oder: es wird noch ein Schwedensommer
Seit gestern Nachmittag (pünktlich um 15:00) oder „strax klockan tre“ hat sich der Regen erstmal verabschiedet. Kann er auch. Vasgöl ist voll voll (also so voll, wie erst einmal beim Auswintern). Die Klampen der Badeplattform liegen 3 cm oberhalb der begleitenden Stempel. Das nämliche Teil an der Stirnseite liegt bei ca. minus 30 cm (bezogen auf die Wasseroberfläche). Ich würde also mal schätzen, dass wir so ungefähr 50 – 60 cm über dem Niveau des letzten (allerdings auch wieder sehr trockenen) Sommers liegen. Überall im Wald gibt es aktuell noch Matsch, Modder und Wasser. Allerdings ist es so kalt, dass die Mücken anscheinend noch nicht aktiv sind. Und auch das darf gerne so bleiben.
Außerdem wissen wir ja, dass der Boden hier das Wasser gerne durchleitet, jedenfalls nicht hält und insofern bin ich schon gespannt, was Herr Gustavsson zu berichten hat, wasserstandsmäßig.
Die Insektenwelt hatte es auch nicht nur kalt und nass sondern auch gefährlich. Alle Nistkästen scheinen besetzt, die Bachstelzen brüten diesmal unter dem Dach des Gästehauses (und scheinen den gesamten Raum großzügig zu isolieren, wenn man die Moosmengen und Grashalme zugrunde legt, die die beiden seit nunmehr 2 1/2 Wochen ununterbrochen eintragen). Da Herr und Frau Stelze aber auch sehr fleißig Insekten fangen, hab ich schon überlegt, ob inzwischen Jugendzimmer und Veranden angebaut werden mussten. Man weiß ja nicht, wie das beim gefiederten Nachbarn so läuft.
Stelze und Schnäpper können auch wieder besser jagen, denn ich habe heute mit dem wohl besten Mäher der Welt (Markenname ist „Klippo“) doch nun endlich Wiesen und Wege gemäht. Das fand die schwarzweiße Fliegenfressertruppe a) gut und b) überfällig. Es wurde jedenfalls unmittelbar rumgeflitzt und eingesammelt.
Die kombinierte Dokumentation der Gartengestaltung der der aktuellen Abendstimmung (21:10) seht ihr unterwärts.
Ich habe das Schnittgut erstmal liegen lassen. Ich könnte aber mit dem grundsanierten Holzrechen tätig werden. Sechs neue Zinken aus Eichenholz gehobelt und geschmirgelt, Ein Weidenzweig eingearbeitet. Total schöne Arbeit am gestrigen Nachmittag.

Nicht gemäht wurde der „Erker“ zum Apfelbaum. Iris, Kornblume und Tulpen sehen doch zu schön aus. Die lassen wir erstmal stehen.

Aus Forschung und Technik
In der Besteckschublade hab ich ein Dingens gefunden. Und auseinander genommen. Und entsorgt. Muss wohl eine Art Taschenlampe gewesen sein. Die Batterien jedenfalls waren ziemlich aufgedunsen und wurden darum von mir heute dem Sondermüll in Ankarsrum zugeführt. Details gleich unten.
Garten- und Innenarchitektur
Ich habe die Kartoffeln angehäufelt (hoffentlich nicht zu früh). Das sieht dann immer gleich so ungeheuer professionell aus, finde ich. Sowohl die Wirtschaftskartoffel wie auch die delikate Sorte des letzten Jahres zeigte Blattwerk über Niveau und wurde zwecks Ertragssteigerung etwas mit Erde überhäuft. So muss es sein.
Der neuseeländische Dauerspinat kommt auch. Bilder nächstes Mal. Zwiebel und Mangold sprießen. Dill auch. Nur die Schwarzwurzel zickt. Und Tomate und Chilie sind auch eher noch zwergwüchsig unterwegs. Aber, es wird ja (siehe oben).
Ich habe mir einen Wellnessplatz im Wintergarten angelegt. ich brauch ja nicht so viel Essplätze. Und so kann ich tags- und nachts in der Zone zwischen Draußen und Drinnen schaukeln, lesen, dösen und kaffeesieren. Sehr fein.
Einkauf
Ich war heute mit dem Rad in Ankarsrum und hab eingekauft und bin ein paar Infotafeln abgefahren.
Ich empfehle unbedingt einen Einkauf am Samstag vormittag. Da steppt der Ankarsrummer Bär. Jack Kerouac (oder ein Wiedergänger), ondulierte und Kurzhaarschnitt-Einkäufer:innen, Tippscheinabgeber, grau-haarige Sabbelköppe, deutsche angejahrte Jill Sander Touristinnen („Hier, in dem Brot sind doch wohl Körner drin …“, „Och nein, das das man bloß nicht wieder so süß ist …“ – Hammer!), niedlicher Staff (erster Job nach der Kindheit auf Saltkrokan und eine Kollegin, die wirklich schon alles gesehen hat und deren Kraft eindeutig in der Ruhe liegt) und eine so allgemein freundliche Stimmung, das es schon fast zu nett war.
Dazu hinterher ein Daimeis und eine Art von Gespräch mit dem örtlichen Beatnik an der unmotiviert an der Straße stehenden Bushaltestelle, der wahrscheinlich ungefähr das gleiche Geburtsjahr wie Herr Dylan sein eigen nennt, allerdings anscheinend medizinisch nicht ganz so gut versorgt wird wie der us-amerikanische Knödelbarde.
Rad fahren ging jedenfalls super und ich habe schon jetzt gar keine rechte Lust die gute Wilma in einer Woche Richtung Süden zu lenken. Einstweilen genieße ich das schöne Wetter und wünsche allseits gute Gesundheit. Und freu mich auf die Duelle unseres Heimatvereins mit dem Arbeitgeber des von mir hochgeschätzten Herrn Bartels,
schönen guten Abend allerseits,
Herr Pettersson
P.S. Ich bin wohl nicht nur der komische Deutsche mit dem Rad. Meine Vorliebe für die örtliche Tagespresse war jedenfalls schon eine kleine Neckerei an der Kasse wert. Nice.