Heute ist Pfingsten, die Nachrichten sind von gestern …

Aktuelles

heute – die väderprognos war wieder bemerkenswert akkurat – ist leichtes Beregnen von Nutz- und Wildpflanzen sowie Tieren und Menschen angesagt. Milde 12 Grad fühlen sich nach leicht gewächshausartigen 16 an. Ein zwischen feuchter Luft und gemütlichem Landregen changierende Niederschlagsmix wässert Boden und Wald. Da ist es schön, dass heute Feiertag ist.

Mein Lieblingssender, der sich hier auch vorzüglichst streamen lässt, hat heute seinen Bildungsauftrag sogar in den eigentlich extrem knappen und umkämpften Nachrichtenslot integriert. Alle halbe Stunde bekommt der Hörer verpult, das …

  • … Pfingsten ein christliches Fest sei (aha!),
  • … welches seinen Ursprung in der österlichen Auferstehung eines guten Menschen aus dem nahen Osten habe, (soso),
  • … der 40 Tage nach der gottväterlichen (Eigen)-Re-Animation zu seinem Vater und Arbeitgeber in den Himmel „rübergemacht habe“ (oder vielleicht in die Zentrale gerufen wurde – man weiß es nicht – naja) …
  • … woraufhin der Senior noch 10 Tage Bedenkzeit und Strategiesessions brauchte, bis er dann 50 Tage nach dem Ostersonntag seine Vertriebstruppe mit einer ultimativen Chaka-Injektion seiner selbst versehen habe, die er „Heiligen Geist“ nannte. … (Hmmmhh …?)
  • … Daraufhin wurde aus der menschenfreundlichen Lehre eines Nazareners eine Art Tupperware oder Thermomix-Produkt, das in allen Sprachen von den Jüngern (also einer Organisation) unters teilweise unwillige Volk gebracht wurde. (Yip!)

Und – bumms – hatten wir den Salat! (Das allerdings kam so nicht in den Nachrichten. Ich paraphrasierte parteiisch (modern: „framing“) aus meiner Sicht.

Nun ist es an und für sich schon spannend, dass sich der Informationsauftrag des DLF (nicht: DFL), jetzt auch auf solchen basalen Ebenen abspielt. Und es wird interessant, welches Grundwissen den Hörern nun jeweils vermittelt werden wird. Ich wäre z. B. sehr dafür, das in Zukunft eine Börsennachricht mal eben mit einer Kurzfassung der Marxschen Mehrwertlehre versehen wird. Da hätte ich aber meine Zweifel, ob das so kommt.

Ansonsten mach ich heute einen ruhigen. 100% Regenwahrscheinlichkeit sprechen für gemächliches Indoortun und -denken.

Tarnzelt und Blätterhaufenanzug

braucht man hier nicht. Einfaches kaffeesieren im Wintergarten reicht völlig aus, um bei uns seltene Tiere wie den Kernbeißer, den Dompfaff, eine artenübergreifende Rotte aus Berg-, Grün und Distelfink und ab und zu ein Sonnenblumenkerne klauendes Eichhorn zu bewundern. Nicht alle lassen sich gerne fotografieren, aber manche werden einfach nicht informiert.

Baumaßnahmen

Was war noch: Ich habe gestern den Dachboden fertig entstaubt (jedenfalls habe ich alles rausgefegt und gesaugt, was ich erwischen konnte). Jetzt brauche ich eine Baubesprechung. Die dafür notwendigen Fotos werde ich heut mal machen und dann einen Termin mit Herrn Gustavsson vereinbaren.

Dabei habe ich die versprochenen Fotos der Fledermäuse gemacht. Richtig gut finde ich die Adern in den Ohren. Und ein wenig peinlich ist mir, dass ich die beiden dazu gebracht hab sich zu bepinkeln. Das ist nicht beabsichtigt gewesen.

Ich habe die übrigens IMMER mit Handschuhen angefasst. Und das solltet Ihr auch machen, denn Fledermäuse sind häufig Träger des Tollwutvirus (ohne selbst zu erkranken). Sie haben zwar gar kein Interesse an uns, aber wenn man sie umsetzt, muss man sie anfassen. Was sie wiederum echt ätzend finden. Dabei Handschuhe an und NICHT beißen lassen.

Eigentlich sind es drei. Aber die dritte ist mir entwischt und – so vermute ich – direkt zum Anwalt geflogen, um mich zu verklagen.

Dann wurde Wilma noch einmal mit Steinen beladen. Ich könnte also an der Trockenmauer weiter bauen. Mal sehen.

Unkraut jäten und einige Mangoldsamen nachlegen war auch noch. Die Himbeeren hab ich freigelegt, damit nicht nur Löwenzahn und Hahnenfuß vom Gießen profitieren.

