Eine Arche brauchen wir nicht …

oder: es wird noch ein Schwedensommer

Seit gestern Nachmittag (pünktlich um 15:00) oder „strax klockan tre“ hat sich der Regen erstmal verabschiedet. Kann er auch. Vasgöl ist voll voll (also so voll, wie erst einmal beim Auswintern). Die Klampen der Badeplattform liegen 3 cm oberhalb der begleitenden Stempel. Das nämliche Teil an der Stirnseite liegt bei ca. minus 30 cm (bezogen auf die Wasseroberfläche). Ich würde also mal schätzen, dass wir so ungefähr 50 – 60 cm über dem Niveau des letzten (allerdings auch wieder sehr trockenen) Sommers liegen. Überall im Wald gibt es aktuell noch Matsch, Modder und Wasser. Allerdings ist es so kalt, dass die Mücken anscheinend noch nicht aktiv sind. Und auch das darf gerne so bleiben.

Außerdem wissen wir ja, dass der Boden hier das Wasser gerne durchleitet, jedenfalls nicht hält und insofern bin ich schon gespannt, was Herr Gustavsson zu berichten hat, wasserstandsmäßig.

Die Insektenwelt hatte es auch nicht nur kalt und nass sondern auch gefährlich. Alle Nistkästen scheinen besetzt, die Bachstelzen brüten diesmal unter dem Dach des Gästehauses (und scheinen den gesamten Raum großzügig zu isolieren, wenn man die Moosmengen und Grashalme zugrunde legt, die die beiden seit nunmehr 2 1/2 Wochen ununterbrochen eintragen). Da Herr und Frau Stelze aber auch sehr fleißig Insekten fangen, hab ich schon überlegt, ob inzwischen Jugendzimmer und Veranden angebaut werden mussten. Man weiß ja nicht, wie das beim gefiederten Nachbarn so läuft.

Stelze und Schnäpper können auch wieder besser jagen, denn ich habe heute mit dem wohl besten Mäher der Welt (Markenname ist „Klippo“) doch nun endlich Wiesen und Wege gemäht. Das fand die schwarzweiße Fliegenfressertruppe a) gut und b) überfällig. Es wurde jedenfalls unmittelbar rumgeflitzt und eingesammelt.

Die kombinierte Dokumentation der Gartengestaltung der der aktuellen Abendstimmung (21:10) seht ihr unterwärts.

Ich habe das Schnittgut erstmal liegen lassen. Ich könnte aber mit dem grundsanierten Holzrechen tätig werden. Sechs neue Zinken aus Eichenholz gehobelt und geschmirgelt, Ein Weidenzweig eingearbeitet. Total schöne Arbeit am gestrigen Nachmittag.

Nicht gemäht wurde der „Erker“ zum Apfelbaum. Iris, Kornblume und Tulpen sehen doch zu schön aus. Die lassen wir erstmal stehen.

Aus Forschung und Technik

In der Besteckschublade hab ich ein Dingens gefunden. Und auseinander genommen. Und entsorgt. Muss wohl eine Art Taschenlampe gewesen sein. Die Batterien jedenfalls waren ziemlich aufgedunsen und wurden darum von mir heute dem Sondermüll in Ankarsrum zugeführt. Details gleich unten.

Garten- und Innenarchitektur

Ich habe die Kartoffeln angehäufelt (hoffentlich nicht zu früh). Das sieht dann immer gleich so ungeheuer professionell aus, finde ich. Sowohl die Wirtschaftskartoffel wie auch die delikate Sorte des letzten Jahres zeigte Blattwerk über Niveau und wurde zwecks Ertragssteigerung etwas mit Erde überhäuft. So muss es sein.

Der neuseeländische Dauerspinat kommt auch. Bilder nächstes Mal. Zwiebel und Mangold sprießen. Dill auch. Nur die Schwarzwurzel zickt. Und Tomate und Chilie sind auch eher noch zwergwüchsig unterwegs. Aber, es wird ja (siehe oben).

Ich habe mir einen Wellnessplatz im Wintergarten angelegt. ich brauch ja nicht so viel Essplätze. Und so kann ich tags- und nachts in der Zone zwischen Draußen und Drinnen schaukeln, lesen, dösen und kaffeesieren. Sehr fein.

Einkauf

Ich war heute mit dem Rad in Ankarsrum und hab eingekauft und bin ein paar Infotafeln abgefahren.

Ich empfehle unbedingt einen Einkauf am Samstag vormittag. Da steppt der Ankarsrummer Bär. Jack Kerouac (oder ein Wiedergänger), ondulierte und Kurzhaarschnitt-Einkäufer:innen, Tippscheinabgeber, grau-haarige Sabbelköppe, deutsche angejahrte Jill Sander Touristinnen („Hier, in dem Brot sind doch wohl Körner drin …“, „Och nein, das das man bloß nicht wieder so süß ist …“ – Hammer!), niedlicher Staff (erster Job nach der Kindheit auf Saltkrokan und eine Kollegin, die wirklich schon alles gesehen hat und deren Kraft eindeutig in der Ruhe liegt) und eine so allgemein freundliche Stimmung, das es schon fast zu nett war.

