Heute mal wieder untertags …

… nicht unter Tage

Wir haben heute morgen Besuch von zwei Singschwänen (cygnus cygnus) bekommen. Lange Hälse, schön weiß, gelbe Gesichtsmaske und – untereinander – sehr mitteilsam. Ich will sie nicht verscheuchen, daher kein Foto(-versuch).

Wenn ich mich an die Tierfilme (Sektion Federn) richtig erinnere, ziehen die im Sommer weit bis in den Norden hinauf, um dort zu brüten. Gute Flieger sind das, wenn auch Landlandungen und das Starten allgemein nicht zu den Grundfertigkeiten der Kolleg*innen gehören. Da wirken solche Brecher immer eher etwas ungelenk. Das kann ich mehr als nachvollziehen. (Flashback: Reckaufschwung, klappt nicht, das muss doch gehen, zweiter versuch. Aber Ralf hängt, trotz Handball gestählter Arme, comme une Sack an der Stange – Flashback abschütteln.)

Mal sehen, wie lange die beiden Grazien hier verweilen (also die Schwäne, nicht wir), spätestens beim Sauna abkühlen werden wir wohl die Fluchtdistanz unterschreiten. Allerdings mag auch schon eine kleine Angelpause den Axel unten an den Steg führen, denn heute ist es wirklich schon morgens mild und sanft.

Kriegt man gleich gute Laune.

Warten auf Mutti

Jenseits der KB-Realität hab ich noch einen, den ich gern loswerden würde. Gestern habe ich in verschiedenen Runden viel mit HB gesprochen und immer wieder wurde von „dem Mittwoch“ geredet (also heute). „Wir müssen uns nach dem Mittwoch treffen“, um zu entscheiden, wie wir dann unser Verhalten als „neuland“ anpassen müssen.

Irgendwie hörte sich das seltsam an, für jemanden, der ein wenig außerhalb der heißgelaufenen Diskussion in Tyskland steht.

Was meine ich: jenseits der vielen halbwissenden selbst ernannten Virologen und Epidemologen in Twitter und Internet hatte ich den Eindruck, dass wir als neuland (und auch wir hier als Einzelpersonen) einen halbwegs verantwortlichen Umgang mit „der Situation“ gefunden haben.

Und die lässt sich relativ einfach zusammenfassen: unterbrich die Infektionsketten, wo immer das geht. Und vermeide die eigene Ansteckung und die der Menschen, für die Du Verantwortung trägst. In der Firma kommt dazu: seht zu, dass ihr weiterhin die Aufgaben erfüllen könnt, die für die direkte und indirekte Wertschöpfung notwendig sind.

Das ist High-Level, setzt aber genau da an, wo Handlung an der Basis möglich wird. Das die einzelnen Menschen, die Teams oder auch wir als Unternehmen dazu verschiedene Handlungsoptionen und Werkzeuge brauchen, ist selbstverständlich. Weswegen btw es auch gut ist, sich einen Überblick über die notwendigen und möglichen Maßnahmen zu verschaffen – allerdings ohne sich dann sofort als Oberexperte und Besserwisser zu gerieren (s. o.).

Systemtheoretisch oder organisationswissenscchaftlich gesprochen würde ich sagen: so richtig schlecht haben wir das nicht gemacht. Wir haben die Möglichkeiten des Homeoffice erkannt und angeboten, bevor administrativ etwas ähnliches geregelt wurde. „Wir sind selbstwirksam, kommunikations- und reaktionsfähig“ und dadurch als Organisation und Individuen resilient. Wir können auch im Chaos handeln.

Und wenn das so ist, brauchen wir Mutti als Bestimmerin und Mikromanagerin unseres täglichen Handelns nicht mehr. Wir wissen nämlich, dass die Welt immer neu geschrieben wird, wir sind nicht überwältigt von Angst und Hilflosigkeit, sondern uns – bescheiden und auch demütig – der eigenen Wirksamkeit bewusst. Daraus schöpfen wir eine Gewissheit, wir stellen uns in die Welt. Sogar hier im Outback.

