Gestern Pflanzen, heute Frost …

Kann immer noch ganz schön kalt sein, hier!

Gestern haben wir ein paar Sachen für den Garten geholt. Aber die Tomaten- und Chilipflanzen, die Saatkartoffeln und das übrige Gemüse (Samen) müssen noch etwas warten.

Sie sollen ja nicht verzärtelt werden, darum im wird im kalten Schlafzimmer bzw. Vorraum gewartet.

Die Kartoffeltüten sind unspektakulär, die werden nicht fotografiert. Erst beim Pflanzen.

Die Idee ist, ein paar Dauergemüse anzupflanzen (Neuseeländischen Spinat, Mangold), dann was zum schnellen Ernten, wenn Anfang Juni Pia, Nico, Fenja, Kerstin und Axel hier sind (Ruccola, Radieschen, Wurzeln), was für den Herbst (Rote Beete, Zwiebeln) und Axels Liebstes: die Schwarzwurzel. Knoblauch und Chalotten sind noch im Rentnerbeet drin.

Die Kartoffeln kommen ins Beet, der Rhabarber wächst schon und die Beerenbüsche werfen hoffentlich auch bald was ab. Die Stachelbeere jedenfalls sieht schon mal sehr gut aus.

Vielleicht mache ich noch eine Anleitung: „Essbares aus dem Garten“, aber es ist ja viel schöner, das selbst rauszufinden. Und giftiges Zeug haben wir nicht!

Heute morgen waren es -4° Celsius, vermutlich heute nacht auch noch etwas drunter.

Klarer Himmel, kein Lüftchen. Wird bestimmt schön heute, draußen.

Ich bin ein Ökoferkel

Ja, das muss ich heute sein, denn die gekauften 30 GB sind schon fast weggelutscht. Und noch nicht mal einen Film haben wir geschaut. Herr Gustavson sieht ab und zu die Tagesschau und das eine oder andere Hörspiel gibt es auch, aber das ist es dann auch schon.

Gestern habe ich in V. noch gesagt: „Nee, lass mal, das reicht noch für den Rest …“ und abends hatten wir dann noch 1,3 GB auf der Uhr. Aktuell sind es gerade noch 500 MB.

D. h. es summiert sich. Vor allem die Videokonferenzerei scheint auf jeden Fall nicht nur Strom und Akkulaufzeit sondern auch fett Bandbreite zu kosten. Das werde ich ab Dienstag mal genauer beobachten. Auch das Fotos hochladen könnte kosten, von Kamera in die iCloud, von da zum WordPress (und immer als Original).

Erstmal muss ich wegen meiner Fehlkalkulation heute nochmal nach Västervik (30 km eine Tour), um noch Gutscheine zu kaufen. Oder Herrn Gustavson schicken, weil ich ja Kontaktvermeider bin.

Zu blöd, dass wir das noch nicht per Internet machen können, weil wir ja noch kein Konto haben, weil wir ja nicht vertrauenswürdig aussehen und unsere Personalausweise mit der Kinderpost hergestellt haben. Aber das ist eine andere (und schon alte) Geschichte, die ich aber sicher gerne noch mal wiedergeben werde.

Bauberichte

Normale Hausarbeit und Kleinzeug:

  • Saugen (mit Unterstützung des Generators)
  • Kleinere Instandhaltungen: Löcher für Griffschalen in beiden Schiebetüren gebohrt (Endmontage erfolgt nach Endanstrich der Türen, sagt der Chef)
  • Slipanlage an der Badestelle verbessert
  • Auf dem Rückweg vom morgendlichen Umweltfrevel Steine für die Trockenmauer eingesammelt und per Bulli zur Karlsborg transportiert.

Dann die Aktion:

Boot ins Wasser und an den Bahndamm gefahren, da, wo wir schon Holz ausgeguckt haben.

Daselbst die schon leicht verpilzten Stämme bereitgelegt und …

in handliche Stücke gesägt (jedenfalls solange, bis die Kette von der Motorsäge geflogen ist).

Danach wurden die Stücke und Stangen ins Boot geladen und zur Karlsborg verbracht …

Dann gesägt und gehackt und in der Remise aufgestapelt. Ergebnis: Bummelige acht Karren Holz, zusammen mit der ersten Fuhre so ca. 2 Raummeter. Zum Trocknen auf die richtige Seite gepackt und nach Trocknung zum gefälligen Verzehr in den diversen Öfen und Feuerstellen freigegeben.

Jetzt noch abreinigen, dann lecker Rinderbraten mit Niedrigtemperaturgarung aus der Carolina. Yummy.

„Karlsfreitag“

Wie man Sachen falsch verstehen kann und die dann trotzdem Sinn ergeben

Ich habe lange Jahre gedacht, dass der Tag vor Ostern „KARLfreitag“ (mit „l“) heißt und das war auch wenig aufregend. Irgendeinem Karl würde der Tag eben gehören. Und das ich den Hintergrund nicht wusste, war mir auch egal. Die anderen Figuren aus der Bibel hatten wohl schon andere Namen, aber Esau oder so ist ja auch irgendwie komisch. Da ist Karl dann schon genehmigt.

Und auch heute ist der Tag vor Ostern Karls-Tag. Jedenfalls eigentlich.

Heute war Feiertagsruhe

… was bedeutet, dass nur Kleinigkeiten erledigt wurden.