Dazu hinterher ein Daimeis und eine Art von Gespräch mit dem örtlichen Beatnik an der unmotiviert an der Straße stehenden Bushaltestelle, der wahrscheinlich ungefähr das gleiche Geburtsjahr wie Herr Dylan sein eigen nennt, allerdings anscheinend medizinisch nicht ganz so gut versorgt wird wie der us-amerikanische Knödelbarde.

Rad fahren ging jedenfalls super und ich habe schon jetzt gar keine rechte Lust die gute Wilma in einer Woche Richtung Süden zu lenken. Einstweilen genieße ich das schöne Wetter und wünsche allseits gute Gesundheit. Und freu mich auf die Duelle unseres Heimatvereins mit dem Arbeitgeber des von mir hochgeschätzten Herrn Bartels,

schönen guten Abend allerseits,

Herr Pettersson

P.S. Ich bin wohl nicht nur der komische Deutsche mit dem Rad. Meine Vorliebe für die örtliche Tagespresse war jedenfalls schon eine kleine Neckerei an der Kasse wert. Nice.

Zwangsneurose? Oder Ordnungssinn?

Das darf man fragen, wenn man das hier …

Bretter vom dachboden, kenn Ihr schon

… mit einer kurzen Unterbrechung durch das hier …

Rhabarbarpie – zweite Fassung (hier: schäbiger Rest)

… in das hier verwanndelt …

rechte gestapelte Seite: Bretter, komma, diverse

Texterklärung: ich hab heut morgen das einigermaßen trockene Wetter ausnutzen wollen und zuerst mal unter der Fledermaushängezone auf dem Boden Pappe und Papier ausgelegt (sozusagen Moltex für Arme, die Fliegemäuse sind einfach nicht stubenrein).

Danach hab ich so für mich sinniert und erst überlegt Herrn Gustavsson einen Bretterstapel in die Remise zu packen. Aber dann wollte ich doch mal ausprobieren, ob mit Säge und Beil nicht doch das eine oder andere zerkleinert werden kann. Und bis auf sechs Belegbretter, die auf dem Scheunenboden einer weiteren Verwendung harren, war am Ende alles Kleinholz.

Die Ladepausen der Akkus für die Kreissäge (mit Hand war das echt zu mühsam und die Kettensäge wollte ich nicht ruinieren), habe ich für hacken und stapeln genutzt. Und – wie oben beschrieben – durch Fikapaus und eine Homeoffice-Session unterbrochen, war am Ende alles am Platz.

Bemerkung: ich verheize hier aber auch alle Popel in der Karolina, da darf man schon etwas Turbobrennmaterial für die Nachfolger bereit legen. Sägemehl wurde aufgefangen (Malerfilz) und in die Kackkompostbevorratung gegeben. Hier geht nichts einfach so verloren.

Danach hab ich noch versucht zu turnen. aber das war eher hüftsteif und unambitioniert. Rentnergymnastik, eben. Dafür hinterher aber warme Luft, kaltes und warmes Wasser im und um das Spa genossen. Wunderbar.

Apropos … Skorstenerna är rent

Gestern hab ich auch geturnt. vormittags. Deutlich ambitionierter als heute und eher freizügig (minimalistisch) bekleidet. Glücklicherweise drinnen, denn sonst hätte ich den plötzlich auftauchenden „Skorstenfägarmästare“ bestimmt geblendet.

So konnte ich ihn rechtzeitig sehen, die Pausetaste drücken, mir etwas Luftiges überwerfen und ihn gebührend empfangen. Schwedisch parlierend teilte er mit, dass er ja überrascht sei, das JEMAND da wäre. Was ich bestätigte, ich wäre meinerseits überrascht, das ER da wäre, da es ja einen Termin für den Juli gäbe. Davon wisse ER nichts, ER würde nur mal gucken, ob JEMAND da wäre, wenn ja, wäre vieles möglich, wenn nicht, wäre es zumindest ein netter Auflug. („Those Swedes again …!“). Darauf erwiderte ich, dass da ER nun einmal da sei, könne ER ja auch fegen, was der wackere Schwarzkittel bestätigte und flugs ans Werk ging.

Das ich dafür Elektrizität für den Staubsauger (Jockel) und eine Leiter für die Dacherklimmung bereitstellte, buchen wir mal unter Beitrag für die Völkerfreundschaft ab.

Im Gästehaus ging’s los und ich nutzte die Zeit, um schnell noch das letztmalig bemängelte Elchgeweih vom Schornstein im Haupthaus abzunehmen (obrigkitshörig und konfliktscheu – ich weiß). Dann war das Haupthaus dran und jetzt sind alle Züge wieder fein gereinigt. Rechnung kommt nach Deutschland und „Tschüss“.

Ich konnte den Kollegen noch für einen kleinen Gang in die Bastun motivieren, wo er auch gleich feststellte, dass sein Kollege wohl gerne ein Klappe im 45° Grad Ofenrohrbogen in der Sauna oder eine kleine Klappe zwischen Wand und Badeofen zur Inspektion hätte. Was hiermit weitergegeben wäre.

Ansonsten gallert es hier mal mehr und mal weniger (eigentlich eher mehr, was der Wasserstand des Vassgöl eindrucksvoll belegt). Sehr ergiebig. Ich hoffe, dass die toll angesetzte Apfelblüte nicht ertrinkt und setze auf die angesagte sonnige letzte Woche auf dem schönsten Männerspielplatz der Welt.