Den zweiten Rhabarberpie habe ich gestern abend noch gebacken. Die Fikapaus ist für die nächsten Tage gesichert.

Wellness und der Weg ins Elend

Und dann war ich auch noch nachmittags saunieren. Waschen musste sowieso und dann dachte ich, man kann ja das Fußballspiel auch anderweitig verdödeln.

Und – so zeigt das Ergebnis – das war auch die bessere Wahl. So ein Elend. So eine im Nachhinein unfassbare falsche Selbsteinschätzung. So wenig Mut zur Wahrheit unterwegs und der Erkenntnis, dass man eben nicht ein europäischer Club im Wartestand ist. Und so eine Schwäche von Florian Kohfeldt und seinem Umfeld , von denen ich den einen immer noch hoch einschätze und dem anderen vollständiges Versagen attestiere. Der Trainer ist wohl doch mit dem eigenen, geschönten Bild vom Verein, wie er sein sollte, an dem Verein, der er ist, gescheitert. Und ein Volker Finke oder ein Christian Streich muss man eben erst werden, in dem man scheitert und sich selbst besser einschätzen kann. Dazu gehört ehrliche Kritik und nachdenkliches Feedback. Und nicht nur Hudelei oder Abfuhr. und ein Freiburg wird man nicht, in dem man sich bescheinigt, das man alles anders machen will und dann nicht die Eier hat, das auch gegen die Goldkettchenträger durchzuziehen (oder eben abgewählt zu werden).

Und leid tut es mir trotzdem. Hauptsache ist: nicht wie RWE und der FCK in der Traditionsclubblase verharren, wo ein paar Duodez-Vereinsfürsten wie abgehalfterte Mafiabosse und Mobster in einer Zelle die alten Schlachten schlagen und das Mobiliar zerlegen.

Ich hab keine Idee, was die zweite Liga nun bedeutet. Ich will aber – insbesondere der jüngeren Generation – doch noch ein zwei Erinnerungen mitgeben, an unseren ruhmreichen Club in Liga 2, die eines nahelegen: ganz automatisch ging es auch damals nicht nach oben zurück. Zumal das oben da wirklich noch was ganz anderes war.

Ich musste die Aufstiegsmannschaft nachschlagen. Mir waren drei Spieler aus der zweiten Liga in Erinnerung. Erwin Kostedde (der damals in aller Unschuld einfach nur der etwas dickliche braune Bomber im Karriereherbst war), Klaus „Tanne“ Fichtel (Libero alter Schule – jedenfalls immer hinten drin und ebenfalls schon ein alter Mann) und Uwe Bracht (ich weiß gar nicht warum). Daneben stehen die weiteren Bremer Gewächse, die immer schon da waren (Burdenski, Möhlmann, Geils) und ein paar Küken (Norbert Meier, Thomas Schaaf, Johnny Otten).

Also ein paar hoch veranlagte (auch wenn sie sie nicht so aussahen) und etwas Gerüst: Alte, die Lust haben, noch mal was weiterzugeben, aussortierte, fehl eingeschätzte Jungs. Mit Bock auf Kicken und ein wenig Chuzpe und einer Loyalität innerhalb der Gruppe, die nicht beim ersten Lüftchen in sich zusammenfällt. Und leute, die manchmal auch ohne Alternative scheinen, so wie Uwe Reinders. Der war so’n ein bisschen wie Max Kruse ohne Geldschein-Pampers.

Und dann ein Vorstand und ein Management, das wahrscheinlich eher schlicht im Kopf war, dafür aber zum damaligen Fußball passte und dem es vor allem gereicht hat, in der lokalen Peergroup zu glänzen (und nicht in überregionalen Nachrichten zu blenden). Manager damals übrigens: Herr Assauer!

Ich weiß, das wird sich nicht wiederholen. Aber eines kann man mitnehmen: Gelegenheiten zu kreiieren und sie zu ergreifen. Das vielleicht ist der Werder-Weg in neu. Denn sonst ist Werder weg (billiges, aber dankbares Wortspiel).

Ich hab jedenfalls schon vorgestern vier schwedische Nationaltrikots geholt. Die sind wenigstens farblich immer gleich und verzichten auf Verläufe, Rauten und irgendeinen Möchtegern- Design-Chichi. Neben Ablösesummen und Spieleranteilswarenterminbörsen der größte Kack im kommerzialierten Fußball.

Nun ja. Soviel zu den alten Zeiten. Und zur Perspektive in Liga zwei. Meine Prognose: drei Jahre werden wir mindestens brauchen.

Bis dahin,

allseits gute Besserung und im speziellen etwas Bescheidenheit und Demut für die Ex-Fernsehkommentatoren mit selbst attestierten „Macher-Qualitäten“,

wünscht

Herr Pettersson

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