Ich habe Zimtschnecken gebacken. Und das Rezept hier in das Blog eingetragen.

Lecker Hefeteig angerührt. Und gehen lassen. Ausgewellt und mit Füllung bestrichen

Dann in Schnecken geschnitten und nochmal kurz gehen lassen.

Gebacken in Carolina und leckeres Ergebnis.

Dann hab ich drei Schiebkarren mit Steinen geholt und die Lücke zwischen Torpfosten und Kirschbaum hab ich geschlossen.

So langsam wird es eine Mauer, oder?

Axel hat den Brunnenplatz aufgeräumt. Und die Beetbegrenzung wurde auch schön aufgearbeitet.

Dann waren wir noch in Västervik. Einkaufen bei ICA und ein paar Saatkartoffeln, Pflanzen und Sämereien bei Blomsterlandet eingeholt. Die werden wir morgen einpflanzen, denke ich.

So, das war es für heute.

Lieber Karl, genieß Deinen Tag.

Julia – die Küchenwaage

Schöne Technik

Wir haben – ist schon etwas her – im Löppis eine Küchenwaage gekauft.

Die steht oben auf dem Küchenschrank. Eine kurze Anleitung:

Links könnt Ihr das abzuwiegende Gewicht einstellen. Das obere Schiebegewicht ist stufenlos einstellbar, das untere wird in 500 gSchritten auf der Raste verstellt. Die verchromte Schale liegt einfach auf der Waage auf.

Im Ruhezustand ist die Waage festgestellt. Auf dem Bild unten seht ihr im hinteren Bildbereich den Feststellmechanismus. „Drin = fest“

Gelöst wird die Waag durch herausziehen. Damit schwingt die Waage frei und die beiden Zeiger im Vordergrund liegen nicht mehr auf einer Linie. Es gilt: rechte Seite unten = Wiegegut zu leicht, rechte Seite oben = Wiegegut zu schwer.

Hier seht Ihr im Hintergrund die genannten Zeiger (weiß / beige). Im Vordergrund seht ihr das sogenennate Tariergewicht. Mit diesem Gewicht richtet Ihr die Waage auf „Null“ aus. Die Nullstellung ist erreicht, sobald OHNE Gewicht die beiden Anzeiger paralell stehen. Dazu könnt Ihr das Tariergewicht nach rechts oder links verschieben. Normalerweise ist die Einstellung schon fertig, d. h. mit Schale steht die Waage in Nullstellung.

Und dann geht es los.

Viel Spaß mit Julia.

Eine Zumutung …

Entschleunigung vs. Homeoffice: Spielstand 1 : 1

Heute ist Gründonnerstag, vier freie Tage vor uns (oder vor mir). Ich weiß, das klingt seltsam hier in Schweden. Und ich weiß auch gar nicht, ob der Gedanke trägt oder statthaft ist. Aber nach 6 Stunden Videokonferenz hab ich mich auf das Zuklappen des Rechners echt gefreut.

Gründe für das angestrengte Gefühl?

Möglichkeit 1: „Remote-Arbeit ist verstörend“

Ich habe heute ein paar Tweets gesehen, in denen auf die Verwirrung verwiesen wurde, die aus kognitiven Dissonanz entsteht: Unser Geist stellt auf „Wir sind in einer Gruppe und arbeiten“, wohingegen unser Körper sagt „aber es ist doch gar keiner hier“. Ich finde den Gedanken spannend, denn die schmerzhafte Wachheit oder die lethargische Distanz, mit der ich mich mal so und mal so in den Videokonferenzen erlebe, wird so ein wenig erklärbar.

Je nachdem, welche Seite grad dominiert, passiert das eine oder das andere. Aufgehoben und selbstverständlich finde ich mioch jedenfalls in den Remotecalls eher selten.

Möglichkeit 2: „Entschleunigung trifft auf Turboarbeit“

Ich werde in Schweden langsamer. Nach zwei, drei Tagen ist der Duracell-Hasen-Aufgabenspeicher leer und die Tage gehen schneller mit gleichzeitig weniger Aktivitäten rum: „Jag kopplar av“, wie die hier so schön sagen. Dieses Entkoppeln passiert – so ist mein Eindruck – unvermeidlich. Und auch wenn man nicht arbeitet. Bei mir merke ich das z. B. am Konsum von Nachrichten und Magazinbeiträgen. Es wird einfach viel, viel weniger.

Demgegenüber routinisiert und akzeleriert sich die Remote-Arbeit. Das fängt beim Arbeitsplatz an. Man weiß, wo was liegt, die Laufzeit der Akkus ist bekannt, die Nachladepausen oder der Devicewechsel wird in den Tagesablauf strukturierend eingebaut.

Arbeit und Pausen trennen sich deutlicher. Die Maschine fängt an zu schnurren. Gleichzeitig erhöht sich die Schlagzahl. Langsam und unmerklich, aber weil es den Kollegen auch so geht wie einem selbst, steigert sich die Geschwindigkeit und Taktzahl. Anstatt mit weniger Aufwand das Gleiche zu schaffen und damit zufrieden zu sein, steigert sich die Intensität und die freie Zeit schreit nach „sinnvoller Nutzung“. Wenn dann die Arbeitsaufgaben weniger werden, nimmt die Arbeit auf Distanz den freien Raum ein.