Ach ja, Hansi Flick wird Bundestrainer (komisch, dass man beim Bundestrainer verniedlicht – Jogi, Hansi), beim Bundespräsidenten (ist ja ämtermäßig auch nur eins drüber) nicht (Frankie kling ja auch komisch). Auf jeden Fall: Loddar darf schon wieder nicht und Effe ist ebenfalls draußen. Gemein.

Trotzdem allseits gute Besserung

Herr Petterson.

Heute ist immer noch Pfingsten …

… und die Nachricht ist von heute

Erstmal noch ein Nachtrag zu gestern: Der Bildungsauftrag des Lieblingssenders ist anscheinend abgearbeitet. Heute gibt es in den Nachrichten kein Briefing zum Feiertag. Wobei mich das doch schon interessiert hätte. Also nämlich, ob das „Ausgießen des heiligen Geistes“ wirklich zwei Tage gedauert hat oder die Jünger im erste Anlauf vielleicht nicht da waren oder gar nicht aufgemacht haben. Oder ob es zwei Sendungen waren (vielleicht aus Datenschutzgründen, so wie Nutzername und Passwort in getrennten Mails). Oder ob es einfach zuviel Geist war, also z. B. alle Sprachen dann doch in eins zuviel Information darstellten? Fragen über Fragen. Aber sowas sagt einem ja keiner.

Die Nachricht des Tages ist „Dachboden“

Die Schwartenbretter sind raus, denn nach einem morgendlichen Planungsgespräch über Landesgrenzen wurde das Konzept der Dachisolierung abgestimmt und vorbereitet. Von unten nach oben ist geplant:

  • Bretter der Decke (hängen schon)
  • Luftraum zwischen Bretter und einer neu einzubringenden Sperrschicht (Hartfaser oder OSB (die liegen dann auf den Latten, die bisher die Schwartenbretter getragen haben)
  • darauf kommt ein noch zu bestimmendes Isoliermaterial (6-7 cm sollten unterzubringen sein)
  • dann die Dampfsperre (so hochgezogen, dass die Dachdämmung angeschlossen werden kann
  • und schließlich die Fußbodenbretter (Saunabretter oder OSB)

Vorbereitend dazu wurden die Schwarten rausgeworfen und in Richtung Feuerholz expediert. Ein Steg blieb liegen, um über die Balken zu kommen und damit die inkontinenten Fledermäuse nicht direkt auf die Bretter der Zimmerdecke kacken. Es sind übrigens mindestens vier.

Außerdem: ein weiterer Küchenstuhl wurde abgeschliffen (Damit sind es schon drei). Läuft.

Schönen Feierabend

wünscht

Herr Pettersson

Heute ist Pfingsten, die Nachrichten sind von gestern …

Aktuelles

heute – die väderprognos war wieder bemerkenswert akkurat – ist leichtes Beregnen von Nutz- und Wildpflanzen sowie Tieren und Menschen angesagt. Milde 12 Grad fühlen sich nach leicht gewächshausartigen 16 an. Ein zwischen feuchter Luft und gemütlichem Landregen changierende Niederschlagsmix wässert Boden und Wald. Da ist es schön, dass heute Feiertag ist.

Mein Lieblingssender, der sich hier auch vorzüglichst streamen lässt, hat heute seinen Bildungsauftrag sogar in den eigentlich extrem knappen und umkämpften Nachrichtenslot integriert. Alle halbe Stunde bekommt der Hörer verpult, das …

  • … Pfingsten ein christliches Fest sei (aha!),
  • … welches seinen Ursprung in der österlichen Auferstehung eines guten Menschen aus dem nahen Osten habe, (soso),
  • … der 40 Tage nach der gottväterlichen (Eigen)-Re-Animation zu seinem Vater und Arbeitgeber in den Himmel „rübergemacht habe“ (oder vielleicht in die Zentrale gerufen wurde – man weiß es nicht – naja) …
  • … woraufhin der Senior noch 10 Tage Bedenkzeit und Strategiesessions brauchte, bis er dann 50 Tage nach dem Ostersonntag seine Vertriebstruppe mit einer ultimativen Chaka-Injektion seiner selbst versehen habe, die er „Heiligen Geist“ nannte. … (Hmmmhh …?)
  • … Daraufhin wurde aus der menschenfreundlichen Lehre eines Nazareners eine Art Tupperware oder Thermomix-Produkt, das in allen Sprachen von den Jüngern (also einer Organisation) unters teilweise unwillige Volk gebracht wurde. (Yip!)

Und – bumms – hatten wir den Salat! (Das allerdings kam so nicht in den Nachrichten. Ich paraphrasierte parteiisch (modern: „framing“) aus meiner Sicht.

Nun ist es an und für sich schon spannend, dass sich der Informationsauftrag des DLF (nicht: DFL), jetzt auch auf solchen basalen Ebenen abspielt. Und es wird interessant, welches Grundwissen den Hörern nun jeweils vermittelt werden wird. Ich wäre z. B. sehr dafür, das in Zukunft eine Börsennachricht mal eben mit einer Kurzfassung der Marxschen Mehrwertlehre versehen wird. Da hätte ich aber meine Zweifel, ob das so kommt.

Ansonsten mach ich heute einen ruhigen. 100% Regenwahrscheinlichkeit sprechen für gemächliches Indoortun und -denken.

