Wir sind entsetzt. Wütend und enttäuscht. Fühlen uns allein gelassen und stehen in der Gefahr unseren Frust in sinnlose Aggressivität zu wandeln. Fast wie die AFD Wähler sozusagen, nur das die das mit der Gefahr meist schon hinter sich gelassen haben. Aber im Gegensatz zu den heimattümelnden Pseudokonservativen vom rechten Rand (mögen sie schnellstmöglich genau da landen, wo sie hingehören), haben wir allen Grund.
Die haben doch tatsächlich unseren Coop-Nära zugemacht! Aus die Maus. Leuchtreklame ab. Nur noch Postabholepunkt. Sieht echt endgültig aus. Und das wäre natürlich ein echter Schlag ins Kontor. Nicht nur, was die Nahversorgung mit Waren des täglichen Bedarfs ohne KFZ-Einsatz sondern auch und vor allem was die sozialen Kontakte mit hiesigen Einwohnenr angeht. Es ist ein Skandal.
Aber mal ohne Scheiß: für uns ist das lästig, scheint doch neben Västervik und Vimmerby (und jeweils 30 km Fahrt eine Tour) zumindest in 10 km Entfernung eine Einkaufsgelegenheit in Hjorted zu bestehen. Aber für alle hiesigen, die man im Coop Nära treffen konnte – ganz jung oder eher alt, wenig mobil aus Gesundheits-, Alters- oder Schnapsgründen, mit wenig Geld oder wenig Kontakt – für alle die ist das echt ein Debakel. Zum einkaufen mit dem Bus nach Västervik. Das geht doch nicht. Und erst recht nicht, wenn man die 2 Kubik Zeug, die man für eine Woche hier so braucht, dann auch noch durch die Gegend schleppen muss. Ein Skandal, eben.
Und was sagt Coop?
Das ist der nächste Hammer. Ich hab noch auf dem Weg nach Västervik (irgendwo mussten wir ja einkaufen) sofort den Coop-Kundenservice angeschrieben und mal ganz blöd gefragt, ob der Laden denn wirklich zu sei (stehen tut da nur handschriftlich 3.-8.3. stängd) und mein Bedauern über eine etwaige endgültige Aufgabe des Standortes mitgeteilt. Reaktion: Nüschts.
Aber da kann man ja nochmal nachhaken (oder wie ein Kollege auf Kundenseite zu sagen pflegte „nachharken“). ich hätte jedenfalls gerne eine Auskunft.
Der Rest des Tages … war ok
Wir haben nach etwas Homeoffice und sperrigen Themen und hausinterner Elektroinstallation durch Herrn Pettersson (mit mäßigem Erfolg) und dem Schock wegen des geschlossenen Ladens dann erstmal den Willy:s in Västervik leer gekauft. Unter anderem gab es Semlor. Das ist ein Ostergebäck hier (bzw. wurde in der Vorosterzeit gegessen, so wie Krapfen bei uns). Ist ein Hefeteig, mit fett Sahne und einer Art Marzipanrohmasse als Füllung. Kann man essen. Macht satt und glücklich. Hier nach Rückkehr mit Snabbkaffee direkt aus der Packung gereicht.

Danach waren wir waschen. Also uns. Und zwar mit warmen Wasser. Die Installationen im Spa haben den Winter gut überstanden und auch der Wassertank ist dicht (und inzwischen auch m it flüssigem Wasser statt Eis gefüllt). In der Bastun gab es keinen Eisaufguss mehr dafür aber einen Birkenbusch zum abklopfen und drei nette Gänge mit nachmaligem Haare waschen.
Das Ergebnis ist überzeugend. Allerdings sehe ich inzwischen immer mehr wie ein verrückter Professor oder wie der einigen älteren bekannte Magier Catweazle aus. Leichter Grauton und dünneres Haar tun neben der Länge und dem allfälligen Wind hier ein übriges. Es moppt. Aber was soll’s. Muss man drüber stehen.

Nach dem Abendessen (Brathering mit Pellkartoffeln, Salat, Jogurtsauce und Mayo – beides selbst maakt) wurde der Tag in die Schlussrunde geschickt. Und vor dem Schreiben gab es ein kleines Himbeergeistchen, auch um die heutigen handwerklichen Aktivitäten von Herrn Gustavsson (Elektroinstallation und Dachplatten) und die geringen Beiträge von Herrn Pettersson dazu gebührend würdigen zu können.
Ach ja, 18 Grad hatten wir heute. Leichte Gesichtsröte inklusive. Alles ohne Kurtaxe.
Und trotzdem: der Coop-Nära Skandal wird noch weiter verfolgt. Das muss sich noch genauer klären lassen.
Bis dahin: Gute Besserung.