Wieder daheim

Seit gestern ist Schweden kein Hochinzidenzgebiet mehr. Nur noch Risikogebiet. Damit braucht man keinen negativen Test, um auf die Fähre zu kommen. Man hat 48 Stunden Zeit, zuhause zu testen, kann das Ergebnis nachträglich hochladen und damit die Quarantäne vermeiden.

Also eigentlich alles ganz easy.

So konnte ich ganz in Ruhe losfahren, hatte eine Stunde gewonnen und zum Beispiel noch die Fotos im Gästehaus und Schlafzimmer ausgetauscht. Das Pilztrockenbhaus sieht jetzt also auch so aus.

An der Fähre war dann trotzdem ziemlich viel Betrieb, richtig gelesen hatten die Mitreisenden die Infos nicht und eine Einreiseanmeldung dann ganz bräsig an der Scheibe auszufüllen muss man auch erstmal bringen. Letztlich ist aber egal, ob man die Zeit in der Schlange vor dem Counter oder in der Schlange im Autokäfig verbringt. Am Ende war es wieder ganz schnell.

Kleiner Hinweis für Einzelreisende: Finntrader, Kabine 3066, muss man nicht machen und kann vielleicht um eine andere bitten. Winzig (was ja egal ist), aber laut (die Maschine hört man sehr). Ich war aber müde und grundentspannt, hab also trotzdem recht gut geschlafen.

Dann bergab nach Bremen, 9:45 vor der Tür. Waschmaschine gestartet, Zeug ausgepackt (das meiste, jedenfalls). Dann 11:55 negativ getestet. Ergebnis hochgeladen. Jetzt darf ich auch wieder draußen rumrennen.

Wie immer, wenn man zurückkommt: viele Menschen, Stadtgeruch, laute. Luft kommt mir etwas drückend vor. Ich gewöhne mich wieder ein und freue mich auf das nächste Mal.

Hälsningar,

Herr Pettersson

P.S. Ich freue mich schon auf die Bilder aus dem Bereich Gemüsebau

Abschlussmeldung …

oder: die Entdeckung der Langsamkeit

die Überschrift könnte aus mehreren Sichten passen. Das „Runterbremsen“ hier in der Karlsborg oder die diesmal besser gelungene Integration von Homeoffice Anteilen in den Urlaub (war einfach: ich hab sowieso nur eine Sache pro Tag als „Programmpunkt gemacht. Und wenn das die Arbeit für neuland war, dann war das eben das. Und wenn ich an dem Tag auf dem Dachboden rumgekraxelt bin, war das mein Aktivitätsthema) oder die Beobachtung von vier Wochen Frühling hier.

Gemeint ist aktuell aber der Mangel an mobilem WLAN. Ich hab alles ratzeputz aufgebraucht (zuletzt mit der Mediathek) und muss jetzt mit roaming versuchen wenigstens ein paar Bilder in diesem Beitrag unterzubringen. Mal sehen.

Entdeckung der Langsamkeit 1: die Pixel werden gaaanz langsam rumgeschaufelt.

Vorher – nachher

Der Kirschbaum war weiß, als ich auf den Hof kam. Jetzt ist die Blüte der Äpfel schon fast vorbei und unser guter alter Freund wird auch dieses Jahr keine Früchte geben, hat sich aber am Wasser satt getrunken und schöne Blätter angesetzt.

Und die arme abgefressene Zwetschge lässt sich auch nicht unterkriegen, wie der Verlauf zeigt.

Meine Begeisterung für den Gartenbau und insbesondere die Hege und Aufzucht des edlen Erdapfels habe ich ausgiebig geteilt. Ich hoffe sehr, dass das dieses Jahr wieder was wird. Allerdings hat es die dornenlose Kulturbrombeere wohl nicht geschafft. Vielleicht hat Herr Gustavsson während seines Aufenthalts hier ja Lust eine Ersatzbeschaffung vorzunehmen.

Aktuell ist wieder gelb angesagt

Als ich ankam, war es noch ziemlich kahl. Die vorherrschende Farbe war das Gelb des Löwenzahns. Jetzt hat sich der Ginster gemeldet. Im Hummelparadies explodieren die kleinen Blüten und ich kann vermelden, dass auch die abgefressenen Büsche ihr bestes geben.

Und zum guten Schluss noch ein Suchbild

Aufgabe: Finde die Orgie im unschuldigen Weiß. (Kleiner Hinweiß: Suche rot-schwarz gestreifte Hormonjunkies). Anmerkung der Redaktion: Ich seh gerade, dass man nicht so viel sehen kann. Ich liefere ein besseres Bild nach. Die Kollegen Blattwanzen sind sehr ausdauernd und störungsresistent.

Fast Schluss

Morgen räume und putze ich, verpacke Dinge mausesicher, mache meine Einreiseanmeldung, geh noch mal baden und begebe mich – nach gebührender Verabschiedung – gegen 14:00 auf die Bahn.

Dann gibt es spätestens die nächste Nachricht, wenn ich mich in HB frage: „Hm, was hab ich eigentlich dagelassen?“ und dazu folgendes Bild anschauen kann:

Eigentlich kann ich also nächstes Mal mit Handgepäck reisen. Aber jetzt geh ich nochmal ins Spa. Ach ja.

Allseits gute Gesundheit wünscht

Herr Pettersson

Gölen är öppet, men ingen livsräddare …

„nu aber mal sofort runter vom Block, aber hallo“

ich war ja noch so richtig der Schwimmbadtyp (war mir immer eine zu hohe soziale Dichte, dort oder besser: ich hatte immer Schiss vor den großen Jungs), aber an die eindeutigen Ansagen der neben Schulhausmeistern deutschesten aller Aufsichtspersonen, nämlich die der Schwimmeister (sag bloß nicht Bademeister), kann ich mich nur zu gut erinnern.