Tarnzelt und Blätterhaufenanzug

braucht man hier nicht. Einfaches kaffeesieren im Wintergarten reicht völlig aus, um bei uns seltene Tiere wie den Kernbeißer, den Dompfaff, eine artenübergreifende Rotte aus Berg-, Grün und Distelfink und ab und zu ein Sonnenblumenkerne klauendes Eichhorn zu bewundern. Nicht alle lassen sich gerne fotografieren, aber manche werden einfach nicht informiert.

Baumaßnahmen

Was war noch: Ich habe gestern den Dachboden fertig entstaubt (jedenfalls habe ich alles rausgefegt und gesaugt, was ich erwischen konnte). Jetzt brauche ich eine Baubesprechung. Die dafür notwendigen Fotos werde ich heut mal machen und dann einen Termin mit Herrn Gustavsson vereinbaren.

Dabei habe ich die versprochenen Fotos der Fledermäuse gemacht. Richtig gut finde ich die Adern in den Ohren. Und ein wenig peinlich ist mir, dass ich die beiden dazu gebracht hab sich zu bepinkeln. Das ist nicht beabsichtigt gewesen.

Ich habe die übrigens IMMER mit Handschuhen angefasst. Und das solltet Ihr auch machen, denn Fledermäuse sind häufig Träger des Tollwutvirus (ohne selbst zu erkranken). Sie haben zwar gar kein Interesse an uns, aber wenn man sie umsetzt, muss man sie anfassen. Was sie wiederum echt ätzend finden. Dabei Handschuhe an und NICHT beißen lassen.

Eigentlich sind es drei. Aber die dritte ist mir entwischt und – so vermute ich – direkt zum Anwalt geflogen, um mich zu verklagen.

Dann wurde Wilma noch einmal mit Steinen beladen. Ich könnte also an der Trockenmauer weiter bauen. Mal sehen.

Unkraut jäten und einige Mangoldsamen nachlegen war auch noch. Die Himbeeren hab ich freigelegt, damit nicht nur Löwenzahn und Hahnenfuß vom Gießen profitieren.

Den zweiten Rhabarberpie habe ich gestern abend noch gebacken. Die Fikapaus ist für die nächsten Tage gesichert.

Wellness und der Weg ins Elend

Und dann war ich auch noch nachmittags saunieren. Waschen musste sowieso und dann dachte ich, man kann ja das Fußballspiel auch anderweitig verdödeln.

Und – so zeigt das Ergebnis – das war auch die bessere Wahl. So ein Elend. So eine im Nachhinein unfassbare falsche Selbsteinschätzung. So wenig Mut zur Wahrheit unterwegs und der Erkenntnis, dass man eben nicht ein europäischer Club im Wartestand ist. Und so eine Schwäche von Florian Kohfeldt und seinem Umfeld , von denen ich den einen immer noch hoch einschätze und dem anderen vollständiges Versagen attestiere. Der Trainer ist wohl doch mit dem eigenen, geschönten Bild vom Verein, wie er sein sollte, an dem Verein, der er ist, gescheitert. Und ein Volker Finke oder ein Christian Streich muss man eben erst werden, in dem man scheitert und sich selbst besser einschätzen kann. Dazu gehört ehrliche Kritik und nachdenkliches Feedback. Und nicht nur Hudelei oder Abfuhr. und ein Freiburg wird man nicht, in dem man sich bescheinigt, das man alles anders machen will und dann nicht die Eier hat, das auch gegen die Goldkettchenträger durchzuziehen (oder eben abgewählt zu werden).

Und leid tut es mir trotzdem. Hauptsache ist: nicht wie RWE und der FCK in der Traditionsclubblase verharren, wo ein paar Duodez-Vereinsfürsten wie abgehalfterte Mafiabosse und Mobster in einer Zelle die alten Schlachten schlagen und das Mobiliar zerlegen.

Ich hab keine Idee, was die zweite Liga nun bedeutet. Ich will aber – insbesondere der jüngeren Generation – doch noch ein zwei Erinnerungen mitgeben, an unseren ruhmreichen Club in Liga 2, die eines nahelegen: ganz automatisch ging es auch damals nicht nach oben zurück. Zumal das oben da wirklich noch was ganz anderes war.

Ich musste die Aufstiegsmannschaft nachschlagen. Mir waren drei Spieler aus der zweiten Liga in Erinnerung. Erwin Kostedde (der damals in aller Unschuld einfach nur der etwas dickliche braune Bomber im Karriereherbst war), Klaus „Tanne“ Fichtel (Libero alter Schule – jedenfalls immer hinten drin und ebenfalls schon ein alter Mann) und Uwe Bracht (ich weiß gar nicht warum). Daneben stehen die weiteren Bremer Gewächse, die immer schon da waren (Burdenski, Möhlmann, Geils) und ein paar Küken (Norbert Meier, Thomas Schaaf, Johnny Otten).

Also ein paar hoch veranlagte (auch wenn sie sie nicht so aussahen) und etwas Gerüst: Alte, die Lust haben, noch mal was weiterzugeben, aussortierte, fehl eingeschätzte Jungs. Mit Bock auf Kicken und ein wenig Chuzpe und einer Loyalität innerhalb der Gruppe, die nicht beim ersten Lüftchen in sich zusammenfällt. Und leute, die manchmal auch ohne Alternative scheinen, so wie Uwe Reinders. Der war so’n ein bisschen wie Max Kruse ohne Geldschein-Pampers.