Entschleunigung kämpft gegen Effizienzsteigerung.

Möglichkeit 3: Ich bin einfach durch mit dem Thema „Arbeit“

Was meine ich damit? Und trau ich mich, das zu benennen? ich versuch mal. Einfach gesagt: ich brenne nicht mehr für meine Arbeit. Ich bin es müde.

Ich war immer ehrgeizig. Ich wollte immer gut sein. Ich habe immer eine große Befriedigung daraus gezogen. Ich denke, dass ich in vielerlei Hinsicht einen erfolgreichen Weg gegangen bin. (Achtung: und schon eier ich rum. Das wollen wir nicht. Deswegen Klartext:) „das ich erfolgreich bin“.

Nota bene: ich habe auch viele Ziele nicht erreicht. Das war aber immer ok, solange ich alles, aber auch alles, was drin war, auf dem weg dahin gegeben habe. Dieses „alles“ war oft ziemlich viel, aber wenn es dann trotz des „alles“ nicht geklappt hat, war ich damit auch „glatt“ (zufrieden will ich nicht sagen“) Zu Sch… nervte mich immer, wenn ich nicht alles versucht habe oder es hätte besser wissen und machen können. Egal, welche Gründe man ins Feld führen konnte. Es nicht versucht zu haben oder das falsche getan zu haben kann ich (auch heute im Rückblick) nicht ertragen.

Und heute merke ich: bezogen auf meine Arbeit hat sich das geändert. Nicht nur hier, aber besonders hier, merke ich geänderte Schwerpunkte. Weniger tun, weniger haben und vielleicht auch weniger sein – das zieht mich an. Auf der Arbeitsbühne (Theaterchiffre, nicht Hebebühne) zu spielen, fixed mich nicht mehr an. Es ist irgendwie genug.

Schwere Kost?

Ich weiß seit langem: ich denke beim Schreiben und schreibe beim Denken. Und das ist manchmal ein guter, sehr oft aber auch ein nicht so guter Weg. Ich will es aber heute für Euch bei genau diesem Einblick belassen. Es scheint mir zumutbar und – hoffentlich – sinnvoll.

Ich bleibe skeptisch und frage mich, ob diese Gedanken einfach nur dem depressiven Formenkreis entspringen. Aber ein wenig denke ich auch: da (an allen drei Erklärungen) ist was dran. Schau genauer hin und lerne (dich weiter kennen).

Und das wird gut sein.

Bleibt gesund.

P.S. Leichte Kost

  • Axel hat die Schalbretter rund um die Brunnenkrone abgebaut
  • ich habe die Tür zum SPA mit Brettern zugemacht und alles schwarz gestrichen
  • 1 Stein mitgebracht, 1 dicker Stein vom Gästehaus zur Trockenmauer verbracht
  • eine große Hunderunde
  • beide Insassen der Karlsborg sind sauber und durchgewärmt

Schmalhans ist Küchenmeister …

Oder: wenn der Trockenbauer mit der Trockenmauer tanzt

Ist es mangelnde Disziplin oder allgemeine Verlotterung? Oder setzt die für die Karlsborg typische Entschleunigung ein?

Auf jeden Fall: Heute wurde nichts gemacht und „das ist auch gut so!“. Oder nein, es wurde etwas gemacht, nur eben langsam und mit Maßen (nicht: in Massen – zwar nur ein Buchstabe anders, aber das dann doch mit erheblicher Wirkung).

Der Tag begann mit dem schon bekannten Wirken am deutschen BSP oder Volkseinkommen. Statt durch mich allein konnte nun auch der Axel voll zuschlagen. technisch a jour, voller Tatendrang und mit prall gefülltem Aufgabenzettel.

Ja, schon, der Arbeitsbeginn war mindestens moderat zu nennen, ich hatte meine erste Schicht hinter mir, aber wenn man wirksam ist, ist die eingesetzte Zeit sekundär. Es wurde insgesamt fleißig geofficet.

Technisch war alles pico. Das schwedische Mobilfunknetz verkraftet zwei parallel arbeitende Kollegen problemlos. Videokonferenz, wlan gestützte Telefonate, Up- und Downloads – läuft.

Mittagspause dann wie gewohnt, nachmittags eher gebremster Schaum bei mir (afk), selektive Tätigkeiten bei Axel.

Danach noch eine kurze Schicht und die Hunderunde (diesmal Axel und Bamse allein und die oben angekündigte Trockenmauer bei mir.

Exkurs 1: Rohstoffe sind aufwendig

Ich habe meine Bildschirmpause mit etwas Holz machen zugebracht. Die im Wald herumliegenden Stämme haben wir nach oben geschleppt und der sehr kleine Haufen sollte von mir in Brennholz verwandelt und sodann in der Remise auf den Stapel „Frisch 2019/20“ verbracht werden.

Ich habe das von Hand gemacht (die Motorsäge steht erstens auf dem Index und zweitens ist etwas körperliche Aktivität beim Homeoffice dringend nötig). Das bedeutet: Sägebock raus, Bügelsäge einsetzen, schneiden, aufsammeln, spalten, stapeln.

Rausgekommen sind 2,25 Karren, gedauert hat es (sicher verlängert wegen mangelnder Technik) knappe 3 Stunden.

