Stühle und dreckige Hosen

Unter dem Kirschbaum stand immer so ein ausufernder Busch, der sich grün und wüchsig, aber wenig blühfreudig präsentierte. Der ist jetzt wech! Und es ist Platz für ein Blumen- oder Staudenbeet. Ich habe nachgelesen: Ölands-Blödmann (die gelben Pieksesträucher am Beetrand) kann man vermehren, indem man Zweigspitzen einbuddelt (und am Busch dran lässt). So wie Stachelbeeren bilden die dann am eingebuddelten Sproß Wurzeln. Das ist Plan für 2021.

Außerdem sind die alten neuen Küchenstühle für den Wintergarten geweißelt und die Tischplatte abgezogen worden. Die selbst bezogenen Polster wurden mit der Kraft von Petterssons Kehrseite in die vorgesehenen Aussparungen gedrückt und ich finde, es sieht wirklich gut aus.

Im Västervik-Retrovik habe ich dann noch den vierten Stuhl zur Serie gefunden. der wird auch noch bezogen; abgeschliffen und gestrichen ist er. Zusammen mit den beiden kleinen Stühlen, die im Schlaf- und im Gästezimmer stehen, haben wir jetzt sechs stilistisch passende Sitzgelegenheiten.

im obigen Bild übrigens mein neues Schwedisch-Wörterbuch zu sehen (für 5 Kronen im Löppis gekauft).

Und dann wird ein Tomatendach gebaut. Plan ist die Westseite des Waschhauses. Material wird zum Auswintern mitgebracht (also noch lange hin).

Neues Geschirr – ganz schön alt

Im Kupan …

… des Röda Korset in Västervik ist uns ein schönes und vielteiliges Tafelgeschirr über den Weg gelaufen. Und ich konnte nicht anders. Jetzt steht es in der Karlsborg.

Ja, ich weiß, … wir hatten ein schönes sechsteiliges Service von Winterling im Bestand, sogar mit Sauciere und Schüsseln, aber mir persönlich war das Design immer etwas zu sehr 80er für den alten Schwedenkotten. Bei den üblichen Besuchen in den Löpissar hab ich immer mal hingeschaut.

Das Geschirr sah mir zunächst nach industrieporzellan aus, erst dachte ich an etwas aus einem Krankenheaus oder der Gastro, aber dafür ist es zu zart. Letztlich scheint es mir ein lange benutztes und sorgsam gepflegtes Privatporellan (für die gute Stube geschont) zu sein.

Keine Schüsseln …?

Die scheinbar fehlenden Servierschüsseln („Wo haben die denn die Kartoffeln drin serviert?“) habe ich nicht gefunden. Aber der Vergleich mit anderen Angeboten und Fotos kompletter Tafelgeschirre sieht mir so aus, als ob der Schwede einfach keine Schüsseln kannte und kennt und – vielleicht wg. der pragmatischen Grundeinstellung der Schweden – einfach aus dem Topf serviert und derselbe aufgetischt wurde.

Aktuell warte ich auf eine Sendung aus Nürnberg, denn dort habe bei einem ähnlichen kleinen Veredler https://porzellan-im-hinterhof.de/, die fehlenden Servierschüsseln als Neuware (auch 2. Wahl) entdeckt.

Die sind im übrigen inzwischen angekommen (in Bremen) und werden passen:

Echt alt? Echt alt!

Beim Durchschauen des Services habe ich mehrere Stücke mit Stempel und viel ungestempelte gefunden. Interessanterweise finden sich zwei verschiedene Stempel.

Man kann die im internet finden: signaturer.se/Sverige/lidkoping.htm und z. B. http://www.ochs-schwetzingen.com/html/rosenthal-bodenmarken2.html.

Das passt auch zum wikipediaartikel zum Produzenten: https://sv.wikipedia.org/wiki/Lidk%C3%B6pings_porslinsfabrik.

Die Porzellanfabrik hat zunächst Rohgeschirr bzw. erstgebranntes Geschirr importiert und dann bemalt, neu gebrannt und so veredelt. Zunächst war das alles sehr schlicht und wurde erst später üppiger, ornamentaler und auch um eigene Schaustücke ergänzt. Anscheinend wurde nicht nur Weißgeschirr importiert, sondern auch fertiges. Anscheinend wurde auch in Selb bei der dortigen Rosenthal eine solche Blaurandlinie hergestellt und nach Schweden exportiert.

Beide Stempel lassen sich auf 1922 – 24 datieren. Das Geschirr ist damit fast 100 Jahre alt und passt ins Objekt.

Ich fände es schön, wenn wir auch diesen Teil des Karlsborg Inventars wie Verwalter betrachten und für die nächsten 100 Jahre bewahren könnten.

Übernahme Winterling

Das bisher genutzte Geschirr steht aktuell im Gästehaus, könnte in den Löppis oder von jemand anderen benutzt werden.