Und dann ein Vorstand und ein Management, das wahrscheinlich eher schlicht im Kopf war, dafür aber zum damaligen Fußball passte und dem es vor allem gereicht hat, in der lokalen Peergroup zu glänzen (und nicht in überregionalen Nachrichten zu blenden). Manager damals übrigens: Herr Assauer!

Ich weiß, das wird sich nicht wiederholen. Aber eines kann man mitnehmen: Gelegenheiten zu kreiieren und sie zu ergreifen. Das vielleicht ist der Werder-Weg in neu. Denn sonst ist Werder weg (billiges, aber dankbares Wortspiel).

Ich hab jedenfalls schon vorgestern vier schwedische Nationaltrikots geholt. Die sind wenigstens farblich immer gleich und verzichten auf Verläufe, Rauten und irgendeinen Möchtegern- Design-Chichi. Neben Ablösesummen und Spieleranteilswarenterminbörsen der größte Kack im kommerzialierten Fußball.

Nun ja. Soviel zu den alten Zeiten. Und zur Perspektive in Liga zwei. Meine Prognose: drei Jahre werden wir mindestens brauchen.

Bis dahin,

allseits gute Besserung und im speziellen etwas Bescheidenheit und Demut für die Ex-Fernsehkommentatoren mit selbst attestierten „Macher-Qualitäten“,

wünscht

Herr Pettersson

Linnaea borealis oder Taraxacum sect. Ruderalia?

Linnaea bor. ist die emblematische Blume Smålands, hab ich gestern im remote Schwedischkurs gelernt. Das arktische Moos- oder Erdglöckchen ist (Obacht: jetzt bloß nicht durch ungekennzeichnete Zitate die kürzlich geschwundene Familienministerin machen) „… die einzige Art der Pflanzengattung Linaea in der Familie der Geißblattgewächse“. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Moosgl%C3%B6ckchen). Siehste wohl!

Irgendein Horst oder eine Ella haben jedenfalls irgendwann beschlossen, dass jede schwedische Provinz sich doch auch eine Blume aussuchen solle, die neben Namen, Hauptstadt, Lieblingsgeruch und sonstwas für eben jene stehe. Da kann nun das wirklich niedliche Moosglöckchen nüschte für und das etwas von Linné benanntes in Schweden immer auf die sichere Seite führt ist, auch schon mal ambach (also klar). Aber, und jetzt kommt es, ich habe dies putzige Gewächs hier noch nie (bewusst) gesehen. Das erste selbst geschossene Foto des hiesigen Glöckchens auf diesen Seiten wird mit einer Marabou-Schokotafel nach Wahl prämiert – versprochen.

Ich hab gestern einfach behauptet, dass die hiesige Provinzblume der Löwenzahn sei oder auf gut schwedisch: die Maskros. Löwenzähne oder Kuhblumen sieht man aktuell nämlich buchstäblich überall. Wenn ich die Schlauberger auf der globalen Müllhalde richtig verstehe, gibt es davon ganz viele Arten, die man alle irgendwie auch verwechseln kann. Aber das ist mir echt schnurz, denn gelbe Blüten ham’se alle. Als Salat kann man sie essen und harntreibend wirken sie auch (weshalb der Franzose das Kraut im Volksmund passenderweise auch “ Pissenlit“ nennt). Sagt auch Wikipedia jedenfalls (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wenzahn_(Taraxacum)). Wir haben reichlich. Konkret da, wo die Hottis nicht dran rum fressen.

Und zum Wettbewerb zwischen Moosglöckchen und Löwenzahn: Der Campingplatzweg bringt jedenfalls deutlich mehr gelb als rosa. Und ist aber auch wirklich hübsch mit den vielen schönen Ausblicken.

Aktivitäten

Ich hab inzwischen 2/3 des Dachboden gefegt und ausgesaugt (feucht aufnehmen kommt noch). Die drei dort wohnhaften Fledermäuse hab ich (eine schon zweimal) in den neuen Fledermauskasten gebracht (ohne Fotos, um die nicht noch mehr zu nerven), das hat die Bande aber nur randlich interessiert. Jeden Morgen krabbeln sie nach der Arbeit wieder auf den Boden und markieren, was das Zeug hält. Da werden wir wohl noch ein förmliches Verfahren einleiten müssen. Das wird allerdings schwierig, denn erstens scheinen sie rechtsschutzversichert zu sein und zweitens wirken sie extrem bedürftig. Zumal alle drei extrem inkontinent zu sein scheinen. Das Ersatzheim wird jedenfalls weiter empfohlen (und ja: immer nur mit Handschuh, denn die Viecher sind echte Virenträger übelster Art). Ich schau mal, ob sie morgen noch zuhause rumhängen (Haha!), dann mach ich ein Bild.

Heute war Einkauf (Schweden-Trikots und Essen und so) angesagt. Und außerdem hab ich mit Retrovik ein neues Löppis-Mekka in Västervik entdeckt. Eine unglaubliche Fläche in mindestens drei Gebäuden. Vom Altmöbel und der Antquität bis zum echten Löppis alles da. Ich hab 5 Küchenstühle für je 8 Euro mitgenommen, vielleicht überzeuge ich Herrn Gustavsson davon, die nach dem Aufarbeiten anstatt der Plastestühle im Wintergarten zu verwenden. Retrovik ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Werkzeug, Möbel und Geschirr bis zum Abwinken.