Zum Vergleich: Wir verheizen im Haus eine Karre in 2 – 3 Tagen. Und die Sauna rechne ich gar nicht mal ein. Und wieder denke ich daran, wie viel Arbeit die Leute früher hatten und wie oft wohl abgewogen wurde, ob es besser ist die Küche anzuheizen oder die Stube zu wärmen.

Trivial, aber wir haben es wirklich gut.

Exkurs 2: Eine Trockenmauer entsteht aus Lage und Gelegenheit

Smaland ist voller Trockenmauern. Festgefügt stehen sie hunderte Meter weit rund um die Weiden und Felder, 1,2 bis 1,4 Meter tief, 1 m hoch, was ja bedeutet, dass in einem laufenden Meter ca. 1 Tonne Steine verbaut ist. Eine Tonne, die jemand gesammelt, gehoben und eingebaut hat und das hunderte Mal.

Ich habe jetzt auch einige Steine an die Grundstücksgrenze verbracht und mir ist klar geworden: die Trockenmauern sind bestimmt pragmatisch errichtet worden. Die großen Blöcke an der Basis, die eher chaotische Füllung im Inneren und die schön geschichteten Steine nach oben hin zeugen von einem geschickten Einsatz von Arbeitskraft.

Ich würde es so formulieren: Die Mauern wurden nicht an den Grenzen errichtet sondern die Grenzen entstanden da, wo die Mauern errichtet wurden.

Ich will dagegen an einer vorhandenen Grenze die Steine aufbauen. Ich bin gespannt, ob mir das gelingt. Aussehen wird es sowieso nur lala. Aber ich weiß jetzt besser, warum das so sein wird.

Bilder hol ich morgen nach. Entschleunigung eben.

Gute Nacht.

„Datorn har kommit“

Was soviel heißt wie: „der Computer ist angekommen“

Unruhe und Reizbarkeit erlebe ich bei Axel selten. Er ist, um es mal mit einer Phrase zu sagen, „viel ruhiger geworden“. Am ehesten merkt man das bei der Arbeit. Zielstrebig würde ich ihn nennen, fokussiert und – ich hab das vorne schon mal erwähnt – eigentlich nie um eine Lösung verlegen, auch wenn das Unvorhergesehene, wie vorhergesehen, eintritt.

Aber auch diese Reserven kommen an Grenzen, das konnte ich heute sehen. Und deshalb bin ich so froh, dass „datorn har kommit“.

Der Hintergrund: Der schwedische Paketbote ist anscheinend gerne mal genauso ein Napf, wie sein deutscher Kollege.

Auch hier in Sverige können wir das wohlwollend als Ausnahme beschreiben, der Arbeitsüberlastung in Zeiten von Corinna (Copyright hierfür liegt bei Ruscha) anlasten oder auch der Unübersichtlichkeit einer 12 Einheiten umfassenden Posteinwurfanlage (vulgo „Briefkästen“) zuschreiben (bei denen, dass muss man allerdings wirklich wohlwollend festhalten, bei mehr als einem Drittel der Nachname „Henrikson“ lautet).

Eine leichte Säuernis mag sich trotzdem einstellen, jedenfalls, wenn in der Sendungsverfolgung (in den letzten Tagen die von Axel meist aufgerufene Seite im gesamten Internet) drinsteht, dass der Empfänger schriftlich benachrichtigt sei und das Paket im CoopNära in Ankarsrum nunmehr zur Abholung bereit liege, wiewohl der Adressat der Sendung nämliche Mitteilung nie erhalten hat (in irgendeinem Briefkasten wird sie wohl schlummern) und ergo weder wusste, dass die nämliche Sendung auf Abholung warte, noch wo er das – noch nicht mal wirklich für ihn bestimmte – Paket abholen könne. Extrem vertrackt, das.

Und als ob das noch nicht gereicht hätte, war Axel, der gestern Abend einem gerichtsnotorisch bekannten Stalker gleich das Henriksonsche Anwesen umkreiste, dann doch noch nach Ankarsrum gefahren und im CoopNära (öppet till 21:00) vorstellig geworden. Dortselbst sah er SEIN PAKET liegen. konnte auch auf es deuten und den Anspruch namhaft machen. Aber, da er weder glaubhaft machen konnte nämlicher M.H., für den das Paket bestimmt wäre, zu sein noch überhaupt die notwendige Benachrichtigungskarte, die ja laut Internet in seinem Briefkasten hätte auffindbar sein müssen, vorlegen konnte, wurde er in aller Freundlichkeit abschlägig beschieden und war bedient – in zweierlei Hinsicht.

Kurzum: wäre der Herr Z. ein Schnellkochtopf gewesen, wäre das Sicherheitsventil kurz vor Peng gewesen. Und das mit Recht.

Er hielt sich wacker, ohne Zweifel, aber eine leichte Dämpfung des ansonsten sonnigen und ausgeglichenen Gemüts (siehe oben) war unverkennbar. Und so war die Freude groß, als heute Abend die Abholung des Pakets als vollzogen gemeldet werden konnte. Mats hat eine kleine Portion edle Tropfen ohne Nuss bekommen. Und Axel seine Möhre. Seitdem sitzt er dran – herzlichen Dank.

Und jenseits des Datorn?

Bis kurz vor halb sechs gab es auch eine Welt. Und wenn doch der eine oder andere kleine Schatten auf ihr lag, haben wir doch auch etwas gemacht. Homeoffice für die Rettung des eCommerce as usual (durch mich).

