Abends ist der Tag eigentlich schon fast rum …

… jedenfalls für das ehrbare Handwerk

Donnerstag abend, zwei Kerle sitzend auf dem jeweiligen Stamm-Sessel, Ofen an, lecker Wachtelbohneneintopf in der Figur. Ein Bierchen und ein Gläschen Rum. Kann kaum schöner sein.

Wir sind beide kaputt. Gestern war (Achtung Wortspiel:) Leistung gefordert, heute auch. Gefühlt bin ich 1499 mal von der Baustelle (Wintergarten) nach unten (Werkstatt) gelaufen. jedesmal irgendeine Leiste in der Hand, die grad 1,2 mm zu dick, zu breit oder zu lang war, um sie direkt als Unterfütterung für die Deckleisten zu verwenden, sie in irgendwelche Zwischenräume zu verprökeln, um so endlich weiter machen zu können.

Darum wurde gesägt, geraspelt, gehobelt – gern auch mehrfach an einem Werkstück – bis es passte. Vorher wurden Klebebänder aufgebracht, die sparsam der Länge nach geteilt wurden und so insgesamt dem Gastland Ehre erwiesen, nennen die übrigen Schweden das schöne Småland doch auch gerne Snorrland (was Geizhalsland bedeutet), weil hier nie nichts weggeworfen wird, weil man es ja noch brauchen kann. Und das stimmt ja auch, jawoll.

Ob es so sinnvoll ist uralte Kiefernleisten mit dem Hobel von 14,8 mm auf irgendwas zwischen 11 und 10,5 mm Dicke zu verschmälern, sich dabei Splitter einzureißen und am Ende doch nur ungefähr passende Teile zu haben, bleibe mal dahingestellt. Den Tag füllt es jedenfalls und am Ende ist man auch irgendwie glücklich. Und ob das mehr Biochemie oder echte Erfüllung ist, kümmert auch keinen großen Geist. Ist eh wurscht, weil es ist, wie es ist.

Jedenfalls wurde gedeckleistet, wieder aufgefüllt, Acryl verschmiert und heute um 17.00 (siebzehnhundert) das Gewerk Holzleisten und Dichtung für beendet erklärt. Der Wintergarten muss nur noch (in Teilen) geschliffen und gestrichen werden. Dann haben wir es. Punkt.

Und vorher war Regentonne

Am Anfang hab ich die ersten Regentonnen ersetzt. Das seht ihr hier.

Ansonsten war remote und Kino im Kopf …

Gestern abend gab es Yoga mit Vale. Das war schön, wenn auch das kranke rechte Knie des Berichtenden die ganz geschmeidige Form verunmöglichte und ich mehr schlecht als recht durch die Übungen zu „ich fühle mich leicht und beweglich“ oder so lavierte. Aber schön war es und es macht schon allein Spaß Vale bei ihren Übungen zuzusehen. Bamse war durch meine Darbietungen stark verunsichert. Ein alter Sack auf dem Boden heißt bei ihm wohl: da ist was faul. Und so winselte und jaulte er sich durch den Entspannungsteil, was mir eben diese auch eher schwer machte. Aber sei es drum. Passt schon. Und jetzt fällt mir grad ein, dass ich noch gar nichts überwiesen hab. Das muss dann aber auch gleich noch passieren.

Nebst Yoga war ich gestern noch auf einer Hauptversammlung der Sparkasse, bei der Mitglied zu sein ich die Ehre habe. Das war eine Life-Übertragung und bei allen Seltsamkeiten dieser Formate finde ich es doch eine gute Idee, grundsätzlich remote anzubieten, denn so kann jeder von überall her zusehen und damit sind die geschlossenen Türen einfach mal Vergangenheit. Und das kann – so glaube ich -. wirklich und in beinah jedem Fall nur gut sein.

Disclaimer

Das meine Gedanken heute ganz und gar nicht so gradlinig sind, wie die Leisten, die ich den ganzen Tag verarbeitete, ist offensichtlich. Aber das soll und darf heute aber auch einfach mal so stehen bleiben. Denn manchmal ist mein Kopf von einem Knäuel sich windender Gedanken gefüllt. Und da hinterher zu kommen ist für andere dann eher nervig, aber von mir nicht böse gemeint. Sondern eben einfach so, wie es ist – an einem Abend in der Karlsborg, wenn man sich fragt, warum es manche so schwer haben obwohl sie doch so gute Leute sind und das es besser wäre, wenn jeder sein dürfte was er oder sie ist. Und das jede:r werden könnte, was er oder sie sein wollte. Einfach so, weil es gut ist, wie es ist und ein Studierter nicht mehr wert ist als der Arbeitsmann oder die Arbeitsfrau, die alle ihr Teil beitragen zum „greater good“.

Und dann fällt mir auch noch die Szene aus dem Polizeiruf von letzter Woche ein, wo Frau König und Herr Buckow zu TSS karaokisieren und ich gar nicht anders konnte als ein tiefes JA zu denken. Zu eben diesem. Allem.

Aber das ist eine andere und viel zu große Geschichte für so ein kleines Textlein. Und deshalb erstmal: allseits gute Besserung, Liebe und Glück für Euch alle.

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