Da ich heute nicht auf den Dachboden will, hab ich Wilma noch mit ein paar Steinen für die Trockenmauer voll gepackt. Da muss auch Material her, bevor wieder alles überwachsen ist. War jetzt ein Kofferraum voll und damit vier Karren. Sch ****nd schwer, das.

Vegetation

Die Pflanzen werden jeden Tag wilder. Staatsblume hin oder her. Die Espen schlagen langsam aus, die abgefressene Zwetschge gibt alles, die Apfelbäume fangen an zu knospen und zu blühen und – auch wenn sie überhaupt keine Funktion in der Provinz Småland haben, finde ich Gänseblümchen und blaue Hornveilchen auf jeden Fall auch erwähnens- und zeigenswert.

Wellness

Ich hab heut schon Yoga gemacht und geturnt. Allerdings indoor. War mir zu frisch, draußen. Ich schmeiß jetzt die Bastun an, denn bei morgens 6 und tagsüber 16 Grad darf man sich abends mal durchwärmen. Vor allem, wenn der See einfach nicht über die 12 bzw. (mit aller Liebe) über die 13 Grad rauswill.

Abhärtung wäre das Stichwort, um trotzdem hin und her zu schwimmen! Und das täte wahrscheinlich für gute Gesundheit sorgen (wenn ich auf das Eisschwimmen nicht einfach verzichten würde, den Göl als Tauchbecken nach der Sauna zu nutzen muss reichen). Aber ich werde noch nach hinten schwimmen. Da muss man ja auch mal nach dem Rechten sehen.

Bis dahin allseits gute Besserung!

sagt Herr Pettersson

Wildkräuter, Kulturpflanzen – irgendwas geht alleweil

Die erste Woche ist rum (heute abend vor 7 Tagen bin ich angekommen). Und das heißt allerlei (was ich Euch im Detail erspare und dazu auf die vorherigen Beitäge verweise).

Eingebremst

Wie immer nach einer Woche landet der kreisende Geist auf einem verlassenen Feldflughafen und die alte Constellation verweigert erneute Starts. Das Tempo nimmt ab, Ohren und Augen schärfen sich und Störungen (Homeoffice!) merkt man als solche.

Ein kleiner Abendspaziergang mit einem rufenden Kuckuck auf einem Baum und einem posenden Kranichpaar sind Tageshighlights. Krimis lesen und eine Stunde unter Anleitung turnen sind gewaltige Punkte auf der Tagesliste. Plötzlich ist wieder Zeit für Musik – auch wenn es Spotify ist. Und ausgehend vom Soundtrack aus Coen’s „Brother, where art thou“ mach ich mich auf die Reise durch alte Platten, längst vergangene Konzerte und spüre die Gänsehaut im Nacken, als ich das erste Mal die schreppelige Gitarre von Steve Earle („Devils right hand“) gehört habe – long gone and still missed.

Das nur am Rande: wieder Z U H Ö R E N zu können, das ist für mich die Karlsborg. Und das macht so Lust auf Musik. Und , mein Gott, wie vermiss ich das in echt. Und ich merke, welchen Stress ich schiebe, dass das zuhause so gar nicht geht. Grade läuft übrigens Billy Bragg, den Titel dürft Ihr Euch aussuchen …. Und jetzt kommt Tracy Chapman (die ich mindestens so verehre, wie Amanda Gorman, die Mr. Biden gesagt hat, was in seiner Amtszeit anliegt und was möglich ist).

Komm zum Punkt, Mann!

Hier war die letzten Tage Sunshine Coast (speciell för dig, Ruscha), was heißt Regen in allerlei Darreichungsformen, verschieden und mit unterschiedlichen Begleitumständen, aber immer auf jeden Fall naß und lang anhaltend. Langer Rede, gar kein Sinn: 2 Mio. Worte für Niederschlag – überhaupt kein Problem.

Das Wetter ist auf jeden Fall besonders: eben war ich in der Bastun (mit warmer Dusche) und es donnerte und blitzte, dann war blauer Himmel und jetzt verschwindet der Göl im Nebel – ist schon komisch.

Was wollte ich eigentlich sagen? Richtig, es ging um die Segnungen der Natur.

Heute habe ich noch keine Brennessel-Lasagne gemacht (steht aber noch auf dem Zettel). Im Gegenteil, es war Luxus angesagt: Rhabarbercrumble (als Mittagssnack und Seelentröster vor GL-Sitzung) und ein Gin Basil Smash nach der Bastun. Kann man nur empfehlen. Precis lagom.

Ansonsten war heute Office. Ich mag es nicht mehr!

Natur

Gestern habe ich – es war trocken – noch einen kleinen Spaziergang gemacht (siehe oben). Und das war wirklich schön. Am Nygård hab ich das Kranichpaar gesehen, das die ganze Nachbarschaft mit seinem Getröte unterhält. Drei Singschwäne waren da, der Kuckkuck machte schaufliegen und die Hühner am Hof hielten wacker dagegen, mit gerefften Unterröcken und zwei sehr virilen Hähnen, die (vermutlich der LGBT Fraktion angehören, so hübsch, wie die aussahen,) auf jeden Fall extrem wachsam in den Himmel lugten.

