Wochenende!
Man glaubt es nicht, aber auch in der Karlsborg kann man sich auf „heimarbeitsfreie“ Zeit freuen. Herr Petterson sitzt um 19:30 noch in Unnerbüx am Tisch und dokumentiert. 2 x Schwimmen sind absolviert, einmal Pfifferlinge satt mit Roggenbrot und Spiegelei sind verzehrt und jetzt wird noch gemütlich am Hemelinger Weizen mit Bumms (Beutebier) genuckelt. Herr und Frau Drossel flitzen über die Grünfläche (Rasen passt nicht so ganz) und sammeln fette Raupen von Wiesenschnacken ein. Was für gelehrige und nützliche Federtiere die beiden doch sind.
Instandgesetzte Fläche
Ich bilde mir ein, dass mein Kampf gegen das Alienunkraut (inzwischen messe ich in Quadratdezimeter freigelegter Fläche) das Raupeneinholen vereinfacht hat. Aber das ist mglw. nur die Rationalisierung einer komplett blöden Tätigkeit.
Aber eins nach dem anderen.
Gestern: instandgesetzter Schornstein
Donnerstag wurde mit Seifenwasser und Putzstein der Schornstein gereinigt. Das Ergebnis ist ok, viel Dreck ist runter und ich glaube, wir kommen dieses Jahr ums Streichen rum. Den Elch häng ich morgen wieder dran. Ich musste erstmal ein paar Löcher dübeln.
Nach der Arbeit hab ich dann noch flugs eine Runde über den Bahndamm gedreht, bin rüber auf die Winnetou-Felsen-Seite und dann den Wiesen- und Pferdeweg zurück. Es gab Pilze, Unmengen von Blau- und die ersten erntefhigen Preiselbeeren.
Unterwegs wurden leckerste Waldhimbeeren und kleine Kirschen sowie ein paar zuckersüße schwarze Johannisbeeren bei dem Gamla Stugan verspeist. Wirklich super, super lecker. Und dann war der kleine Ralfi doch drei Stunden unterwegs (wegen sammeln und finden und pflücken und schmausen). Da hätte ich doch gerne geteilt geschwelgt.
Die Beeren wurden wie die Pilze geputzt und erstmal auf Halde gelegt. Gelierzucker war nämlich alle.
In die Stadt!
Darum war ich heute unterwegs. Das Mountainbike (danke, Jutta, r.i.p. Ecki) gesattelt, Altglas und Plastikmüll aufgeladen, Hose kontrolliert, frisches Hemd an (also ziemlich frisch) und zur Mittagszeit nach Ankarsrum. Die giftigen Steigungen wurden als Training verbucht und die Walkerin, die mir am Ortseingang Ankarsrum entgegenkam, grüßte freundlichst zurück (was hierzulande ja eher als seltener Ritterschlag verstanden werden darf).
Der Müll wurde sortiert (einschließlich der Flaschenverschlüsse nach „Metall“ und „Plast“) und dann ging es in den Konsumtempel. Der höchst unambitionierte studentisch-schulische Aushelfer war wiedermal ein schöner Beleg dafür, das Kommunikation und Empathie irgendwie eher auf den x-Chromosomen beheimatet sein dürften. Kerle sind an sich irgendwie grund-nölig und die Coop-Nära-Frauen sind einfach netter. Dabei habe ich echt Umsatz gemacht: Gemüse (traurig und leicht welk, aber Suppe muss gekocht werden), Milch (vorsichtshalber erstmal nur eine), Filmjölk, Hering, Kalles, Grädost, Schokolade (2) und das unvermeidliche Daim-Eis begleiteten zwei Kilo Gelierzucker auf dem Laufband (denn die waren ja der eigentliche Grund für die Bergetappe).
Draußen unterhielt sich ein alter Kollege mit Svea-Reklam Warnweste mit einem ziemlich zahnlosen Opa, der eine alte Ape als Rollatorersatz fuhr und sich auch sehr über meinen Gruß freute. Beide Digger pfefferten mir ein paar genuschelte Sätze um die Ohren, die (reine Vermutung) irgendwas mit dem Fahrrad oder dem Einkauf , den Präsidentschaftswahlen in den USA oder der Weltlage im allgemeinen zu tun hatten (didn’t understand a word!). Aber nett wars.
Dann kam Mutti aus dem Laden, Warnwesten-Sven musste in den verbeulten Japsen steigen, Ralf sattelte das Pony, atmete den Rest des Eises ein und der Ape-Man blieb ein wenig verloren vor dem Coop Nära sitzen – vermutlich wartend, das seine Systembolaget Bestellung zur Auslieferung an das Fahrzeug käme.
Ich hab kein Foto gemacht, aber das war ein tolles Gespann. Und ich bin gar nicht aufgefallen. (Sollte ich mir Sorgen machen? Egal.)
Ab nach Hus!
Ich bin Richtung Norrhult geschüsselt und an der Brücke kam mir die walkende Kollegin entgegen. Aus dem freundlichen Hej der Hinfahrt wurde ein lustiges Geplänkel im Vorbeifahren. Soviel soziale Kontakte hatte ich in Ankarsrum noch nie. Aufregend!
Jetzt muss ich nur noch den Fahrplan für den Bus 39 rausfinden. Der geht nämlich nach Västervik bzw. zum Väg 40. Da könnte ein Anschluss an den 325er drin sein. „Öffis rule ok!“
Ansonsten: Briefkasten war leer, Bronchien pfiffen und ich musste direkt nach Wiederkehr erstmal in den See fallen. Wetter ist nämlich super, sagte ich das schon?
Dann wieder weiterarbeiten und zum Feierabend den Badeofen anheizen. Nicht zum Duschen, ich hab nämlich Wäsche gewaschen! Und werde das auch noch weiter tun. Erst wurde der neue Sonnenschirmbezug eingeweicht, vielleicht läuft der etwas ein. Dann die Geschirrtücher und das fast frische Hemd nebst anderen Klamotten zum Einweichen gegeben. Morgen ist wohl noch genug warmes Wasser da, um die Bettwäsche durchzuspülen. Und trocknen sollte sie auch, denn es ist auch warm und trocken angesagt.
Und ich hab frei. Vielleicht sogar vom Alienunkraut jäten. Tolle Aussichten.
Last but not least
Ich hab heute zweimal die Fliegenrute eingesetzt und hatte einen Top-Biss auf eine grüne Trockenfliege. Danach hab ich blöderweise zwei Rohrkolben gehakt und die Fliege hat den grünen Bommel eingebüßt. Aber ich hab das Gefühl: da geht was. Morgen neue Fliege dranbasteln.
Aber erst, wenn die Hausarbeit erledigt ist.
Und jetzt ist Schluss für heute.
„Schönen guten Abend, allerseits.“