Lecker Salat zur Mittagspause, eine grundreparierte Pumpe, etwas Trockenmauer und die Vorfreude auf eine späte Badstugan-Sitzung. So war der Dienstag.

Die Bilder kommen gleich. Erstmal muss der Text reichen.

Das war unser Mittach. Lecker Salat. Der Erdkeller ist jeder Frischezone im Kühlschrank überlegen. Alles noch knackig und gut zu verarbeiten.

Rettungsdienst

Die Pumpe hat Ihre Dichtigkeit verloren. Und damit ging der Pumpenhub auf Null. Nix Wasser. Was macht man, wenn eine gekröpfte Gummidichtung sich in Brösel zerlegt?

Erstmal demontiert man,

und demontiert man.

Dann nimmt man Maß und bastelt eine runde Gummischeibe aus irgendwelchem Spielplatzmaterialrest, das man als Abstandhalter für die Zuladung verwendet hat,

Dann bohrt man die Mitte mit einem Topfbohrer aus,

Und hat – jedenfalls im groben, die erforderliche Dichtung.

Sodann montiert man

und montiert man

und montiert man

bis die Pumpe wieder tut. Ich erspare Euch die Ehrenrunden mit verkanteter Dichtung und Drahtbürsten- sowie Schmirgelpapier- und WD40-Einsatz, das trübte (trub?) nur das schöne Gesamtbild.

Rest und Fazit

Danach Steine wuppen bei mir, Kiefer mahlen bei Axel, dann Hunderunde und der erlösende Anruf. Siehe oben,

Sauna war feinst, Spiegeleier zum Abendbrot, fetter Vollmond. Im Saldo: „War jut jewesen, hat Spaß jemacht!“

Ein ganz normaler Montag …

… fängt in der Karlsborg mit Feuer anmachen an.

Jedenfalls, wenn es draußen minus 3° Celsius sind, das Rauhreif auf Gras und trockenen Pflanzen liegt und der See ein wenig dampft (der ist ja noch selber kalt). Dazu Wasser aufsetzen, für die Morgengetränke.

Und dann – es ist ja Homeoffice – wird sich passend zur virtuellen Arbeitsbeginnsirene um spätestens 7:00 an den „Schreibtisch“ im Wintergarten gesetzt. Lange U-Hose ist angeraten.

Ich kann jetzt eigentlich nicht so viel berichten. Heute war viel Remote Arbeit mit Bremen angesagt, das ist ja schon fast vollkommen normal. Tippen, mailen, schreiben, reden und – in einem gewissen Maß – auch denken.

Dann „afk“ (=away from keyboard) für Mittagessen und eine Hunderunde. Dabei haben wir uns ein paar Baumstämme am Bahndamm ausgeguckt, die wir mit dem Boot für die Karlsborg bergen wollen. Anschließend wieder Arbeit und nach 17:00h noch was sinnvolles tun: ein paar Steine für die Trockenmauer einsammeln.

Weitere Nachrichten in Kürze

    • der Ofen im Wohnzimmer taugt auch als Reiskocher
    • Axel wäscht
    • das Brunnenwasser ist schon fast klar
    • heute keine Sauna

    Breaking News

    Und – oh Schreck – die Pumpe pumpt nicht. Die werden wir wohl gleich nochmal auseinander nehmen. Es könnte also noch was zu berichten geben.

    Nix da, Normal!

    „Nee, Pumpe wird morgen angesehen – ist doch Feierabend!“, so der Chef.

    Ok, dann prökel ich noch ein wenig an den Steinen rum.

    Und hier seht Ihr die Embryonalstadien der Trockenmauer. Noch nix echtes, aber „der längste Weg beginnt mit dem ersten Brocken“, oder so.

    Daher lauschen wir der Stentorstimme aus dem OFF, leichtes Tremolo, Bariton mit Tendenz zum Bass, salbadernd: „Ja, meine Damen und Herren, hier wächst zusammen, was zusammen gehört. Beidseits des Maschendrahtes und von der linken wie von der rechten Ecke. Aber zuerst muss jenseits des Zauns das Fundament gelegt werden, nur dann kann das Werk gelingen …‘ Frisch, Gesellen …'“

    Hihi, die Rhetorik passt ohne Probleme auf zwischenstaatliche Momente der spätachtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Alles anders, nur genauso. Mal sehen, ob ich erfolgreicher bin. Auf jeden Fall fehlt es auch hier an Material. Allerdings ist eine Treuhand nirgends in Sicht. Und ditte is schon ma jut.

    Es ist noch viel zu tun, so für drei Jahre ca.. Aber, um mit dem unvergessenen Manni Wolke in kitzligen Situationen zu sprechen: „Ruhig, Henry, jaaaanz ruuuuhig, ett läuft, ett läääuuuft …. “

    Und so will ich es auch angehen. Generell und im Trocken(-mauer)bau.

    Damit: „Schönen guten Abend, allerseits!“ (ein anderer Titan des deutschen Sports, diesmal Westfernsehen). Prost!

    Heute morgen schreiben, heute abend veröffentlichen – …

    … verrückt!

    Wir wissen ja alle, dass das im Digitalen problemlos geht: Terminüberweisungen, Erinnerungen an zukünftige Termine, zeitversetzte Tweets, Mails zu definierten Zeitpunkten verschicken und – ja – ich habe das erst gestern rausgekriegt – man kann selbstverständlich auch Blogbeiträge zeitversetzt publizieren.