Vorgestern war auch Außenluxus (ein-Person-Grillen für Ralfi). Alles Pico.

Was war sonst noch?

Bastun, Dusche, Turnen, Jockel angeschmissen, Wand durchgebohrt, Hütte gesaugt, morgen wird der Dachboden in Angriff genommen. Nicht dass die Zeit plötzlich rum ist!

Ich melde mir. Bleibt gesund,

wünscht

Herr Pettersson

Von Vater zu Vater: Gute Nachbarschaft muss man lernen

„Jag tar en fikapaus … „

das ist, so wisst ihr, eines der weit verbreiteten tagesstrukturierenden Ereignisse in Schweden und nebenbei auch eine wirklich tolle Gewohnheit. Kaffe, bulle, en bra tidning – det är jettekul.

Ich mach grad eine Pause und tipsel während dessen einen Beitrag in den Blog (Obacht: sowas gilt in Sverige übrigens als typisch deutsches Strebertum – im Arbeitskontext vermeiden). Die im Hintergrund liegende Arbeitshose erlaubt Rückschlüsse auf die aktuelle Bekleidung des Autors, die Schlagzeile der Zeitung berichtet von den segenseichen Auswirkungen eines kalten Frühjahrs und eines Winters mit Schnee auf den Grundwasserstand in der Region und zur Herkunft der Zimtschnecke sei auf den folgenden Absatz und den überarbeiteten Artikel Einkaufen verwiesen. Gestern hab ich nämlich den neuen Coop in Ankarsrum besucht.

Es gibt ihn wirklich.

Schaut mal. Ist das cool? Es wurde neu gebaut (jetzt nicht unbedingt eine völlig abgefahrene Architektur, aber großzügig und mit guter Anlieferlösung sowie abgeteilten Funktionsbereichen). Die Öffnungszeiten sind auskömmlich (in erster Linie für die Kund:innen). Der Parkplatz ist fett und die Auswahl echt üppig. Man kann dort wirklich gut einkaufen. Für die Mashup-Freunde: https://goo.gl/maps/sFumNkRWLiEkc6cv7

Die Bilder sprechen für sich. Ich habe erstmal dem Willys in Västervik abgeschworen und kaufe ab jetzt alles hier ein. Der Umsatz muss stimmen!

Dann wurde über den Winter noch eine Wasserzapfstelle eingerichtet (kurz vor dem Kiosk auf der linken Seite, wenn man von Norrhult kommend über die Bücken nach Ankarsrum reingefahren ist. Auch wegen der Kanisterfüllung muss man jetzt nicht mehr nach V.

Nachbarschaft …

… ist in Schweden ja eigentlich einfach, wohnt doch der nächste nicht verwandte Mensch zumeist etliches entfernt. Nähe muss man allerdings lernen. Keine Panik, es gibt keinen Bauplatz neben der Karlsborg, hier ist es ruhig wie immer. Ich mache gute Nachbarschaft gerade mit dem Schnäpperpärchen, das wieder in den roten Nistkasten am Kirschbaum eingezogen ist. Beide sind nun nicht begeistert davon, dass da plötzlich ein Großwild auf der Terasse sitzt. Erwin ist etwas zutraulicher, Madame noch distanziert. Mal sehen, wann es wird.

Ich lasse ihnen Zeit und sitze aber immer mal wieder hier, damit sie sich gewöhnen. Eine neue schöne Rechtfertigung: Pause machen als sozialer Akt sozusagen.

Freizeit …

gab es gestern auch. (Homeoffice war der Hauptteil, es ist aber Land in Sicht). Der Garten wurde weiter bestellt. Eine Physalis ins Freiland, zwei weitere Chilies ebendort, zwei kleine Buschtomaten ins Rentnerbeet, eine Netzmelone als Experiment daneben. Juttas gespendete Hängetomate hat einen Platz neben der Eingangstür gefunden. Zwiebeln wurden gesteckt und Kartoffeln gesetzt. Jetzt ist erstmal fertig. Gießen, jäten und zupfen sind die Kür.

Gestern hab ich am See eine Stunde Anfänger-Yoga gemacht. Asynchron mit einem Video. Das war richtig fein. Aber ich freu mich schon auf den nächsten Termin mit Vale.

Apropos See: gestern konnte ich schon richtig baden, die obere Wasserschicht ist warm. ich wollte mich eigentlich nur waschen und wollte gar nicht mehr raus. Man kann also schon mal etwas abkühlen. Und das mach ich jetzt. Und dann wird Dachdecker-Sonnenschutz aufgetragen. Das Fell ist nämlich schon etwas kurz …

Heute abend wird gegrillt. Fleisch und Gillgemüse gibt es nämlich im neuen Coop auch in größerer Auswahl als früher.

Einen schönen Feiertag Euch allen wünschen

Herr Pettersson und Erwin. Madame ist noch nicht soweit.

Whodunit? – oder „Woher kommen die mysteriösen Löcher“

Prologenoma

Eines seltsamen Dinge, deren ich mit zunehmendem Alter „gewahr“ werde (was für ein schönes Wort, fast so wie „obschon“ und „demnach“), ist ein seltsames Missverhältnis zwischen der Menge der Befürchtungen katastrophaler Störungen („oh, was alles passieren kann“) und den Gewissheiten, dass es immer eine Lösung gibt („selbst wenn, ist doch kein Beinbruch“). Beides wird irgendwie mehr, wobei man doch erwarten sollte, das sich die beiden Wahrnehmungen konkurrierend verhalten (wenn es mehr Befürchtungen gibt, nimmt die Sicherheit ab und vice versa).