Es wäre gut, wenn die erwachsene Umgehensweise mit dem Virus (die ich, vielleicht in extremo, hier in Schweden beobachte) wichtiger als die Verordnung sein könnte. Es wäre gut, wenn Prinzipien statt Regeln regierten und Verantwortung statt Bevormundung. Ich weiß, wie anstrengend das sein kann und welche starken Kräfte dem entgegenstehen (z. B. aus der ökonomischen Sphäre, weniger der persönlichen, nach meinem Eindruck). Aber ich täte mir wünschen, dass diese Fragen auch im Fokus unserer und der veröffentlichten Diskussion stünden.

Das warten auf „Mutti am Mittwoch“ scheint mir in eine andere Richtung zu weisen. Und wenn das so wäre, dann wäre der Fokus auf „den Mittwoch“, auf die Ergebnisse dort eben auch in der Gefahr unerwachsen und retardierend zu wirken. „Die werden es schon richten. Die sind die Experten.“ Und das glaube ich nicht. Bezogen auf unsere Welt sind wir verantwortlich und wir holen uns Expertise, wo immer nötig. Diesen Diskurs zu organisieren und Expertise zugänglich zu machen, ist Aufgabe der politisch-administrativen Systeme. Nichts anderes.

Ich will es an einem Punkt klarmachen: Wir arbeiten aktuell zu hause. Der Impuls war der Virus. Es gab die Frage, was Homeoffice sein kann schon vorher, aber viele haben sich diesen Fragen nicht gestellt. Die Heimarbeiter*innen waren die „eingeschränkt wirksamen Sonderlinge“. Das ist jetzt anders. Trotzdem bleibt die Frage, ob es heute nur um eine Abweichung von der Norm geht, die wir baldmöglichst (mit Plazet von Mutti) wieder beseitigen können.

Ich denke das wir da anders ticken sollten: Wir nehmen diesen Impuls auf und verwandeln ihn in etwas anderes. Nämlich in die Frage: „Wie kann gute Arbeit aussehen? Zuhause und im Office?“, „Welche Arbeit ist wichtig? Welche nötig? Wo ist der nächste Schritt? Und wie machen wir ihn?“ Das ist auch bei uns eine Entscheidung, viele – und manche mit ehrenwertem Grund – denken eher an die Rückkehr zu dem, was sie als Regel gewöhnt zu sein meinen. Und manche davon warten auf Mutti.

Den anderen, weiterführenden Diskurs würde ich gerne organisieren. Den halte ich für nützlich. Und danach entscheiden wir selbst, welche Maßnahmen nötig sind, um uns gesund und rund und vollständig zu machen. Mit oder ohne (oder vor, während und nach) Corona.

Und nachher wieder zurück zum Boden: Gartenarbeit

Ich will heute mal die Kartoffeln setzen. Der Boden im Beet ist schon sehr ausgetrocknet, da sollten wir etwas wässern. Und bei der Gelegenheit die Zisternenpumpe ein wenig austesten. Der Sand müsste sich inzwischen gesetzt haben. Vielleicht können wir auch die Regenwasserzuleitung schon mal konzipieren und schauen, wie weit wir mit den vorhandenen Leitungen kommen. Im Saldo fehlt uns aktuell eine Regentonne, aber da können wir ja vielleicht was tricksen.

Es wurde gejätet, gerecht und gepflanzt:

Drei Reihen Kartoffeln eingebuddelt …

Blumensamen auf dem Beet ausgebracht (Sommerblumen und Gartenmischung) …

das Rentnerbeet mit Tomaten, Chili, Schwarzwurzeln, Radieschen, Pflücksalat, Ruccola und Mangold bestückt … (Knobi, Schalotten, Minze, Majoran waren schon / noch da)

Morgen (oder nachher geht es noch kurz weiter mit neuseeländischem Spinat und roten Beten im großen Beet (parallel zu Kartoffeln. Bild kommt dann noch).

Heute Sauna. Trotz warmem Wetter.

Helau!

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