    Und das mach ich hier mal.

    Komisch fühlt sich nur an, wenn man in den letzten Tagen zeitnah berichtet hat, was passierte (Präteritum – vollendete Gegenwart hieß das, glaube ich, früher) und jetzt im Vorgriff nicht erzählt, was passieren könnte oder würde (das wäre dann die Möglichkeitsform) sondern eigentlich so tun möchte, als ob das, was man morgens aufschreibt, zum abendlichen Zeitpunkt der Publikation passiert sein soll. (Was dann ja eigentlich eine Art vollendetes Konditional sein müsste.)

    Lineare Zeit ist komisch und ihren Lauf vom gestern ins morgen auf diesem Weg schriftlich auseinander fallen zu lassen ist, ich sag ja, irgendwie verrückt (oder eher die eigene Position in dieser Zeit „verrückend“). Und komischerweise ist das in Rück- und Ausblick gar kein Problem. Vergangenheit umdefinieren sind wir alle nur zu gewöhnt und das die Zukunft nur ein weißes Blatt sein kann, ist trivial.

    Aber jetzt etwas schreiben, was sich so anhören soll, als sei es nachher wirklich passiert, ist schon eine besondere Aufgabe.

    Aber Wurst. Ich lass das und bleibe, was das Schreiben angeht, im Jetzt. Und in dem zu etwas vollkommen anderen …

    5° machen den Unterschied

    Heute morgen ist der Himmel bedeckt, wenig Wind und draußen sind es 5° Celsius. Und es ist, als wenn alles nur auf diese wenigen Grad mehr gewartet hat. Überall singen Vögel (und zwar nicht nur das piepsige „Hier bin ich, wo bist Du?“ der Meisen oder das Trillern eines bauwilligen Spechts) sondern ein ausführliches Platz und Revier reklamieren oben auf der jeweiligen Singwarte durch Grasmücke, Drossel, Meise, Robin und Buchfink).

    Die Weidenkätzchen öffnen sich, Wild- und Honigbienen tauchen auf, ein wintersteifer großer Landkartenfalter orgelte schon gestern über die braune Wiese und steuerte zielsicher die kleinen Frühlingsblüher an.

    Gestern abend hörten wir die hupenden Kraniche, nicht in der Luft sondern am Boden. Ob die noch weiterziehen oder das die hiesigen Sommergäste hier sind, weiß man nicht, aber flora- und faunatechnisch geht es jedenfalls voran.

    Mats‘ Krokusse

    Während ich schreibe – ja aktuell in der Jetztzeit – hoppelt hinter uns ein braunes Eichhorn zwischen Kirschbaum und Fichte hin und her, sammelt Flechten und Fasern und ist augenscheinlich mit Bauarbeiten beschäftigt Innenausbau, denke ich). Und jetzt sind es zwei!

    Es fühlt sich anscheinend sehr frühlingshaft an.

    Wir gehen gleich einen Spaziergang machen. Mal sehen, was uns da alles unterkommt.

    Einmal um den Pudding

    Wir waren am Longsjön. Hinter Norrhult sind wir in einen Wiesen- und Waldweg bis zu einem kleinen Sommerhaus gelaufen. Sehr viele Wildschweinspuren. Dazu gleich noch was. Wir mussten einen kleinen Zufluss zum See überqueren. Aber keine Panik …

    Neben der alten gab es auch eine autotaugliche neue Brücke.

    Denn wie so oft, am Ende des Weges ein Sommerhaus. Mit Naturhafen und Seeanschluss. Recht hübsch. Wir lassen es mal beim entfernten Foto. Privatsphäre und so.

    Nach einem kleinen Stück durch den Wald (Kiefer, mager) dann den weg entlang zu Mats Fischerhütte. Da liegen seine Boote und Axel war mit ihm da auch schon mal Krebse fangen.

    Heute war übrigens Mats‘ Tag. wir haben uns tatsächlich zweimal gesehen.

    Vom Seeufer ein kurzer Blick rüber zur Hütte. Da haben wir erstmal ein Päuschen eingelegt.

    Die Ecke ist ganz hübsch, finden anscheinend auch die Gänse. Wir haben aber nicht nur Losung gefunden, zwei trötende Exemplare haben uns verbellt, Kraniche, Sterntaucher, reiher und allerlei andere Fliegeviecher gab es auch. Nur keine Adler – der Luderplatz war leer, keine Jagdabfälle für Opportunisten mit Federkleid.

    Pause! Mit Powernap. Hier noch simuliert, wg. selfie.

    ich wollte gerne ein wenig Vegetation erwischen. Es ist aber noch sehr wenig. Buschwindröschen im Wald. In blau.

    Und weiß.

    Und in blau …

    Wildkräuter zum Sammeln gibt es noch nicht. MAl sehen, was demnächst zu finden ist.

    Um 14:30 waren wir wieder an der Karlsborg und nach Snabb-Kafe und Fimmjölk haben wir einfach rumgegammelt.

    Die Sonne scheint und im Windschatten ist Kurzhosenwetter.

    Echtes Wochenende.