Aber nein, ich erlebe das Gegenteil. Unter anderem beim Reisen. Das führt dann zu ausführlichen Packlisten, mehrfacher Taschen- und Kofferraumkontrolle, 10 Minuten zusätzlicher Zeitreserve zu den schon eingeplanten 10 Minuten und anderen Absicherungen gegen Unvorgesehenes . Trotzdem sitzt im Nacken das Gefühl: heute geht es schief. Mir will es scheinen, als sei das sozusagen eine Spielart des Impostorsyndroms, nur das man nicht die eigene Kompetenz infrage stellt und erwartet, dass irgendeiner einem demnächst die eigene Unfähigkeit nachweisen wird, sondern, dass doch irgendwann die Panne auf der Autobahn, der vergessene Ausweis oder der bereits verstrichene Abfahrtstermin einem die doch ansonsten so schöne Reise verhagelt.

Nehmen wir als Beispiel meine Anreise, die vollkommen unspektakulär und geschmeidig verlief. 18:00 Abfahrt HB, kleiner Stau in Travemünde (angesagt waren +18 Minuten), darum kleiner Schlenker in die Stadt, daselbst getankt und die Reservekanister gefüllt, dann zum Checkin, immer noch Stau (aber so eingestiegen, dass es nur noch +8 Minuten waren), 20:45 am Checkin, kurz in der Schlange gewartet, rauf aufs Schiff, rein in die Kiste, fein Bubu gemacht, nächsten Morgen raus, keine Zollkontrolle, mit Wilma immer bergab Richtung Vaxjö, da eingekauft (Internet und Saatkartoffeln und Milch), Rest in Vimmerby eingeholt, 13:40 eintreffen in der Karlsborg, Strom an, Router an, Kühlschrank an, Kaffee gekocht und um 14:00 ein Zoom-Meeting mit der Firma gemacht. Abends den Rest eingeräumt. Brot, Bierchen, Falle. Peng!

Und trotzdem war ich gestresst (s. o.). Ich glaub, ich muss mal meine Mackenausstattung kritisch prüfen lassen!

Karlsborg

Hier ist Frühling. Zartes Birkengrün, Apfelbäume noch kahl, Kräuter wachsen, die ausgesäten Gemüse stehen noch sehr am Anfang. Ich hab die Tomaten und die gekauften Chilies ins Freiland gepflanzt, Kartoffeln gelegt und freu mich an der frischen Terra preta im Beet. Der Vassgöl hat 10 Grad (in den oberen 2 cm). Herr Pettersson war aber schon drin: 10 Schwimmzüge mit 2 mal Kopf unter Wasser. Heiland, war das kalt.

Es wird und webt und ballert: Meisen brüten, einige bauen noch, Schnäpper, Bachstelzen und weitere braune Federbälle sind am Start. Schwer verliebte Raben torkeln durch die Luft und der Kuckuck ruft mit Ausdauer. Die Kraniche hupen, der Kirschbaum ist weiß und der Beamtenvogel macht „ähem, ähem“, schnurrt abends eilig nach Haus, während die Spechte krakelen und die Schwalben noch unterwegs nach Småland sind.

Ich mag das so gerne, zwei Frühjahre binnen eines Jahres hintereinander zu erleben. Das ist wirklich das allerbeste.

Whodunit?

Eine Seltsamkeit gab es aber doch. Auf ca. 20 Quadratmettern hat in den letzten Wochen irgendein Viech lauter mehr oder weniger akurate Löcher in die Grünanlage gewühlt. Trittsiegel und Losung wurde nicht hinterlassen.

Ich vermute, dass es entweder ein sehr, sehr kleines Widschwein war (so ein borstiges Meerschwein, in etwa), eine genetisch verändert Monsteramsel oder ein Neu-Golfer mit einem unglaublich schlechten Handicap, der versucht hat Bälle ohne Tee abzuschlagen. Ach ja, was auch sein könnte, ist eine småländische Traingseinheit unseres ruhmreichen Heimatvereins unter dem Motto: „Rumpelfussball für Liga 2 üben“.

Egal, ich werde sanieren, Erde von draußen holen (oder Blumenerde kaufen), etwas Gras und Blumen aussäen und mich auf die Lauer legen.

Zum Thema Verbiss: der Zwetschgenbaum versucht sich zu bekrabbeln (er schlägt aus) und die dornenlose Brombeere schmollt noch.

Post scriptum

Nein, ich war noch nicht beim vermuteten neuen Coop in Ankarsrum. Vielleicht morgen. Aber wahrscheinlich ist der gar nicht da oder schon wieder zu oder hat keine Türen.

Wie ihr merkt, werd ich es grad nicht los – das „der-Himmel-wird-mir-auf-den-Kopf-fallen-Gefühl“ (siehe oben). Aber ich weiß ja auch, dass es gut ist oder wird. Das sagt mir die Erfahrung.

In diesem Sinne: Allseits gute Besserung,

wünscht Herr Pettersson*

* der allen Grund hat, sich zu freuen – so rund, gesund und fröhlich wie er hier sein darf