappt. Das Kies-Erdegemisch hatte sich zu einer quasi wasserbundenen Decke verfestigt, die musste gelockert und ausgeharkt werden. Außerdem musste das Niveau des Bodens abgesenkt werden.

Am Anfang wurde erfolgreich ein Überlauf von der blauen Tonne am Gästehaus in Richtung Beerengarten und Fahnenmast verlegt.

Kies im Schönheitssalon

Der Split hatte sich mit dem lehmigen Untergrund eng verbunden, das habe ich mit dem Brecheisen zentimeterweise gelockert, dann ausgeharkt und das Steinige auf den Haufen „zu reinigen“ verbracht. Das sandige Substrat ist auf dem Parkplatz gelandet, das ist ja ohnehin so gefräßig wie das Bermudadreieck.

Technik und ihre Grenzen

Im März 2023 kam die Kieswaschmaschine von Axel zum Einsatz. Die Idee war toll: Kies rollt in der Trommel, Sand fällt unten raus, mit Wasser wird nachgewaschen und der Kies purzelt vorne raus. Alles picobello.

Dabei wurde die Rechnung ohne das Gewicht des Waschguts und die sehr unterschiedlichen Korngrößen gemacht. Am Ende haben die beiden Jungs den ganzen Kram wie die Goldwäscher am Klondike von Hand in Maurerbalgen gespült. Eine Schweinearbeit und ein echter Rückenbrecher. Chapeau!

Wiederaufbau

Der Wiederaufbau im Oktober war dann eher easy. Das Bodenvlies soll verhindern, dass Wurzeln von unten durchwachsen. Ich denke mal, dass so auch ein nächster Reinigungszyklus leichter wird. Aber da wollen wir erstmal für die nächsten 10 Jahre gar nicht drüber nachdenken.

Mein persönlicher Zenmeditationstip am Ende jedes Aufenthalts in der Karlsborg: einmal den Kies harken und dabei alles in die ruhige Führung des Rechens legen.

Dachbodenzelt im Haupthaus

Die neuen Projekte entstehen auf zwei Wegen. Möglichkeit Nummer 1: „Is kaputt, muss (besser) neu gemacht werden“ oder „mal versuchen, was man draus machen kann“.

Der Ausbau des Dachbodens ist ein Beispiel für die zweite Variante. Von Frühjahr 2021 bis Herbst 2023. Jetzt ist es fertig.

Start: raus mit dem Dreck

April 2021. Es zieht kalt nach unten – sollte man mal isolieren. Eben mal schauen. Igitt, was für ein Dreck (Asche mit Staub aus mehr als hundert Jahren). Erstmal raus und dann die Frage: Kann man aus dem Dachboden was machen?

Die erste Schicht ist raus, die eingelegten Bretter fliegen als nächstes (und sind inzwischen schon verheizt).

Umsiedlung in die Scheune

Ganz am Anfang wurden die Fledermäuse (mit festen Handschuhen wg. Tollwutgefahr) in die Scheune umgesiedelt. Das hat wunderbar geklappt. Jetzt kacken sie da den Boden voll!

Lesestoff und Puzzlematerial für weitere 100 Jahre

Als Isolierung wurde Västerviks Tidningen eingesetzt. Viel spannender Lesestoff. Und durch die auf dem ersten Bild dokumentierte Aufschrift ist bewiesen: Herr W. Pettersson (und vermutlich die zugehörige Katze) lebten in der Karlsborg.

Rein mit einem neuen Boden

Als nächstes im Oktober 2021 der Fußboden. Wg. Kälte draußen halten. Dazu erst Folie als Dampfsperre, dann Robinienspäne als dauerhafte Isolierung und schließlich neue Dielenbretter.

Im April 2022 Folie und Glaswolle unter die Decke.

Dachschräge und Giebel

Im Oktober 2022 Verkleidung der Dachschrägen mit Profilholz

Fenster von Ghepetto

Im April 2023 Fenster rein und Giebel verkleiden

Restarbeiten und Probeschlafen

November 2023: Balken verkleiden, Schalter und Kabel verlegen – jetzt auch mit Bett

Ich empfehle das Schlafen im Dachbodenzelt. Im Mai 2024 im Praxistest erprobt.