    Nachtrag: Beim zweiten Treffen mit Mats wurden wir vor einem großen Wildschwein gewarnt. Spuren (umgepflügte Wiesen) haben wir viele gesehen, die Sau aber nicht. Vielleicht ist das ja auch ein pädagogisches Schwein, von wegen: da geht besser nicht hin. Wir sind uns nicht sicher. Und gehen einfach trotzdem dahin, wo wir wollen.

    Schönen guten Abend, allerseits.

    Och vad gör ni i helgen?

    das sagt der Schwede immer vor dem Wochenende …

    Und hinterher heißt es dann „Vad gjorde ni i helgen?“ (Präteritum benutzen die Schweden gern und häufig). Also: Und was macht Ihr am Wochenende oder genauer gesagt „mitten drin“?

    Aktuell ist der Feierabend eingeläutet. Der Saunaofen brennt, der Badeofen heizt. Das Vorabendprogramm steht damit. Wir waren bei Mats, haben kurz „Hallo“ (oder besser „Hej“) gesagt und neben ein paar Neuigkeiten 50 l Trinkwasser eingesammelt. Ist schon komisch, aber jetzt fühlt man sich richtig „vermögend“, denn vorhin waren noch knapp 3 Liter in Flaschen im Vorrat.

    Schwerpunkte ändern sich, das haben wir hier ja schon häufiger festgestellt. Aber nun erstmal Holz nachlegen, dann kommt der Baubericht. Nee, vorher schon mal der Hinweis, dass wir morgen Sonntagsruhe einhalten wollen. Also: „Pa söndag vi kopplar av.“ – isso.

    Brunnenbau – 2. Teil

    Wir haben morgens angefangen und es war noch mehr 0 als 1° Celsius. Da musste adäquate Schutzkleidung angelegt werden. Hier Modell „Rainbow“. Man beachte den eingearbeiteten Stirmschutz und die Fontanellen-Knautschzone. Ein Klassiker!

    Ernsthafte Dinge gab es auch. Zunächst konnte Axel im Lager ein geeignetes Anschlussstück auftun. Damit war es möglich das Rückschlagventil an die Punmpe anzuschließen. Wassersäule ist das Stichwort.

    Die anschließende Montage des Pumpenkorpus auf dem frisch gestrichenen Pumpensockel (siehe gestern!) war etwas figeliensch. Wir haben mal wieder etwas zu knapp abgeschnitten. Aber, wie man sieht, am Ende passt es.

    Untenrum sieht das so aus. Der Ansaugschlauch geht ins Wasser (rechts daneben ist der Anschluss der Elektrodusche (den lassen wir drin, vielleicht brauchen wir nochmal Brauchwasser im Wirtschaftshaus). Links der neue Regenwasserzulauf, den wir noch mit der Regenwassersammelanlage (Schlauch-Tonnen-Kombination) verbinden werden.

    Und denn los. es läuft. Oder besser, es pumpt. Das Wasser wird jetzt durch 200 l Sand gezogen, bevor es oben ankommt. Das wird was bringen, hoffen wir.

    Wie man sieht, konnten wir gar nicht aufhören!

    Dann aber war Pause. Auch wenn wir nicht tarifvertraglich gebunden sind.

    Und zwar alle, auch die Tiere.Hier sehen wir den Vorfrühling. Viele Krokusse und ein Axel. Wie üblich, ist die Vegetation 2 – 3 Wochen gegenüber Bremen zurück. Hier kommen die ersten Forsythien gerade raus.

    Ich habe derweil die Bedienungsanleitung für „die Warmdusche für Warmduscher“ an die Wand gepinnt. Designed, gefertigt und laminiert von Frau S. aus B.

    Nach der Pause wurde betoniert. Sechs x 40 kg Estrichbeton und ein wenig Eisen fassen die Brunnenkrone nochmal gesondert ein, damit (und den 320 kg aus dem letzten Jahr) ist das für die nächsten Jahre erledigt.

    Für Kinder und Enkel oder andere Nachkömmlinge haben wir das Werk signiert. Jetzt muss das nur noch abbinden, dann kommt die Schalung raus und wir lassen den ganzen Kram in der Erde verschwinden.

    Nach der Arbeit

    … sind wir – wie oben geschrieben – zu Mats gefahren. ist wirklich ein Netter.

    Und danach wurde angeheizt und 17:45 war die Badstuga bereit. Da sitzen wir jetzt. Und nachher gibt es auch noch ein Foto.

    Erst wollte ich eins von uns nehmen. Aber stattdessen lieber den Hund. Sieht auch gemütlich aus.

    und jetzt?

    P.S. Noch eine schöne Überraschung zum Schluss:

    „Sehr geehrter Herr Zarsteck,

    vielen Dank für Ihre Nachricht vom 02.04.2020.

    Ihre Kindle ist tatsächlich in der Kabine gefunden worden und wird mir jetzt hier nach Travemünde geschickt! Sobald ich diese erhalten habe, melde ich mich bei Ihnen wieder wegen den „Formalitäten“.

    Freundliche Grüße / Ystävällisin terveisin / Best regards

    S xxx Bxxxx
    Finnlines Passagierdienst

    Das ist doch mal prima!

    Endlich liegen

    Wie man bei einem Projekt über das nächste nachdenken kann

    Heute ist Freitag …

    … also der Tag vor dem Wochenende. Der Tag an dem man sich überlegt, welche Art von Erholung die kommenden zwei Tage zu besonderen machen werden. Jedenfalls, wenn man im normalen Modus unterwegs ist.