Mit dem allerfeinsten Gespür erkannte jeder dieser Moppelköppe in knapper weißer Shorts und POLO-Hemd (!) jeweils, was der der kleine Ralf grade nicht (nämlich in die kalte Plörre springen) oder unbedingt (sich nämlich klammheimlich wieder auf das hoffentlich sichere Handtuch zurückziehen) wollte, um dann sofort und mit Stentorstimme (für die Philologen) oder rasendem Gebrüll (für die Realogen) eine völlig gegenteilige, aber keinen Widerspruch duldende Anweisung herauszuschnauzen. Und dann sprang ich …

In jedem Fall lebte diese Zunft immer ein interessantes Verständnis von Kundenorientierung – ganz eigen, sozusagen.

All das haben wir hier nicht. Keine testosterongesättigten Rumkrakeeler, kein gekacheltes Becken, keinen Startblock, aber auch (noch) kein Schwingseil oder eine Wasserrutsche (Herr Gustavsson ….?). Immerhin ist der kleine Pfuhl jetzt auf das allerfeinste durchgewärmt und so wurde heute Mittag die Schwimmsaison formal und mit der Langstrecke eröffnet – herrlich!

Sichttiefe 80 cm?

Gestern gab es auch noch die dunkle Seite des Göl. Ich musste die Badeleiter wieder festschrauben und dabei hat sich irgendwie der Bithalter gelockert und ist in unendlicher Zeitlupe nebst Torx ins Wasser geplumpst. Was für ein Nerv. Ist ja doch ziemlich dunkel und aktuell auch ziemlich tief. Ich hab alles versucht. Rein ins Wasser, getaucht, mit empfindsamen Füßchen getastet, wieder getaucht, Maske gesucht, nochmal rumgetüdelt. Dann 15 Minuten Magnetgefischt, dabei 15 Nägel, Schrauben, Lochblech und anderes Zeug erwischt, aber keinen Bithalter.

Dann also Aufgabe und neuen Halter besorgen. Aber ein letztes Mal kannst Du es ja noch versuchen. Und – Zack- da hing das gute Stück am Magneten. Jubelgeste, Beckerfaust, mashed potato und dann gaaaanz vorsichtig mit der Beute aufs feste Land.

Ordnung im Gemüsebeet

Das Beet wird. Die kleinen grünen Blättchen sind der neuseeländische Dauerspinat und die Reihen sprechen für sich.

Soziales

Gestern war übrigens wieder ein werktätiger Schwede da. Wollte Telefonmasten prüfen. Und Leitung checken. Hat er nicht gefunden. War leicht genervt von seiner Zentrale, als ich ihm sagte, dass die Leitung seit mindestens 15 Jahren nicht mehr in Betrieb wäre. Aber nettes Pläuschen gehalten. Wichtigster Satz: „Har du en bastun? En bastun måste du har!“ – Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich geh jetzt wieder rein.

Schönen guten Abend, allerseits

wünscht Herr Pettersson

Juni geht los …

was bedeutet, dass der Schwede sich innerlich auf Mittsommer einstellt …

und zwar völlig unabhängig von Niederschlag oder / und Außentemperatur.

Heute waren es im Maximum 15 Grad (also draußen), dabei aber auch gefühlt deutlich wärmer, weil die Sonne dem Karlsborginsassen auch hübsch auf das Fell schien. Starker Wind und puschelige Wölkchen machten es aber zwischendurch auch kühl und legten nahe, sich immer mal wieder warm zu arbeiten bzw. zu motioneran (motionerar ist das schwedische Sport für zweckfreies sportives Tun, mit und ohne Gerät, mit und ohne Distanzüberwindung, mit und ohne Mannschaften (also schlicht: „turnen“).

Drinnen war es sowieso wärmer, denn heute morgen habe ich aus dem schon mal zitierten nordischen Kochbuch die dänischen Haferflockenbrötchen gebacken (Teig abends angesetzt, im Kühlkeller gehen lassen und dann morgens fertig gemacht – lecker.

Außerdem ein drittes Mal Rhabarber geerntet (Wachstumsanregung muss sein und wirkt) und einen weiteren Pie gemacht, diesmal mit etwas Apfel als Ergänzung. Zu guter letzt habe ich Kupfer geputzt. War aber wieder kein Dschinn drin.

Ich freu mich an Blatt und Blume, bespreche die Kartoffeln und die etwas widerspenstigen Tomaten. Wird aber hoffentlich alles was.

Ich war mit Wilma einmal Steine holen und habe die gleich an der Mauer verarbeitet. Man sieht nix. Wie immer.

Dann hab ich noch was für Herrn Gustavsson. 16 Seiten Spezialbeilage Speedway. Mit dem kompletten Rennkalender für die Västervik-Arena. 500 Zuschauer sind mindestens zugelassen und zusätzlich kann man im Rennrestaurant einen lecker Grillteller mit Blick auf die Bahn verzehren.. Da geht doch was. Das Nachschlagewerk, inkl. aller Fahrerporträts, liegt im Wintergarten. Die Leserschaft erwartet Rennberichte, Hintergrundinformationen und kritische Analyse.

Die Außentemperatur hat auch was gutes, denn jeder Bastunbesuch kann mit Grund (aufwärmen) und Genuß (lecker Aufgüsse) erfolgen. Kann man aushalten.

Letzte Woche läuft. *seufz*

Herr Pettersson