    Hier in der Karlsborg ist der Freitag nichts besonderes, einfach ein normaler Tag – dazu weiter unten mehr. Aber vorher noch ein Gedanke. Etwas ist am Freitag besonders: morgen und übermorgen erwartet niemand von mir über slack, mattermost, mail, gotomeeting, zoom, whereby oder webex unmittelbar erreichbar zu sein. Niemand setzt Kalendereinträge oder fragt nach dem Stand von irgendwelchen Tasks. Homeoffice ist schon speziell. Ich merke z. B., dass die Distanz bei der Arbeit im Büro viel größer zu sein scheint als im digitalen Raum. Und ich merke, das dass auch von mir selbst ausgeht!

    Wenn ich am Schreibtisch sitze und beschäftigt scheine, geht der eine oder andere Kollege lieber nochmal vorbei. Wenn ich sage, dass ich „selbstverständlich Zeit habe“ und trotzdem weiter gegangen wird und mich das zutiefst erleichtert, scheint viel jenseits der Sprache zu passieren. Im Homeoffice gibt es das nicht. Und ich frage mich, wie wir die subtilen Signale der Körpersprache, die Kultur der Kalendereinträge oder die 3525 Bedeutungsvarianten des Wortes „Gerne!“ in die digitale Welt übertragen sollen. Ich weiß auch, dass das völlig irrelevant ist, aber da auch die Normalität digital werden wird oder das Digitale normal wird, scheint es mir hohe Zeit, dass wir da Fähigkeiten, Rituale und Codes entwickeln.

    Aber Wurst. Zurück zum Wesentlichen.

    Noch was zu gestern

    Ich habe meinen Kindle in der Fährkabine vergessen. Gestern ist mir das eingefallen und ich war nur in Maßen genervt. Passiert. Aber blöd ist es schon. Schließlich kann der Finder meine ganze Bibliothek sehen und mindestens die gesammelten Werke von Herrmann Löns sind mir schon etwas peinlich. Aber mal sehen. Vielleicht erhöht das die Abgabewahrscheinlichkeit. Finnlines weiß Bescheid und ich bin gespannt.

    And now to something completely different

    Ersten Aktion: Axel hat die handgefertigte Zierscheibe in die Schiebetür zum Schlafzimmer eingesetzt. Sehr chic. Ich hab Rechnungsvorbereitung gemacht.

    Das Hauptprojekt

    Danach sind wir in das Brunnenprojekt eingestiegen. Axel hat den Brunnenkranz auf eine Art rechten Winkel gebracht. Kein Meißel! Muss gekauft werden!

    Der Brunnenkranz wurde als Bausatz mitgebracht. Erst hinlegen, ausrichten, anzeichnen, bohren. Und nach dem Bohren kam Gewinde schneiden. Filigrane Arbeit, von Schlosserhand liebevoll durchgeführt.

    Die Metallspäne wurden mit einem Magneten aufgesammelt, damit im Sommer keine nackten Füße leiden.

    Die Zisterne ist ziemlich voll und nachdem wir im Herbst Mauseleichen und Modder aus dem Schacht gekratzt haben, ist das Wasser zwar etwas trüb, riecht aber gut und wird als Brauchwasser zu verwenden sein.Der Pumpensockel wurde aufgearbeitet, schwarz gestrichen und – das werden spätere Bilder zeigen – sieht aus wie neu. So, erste Klappe sitzt. Bauleiter ist stolz!Für Kenner: hier ein Blick auf die konstruktiven Details.Es wird ernst. Das Filterfass wird eingebracht. Der Bauleiter ist angestrengt. Bewahrt aber Fassung.Wir ersetzen pure Kraft durch Geist. Seil und Leiter halten das Fass am Platz. Allerdings erweisen sich die Kabelbinder zum Fixieren des Seils als Schwachpunkt. Spontaner Abriss der Kabelbinder und unbeabsichtigtes und unwiderrufbares Absenken des 200-Liter Fasses (ohne Bild). Der Bauhelfer ist panisch (auch ohne Bild).

    Aber alles ist (zufällig) an seinem Platz. Puh!Wir füllen mit Hilfe eines Fallrohres und einer Aschenschaufel den Filtersand weiter in das Fass, schneiden den Saugschlauch ab, räumen die Baustelle auf und verschließen die Klappe. Und es klappt (Vorsicht: Kalaueralarm).

    Baustelle aufräumen und Hunderunde. Abendstimmung am Vassgöl. Und dann noch …… die tägliche Aufgabe: meine beiden mitgebrachten Steine für die Trockenmauer.

    Jetzt sitzen wir im Haus vor dem Ofen, trinken Weizenbier und lassen es uns wohl sein. Die Sauna bleibt heute kalt. Wir sind immer noch sauber von gestern. Morgen wird die Pumpe angebaut, betoniert, ein Besuch bei Mats gemacht und – so ist der Plan – die Badstuga benutzt.

    Wenn nichts anderes unwichtiges dazwischen kommt.

    P.S. Das Nebenprojekt

    Wir haben heut unser Süppchen im Kachelofen erwärmt. Damit die Kacheln nicht leiden, habe ich ein Rost zurecht geschnitten. Und morgen putze ich das mit Autosol!

    Das ist das Schöne. Ein Problem? Eine Idee! Umsetzen! Fertig!

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